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Steuerliche Absetzbarkeit
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Steuerliche Absetzbarkeit von Pflegekosten

Unabhängig davon, ob eine pflegebedürftige Person im Pflegeheim lebt oder lediglich einmal am Tag ein ambulanter Pflegedienst nachhause kommt – Pflege kostet Geld, und das oft eine Menge. Glücklicherweise gibt es jedoch einige Möglichkeiten, steuerliche Entlastungen in Anspruch zu nehmen. Dies sind:

- Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen

- Unterhalt für pflegebedürftige Angehörige

- Pflege-Pauschbetrag für pflegende Angehörige

- Der Behinderten-Pauschbetrag

- Haushaltsnahe Dienstleistungen

Was genau sich hinter den Begriffen verbirgt, für wen die Möglichkeiten gelten und was genau man beachten muss, erfahren Sie hier. 

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  • Pflegekosten
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  • FAQ
Pflegekosten

Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen

seitliche Ansicht auf TaschenrechnerPflegekosten gelten laut §33a EstG als außergewöhnliche Belastungen und sind somit von der Steuer absetzbar. Bedingung hierfür ist die Pflegebedürftigkeit der betroffenen Person. Das bedeutet, dass bereits eine Einordnung in einen der fünf Pflegegrade erfolgt sein muss. Eine kurzfristige Pflegebedürftigkeit, z.B. aufgrund einer nicht dauerhaften Erkrankung, gilt ebenfalls als Voraussetzung. Auch fallen Personen mit einem Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „H“ oder „BI“ unter den Begriff der Pflegebedürftigkeit. Wenn Personen von einem ambulanten Pflegedienst gepflegt werden, der die Kosten gesondert in Rechnung stellt, ist eine Einordnung in einen Pflegegrad nicht zwingend notwendig. Die Kosten können trotzdem von der Steuer abgesetzt werden.

Wenn Sie Hilfe bei der Betreuung eines Angehörigen brauchen, dann helfen wir Ihnen gerne unter unserer kostenlose Service-Hotline 0800 / 12 227 30 einen passenden Anbieter in Ihrer Nähe zu finden.

Die Pflegekosten sind jedoch nicht in voller Höhe von der Steuer absetzbar. Von den Pflegekosten abgezogen werden muss der Betrag, der zum Beispiel von der Pflegeversicherung oder anderen zusätzlichen Versicherungen erstattet oder zugezahlt wurde. Ein Teil der Pflegekosten muss zudem als sogenannte zumutbare Belastung selbst übernommen werden. Dieser Eigenanteil berechnet sich anhand des Einkommens sowie anderer Parameter, etwa ob man verheiratet ist oder Kinder hat. Nachdem dieser Teil ebenfalls von den Pflegekosten abgezogen wurde, müssen letztendlich noch die Einkünfte des Pflegebedürftigen, falls vorhanden, abgezogen werden.


Folgende Pflegekosten sind als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzbar: Die Kosten eines ambulanten Pflegedienstes, die der stundenweisen Seniorenbetreuung durch dafür qualifizierte Personen, Kosten der Tages- und Nachtpflege sowie der Kurzzeitpflege. Bei ambulanten Pflegediensten und Pflegekräften aus dem Ausland sollte man unbedingt darauf achten, dass die Personen gemeldet sind, entweder bei der Mini-Job-Zentrale als 450-Euro-Kräfte oder als sozialversicherungspflichtige Angestellte bei Finanzamt und Krankenkasse. Auch Fahrten, etwa zum Arzt, Kleidung und Pflegevorrichtungen wie Pflegebetten oder Treppenlifte sind als Pflegekosten von der Steuer absetzbar, wenn sie mit der Pflege in Zusammenhang stehen.


Kosten, die durch eine Unterbringung in einem Pflegeheim entstehen, sind ebenfalls von der Steuer absetzbar. Voraussetzung dafür ist, dass es sich bei dem gewählten Heim um eine anerkannte stationäre Pflegeeinrichtung handelt. Zudem muss die Unterbringung im Heim aufgrund der Pflegebedürftigkeit erfolgt sein und nicht aufgrund des Alters. Von den Kosten abgezogen werden muss die sogenannte Haushaltsersparnis, wenn die Wohnung wegen des Umzugs in ein Pflegeheim aufgelöst wird. Diese beträgt laut Einkommenssteuer-Richtlinien 9.168 Euro (Stand 2019). 


Unterhalt

Unterhalt für pflegebedürftige Angehörige

Mama, Papa und Tochter halten Hände

Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abziehen können neben den Pflegebedürftigen selbst, auch Personen, die die Kosten für sie übernehmen. Dies hängt davon ab, um welches Verhältnis es sich zwischen den Personen handelt. 


Übernehmen Sie Kosten für Ihre pflegebedürftigen Eltern, sind diese von der Steuer absetzbar, wenn eine Unterhaltspflicht (Elternunterhalt) besteht. Kinder sind unter bestimmten Voraussetzungen für ihre Eltern unterhaltspflichtig. Dies tritt meistens in Kraft, wenn Eltern in ein Pflegeheim ziehen und daraufhin hohe Kosten entstehen. Bisher mussten Alleinstehende ab einem Einkommen von 21.600 Euro netto und Familien ab einem Nettoeinkommen von 38.800 Euro jährlich für die Pflegekosten der Eltern aufkommen, wenn diese die Kosten nicht aus eigener Kraft stemmen konnten. Für alle Betroffenen gibt es jedoch gute Nachrichten, denn das am 14.08.2019 in Berlin beschlossene „Angehörigen-Entlastungsgesetz“ verschiebt die Einkommensgrenze um ein ganzes Stück nach oben. Ab dem 01.01.2020 sollen nur noch Kinder für ihre Eltern aufkommen müssen, deren Brutto-Jahreseinkommen über 100.000 Euro liegt. 


Übernehmen Sie Pflegekosten für pflegebedürftige minderjährige Kinder, sind diese steuerlich absetzbar. Ist das Kind bereits volljährig und man erhält für dieses Kindergeld, muss zuerst das evtl. vorhandene Vermögen des Kindes für die Pflegekosten verwendet werden. Ist kein Vermögen vorhanden oder dieses bereits aufgebraucht, dürfen die gezahlten Pflegekosten von der Steuer abgesetzt werden. Handelt es sich um ein volljähriges Kind, das keinen Anspruch mehr auf Kindergeld hat, sind die Pflegekosten nach § 33a Abs. 1 EstG als Unterhaltsleistungen abzgl. der zumutbaren Belastung von der Steuer absetzbar. Voraussetzung ist, dass das Vermögen des Kindes max. 15.500 Euro beträgt und die Pflegekosten nicht selbst tragen kann. Handelt es sich um Eltern oder andere nahestehende Personen, gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei Kindern, für die kein Kindergeld mehr gezahlt wird. Im Falle minderjähriger Kinder, sind die Pflegekosten in jedem Fall steuerlich absetzbar. 


Pauschalbetrag

Pflege-Pauschbetrag für pflegende Angehörige

Ältere Dame

Pflegende Angehörige können unter bestimmten Voraussetzungen den sogenannten Pflege-Pauschbetrag nach §33b Abs. 6 EstG geltend machen. Dieser beträgt 924€ im Jahr (Stand 2018) und soll die Kosten, die für die pflegende Person entstehen, abdecken. Dies sind beispielsweise Kosten für Fahrten oder spezielle Kleidung für die Pflege. Werden mehrere Personen gepflegt, kann der Pflege-Pauschbetrag mehrmals in Anspruch genommen werden. Wird die Pflege durch mehrere Personen durchgeführt (zum Beispiel, wenn mehrere Geschwister ihre Eltern pflegen), muss der Betrag aufgeteilt werden. 


Um den Pflege-Pauschbetrag geltend machen zu können, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss die Pflege zwangsläufig sein. Bei Angehörigen oder Personen, mit denen eine enge Beziehung besteht, ist diese Voraussetzung gegeben. Des Weiteren muss die pflegebedürftige Person hilflos sein, das heißt, dass sie jeden Tag Hilfe und / oder Beaufsichtigung braucht. Dies muss nachweisbar sein, etwa durch ein „H“ im Schwerbehindertenausweis, durch die Einordnung in Pflegegrad 4 oder 5 oder durch einen sonstigen Bescheid. Außerdem darf die pflegende Person keine Einnahmen für ihre Pflegedienste erhalten. Auch muss die Pflege außerdem größtenteils persönlich übernommen werden. Unterstützung von einem ambulanten Pflegedienst darf nur zeitweise in Anspruch genommen worden sein. 


Werden durch den Pflege-Pauschbetrag nicht alle Kosten für die Pflege gedeckt, sollte man besser auf diesen verzichten und die Ausgaben einzeln nachweisen, auch wenn dann wieder die zumutbare Belastung abgezogen wird. 


Behinderten Pauschalbetrag

Der Behinderten-Pauschbetrag

Frau in Rollstuhl

Menschen mit einem Behinderungsgrad ab 25 haben laut §33b EStG die Möglichkeit, den sogenannten Behinderten-Pauschbetrag geltend zu machen. Der Pauschbetrag soll alle Aufwendungen, die durch die Behinderung entstehen, abdecken. Wenn dieser Pauschbetrag in Anspruch genommen wird, können die Pflegekosten nicht abgesetzt werden. Ob man sich für die Inanspruchnahme des Behinderten-Pauschbetrages oder die Geltendmachung der Pflegekosten entscheidet, hängt vom Einzelfall und den individuell anfallenden Kosten ab. Die Höhe des Pauschbetrages ist vom Grad der Behinderung abhängig. Dabei kann an Hand der folgenden Tabelle entnommen werden, welcher Pauschalbetrag bei welchem Grad von Behinderung ausgezahlt wird. Achtung: Bei hilflosen Menschen (Hilfe und / oder Beaufsichtigung wird nachweislich täglich benötigt) und Blinden beträgt der Pauschbetrag grundlegend 3.700 Euro.


Grad der Behinderung: 

25 und 30 = 310 €

35 und 40 = 430 €

45 und 50 = 570 €

55 und 60 = 720 €

65 und 70 = 890 €

75 und 80 = 1.060 €

85 und 90 = 1.230 €

95 und 100 = 1.420 €


Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Korb voller Wäsche

Des Weiteren lassen sich die Kosten für Leistungen, die sich nicht direkt der Pflege oder Betreuung zuordnen lassen, wie zum Beispiel Wäsche waschen oder Kochen, steuerlich absetzen. Diese fallen unter die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Hilfen nach § 35a EstG. 


Von dieser Regelung profitieren auch Personen, die (noch) nicht in einen Pflegegrad eingestuft sind. Denn auch ohne anerkannte Pflegebedürftigkeit, kann man im Alter auf Unterstützung etwa in Form eines ambulanten Pflegedienstes angewiesen sein, sei es beim Duschen oder Einkaufen. Diese Kosten können nicht-pflegebedürftige Personen über die sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Wenn im Haushalt ein Minijobber beschäftigt wird, können 20% der Kosten von der Steuer abgesetzt werden, maximal jedoch 510 Euro im Jahr.


FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Thema steuerliche Absetzbarkeit

Wann sind Pflegekosten von der Steuer absetzbar?

Pflegekosten sind dann von der Steuer absetzbar, wenn die betroffene Person pflegebedürftig ist. Das bedeutet, dass sie entweder wegen einer vorübergehenden Krankheit gepflegt werden muss oder sie bereits in einen Pflegegrad eingestuft worden ist. Auch Personen mit einem Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „H“ und „BI“ gelten als pflegebedürftig. 

Welche Kosten sind absetzbar und welche nicht?

Im Grunde sind alle Kosten, die aufgrund der Pflegebedürftigkeit entstehen, steuerlich absetzbar. Dazu zählen unter anderem die Kosten für eine Heimunterbringung, ambulante oder Kurzzeitpflege, Kosten für 24-Stunden-Pflegekräfte sowie Aufwendungen für bauliche Umbaumaßnahmen im Haus. 

Ich bin nicht in einen Pflegegrad eingestuft. Kann ich Pflegekosten trotzdem geltend machen?

Wenn Sie aufgrund einer vorübergehenden Krankheit pflegebedürftig sind, können Sie die anfallenden Kosten steuerlich geltend machen. Dies gilt auch, wenn Sie einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „H“ oder „BI“ haben. Ist beides nicht der Fall, gibt es immer noch die Möglichkeit, Kosten über die sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen geltend zu machen. 

Wann muss ich für meine Eltern Pflegekosten übernehmen? Und kann ich diese steuerlich absetzen?

Wenn die Pflegekosten durch die pflegebedürftige Person und deren Pflegeversicherung nicht komplett gedeckt werden können, sind oft die Kinder gefragt. Ab 2020 müssen Kinder jedoch voraussichtlich nur für die Pflegekosten aufkommen, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen über 100.000 Euro liegt. Die Kosten können dann auch steuerlich abgesetzt werden. 

Sollte ich den Behinderten-Pauschbetrag in Anspruch nehmen oder besser nicht?

Dies hängt davon ab, ob der Pauschbetrag Ihre Kosten decken würde oder nicht. Ist dies nicht der Fall, wäre es sinnvoll, den Pauschbetrag nicht in Anspruch zu nehmen und die Pflegekosten als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen. 


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