Brustkrebs
Frau mit Schleife

Brustkrebs (Mammakarzinom)- Symptome, Behandlung und Heilungschancen

Jedes Jahr erkranken etwa 70.000 Menschen an Brustkrebs, mit weiteren 6.500 Verdachtsfällen (sogenannte „Situ Karzinom Diagnosen“). Bei Frauen ist Brustkrebs die häufigste Krebsdiagnose in Deutschland. Jedes Jahr sterben etwa 17.000 Menschen an Brustkrebs. Ab 40 nimmt die Wahrscheinlichkeit eines Befundes stark zu. Jedoch auch eine genetische Disposition, sowie übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht, erhöhen das Risiko.


Brustkrebs ist schon lange kein Todesurteil mehr, denn durch moderne Behandlungsmethoden und rechtzeitige Vorsorge liegt die Überlebensrate nach fünf Jahren bei ca. 81,6% (Quelle). Deswegen wird empfohlen, regelmäßig eine Mammographie durchführen zu lassen. Des Weiteren helfen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt oder das Selbstabtasten dabei, Brustkrebs frühzeitig zu entdecken und somit die Überlebenschancen zu steigern.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 5/6/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
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Symptome und Varianten

Symptome und Anzeichen von Brustkrebs (Mammakarzinom)

Frau mit Schleife im Oberkörper

Brustkrebs äußert sich durch Tumore, die sich meistens in der oberen Hälfte der Brust finden lassen. Die linke Brust ist dabei häufiger betroffen als die rechte. Im Frühstadium verursacht Brustkrebs keine Schmerzen, jedoch lassen sich die Knoten, abhängig von der Lage der Knoten, sowie Beschaffenheit der Brust, ab einer Größe von 1-2 cm ertasten. Weitere Symptome von Brustkrebs können Veränderungen an der Brustwarze, wie z.B. neu auftretende Einziehungen an einer bestimmten Stelle oder Einsenkungen der Brustwarze sein.


Weitere Symptome von Brustkrebs sind Entzündungen, Hautveränderungen und Absonderungen (insbesondere blutig), das Anschwellen der Lymphknoten im Achselbereich, sowie eine plötzliche Veränderung der Brustgröße und auffällig verschiedenes Verhalten der Brüste beim Heben der Arme.


Mithilfe moderner medizinischer Verfahren ist es heutzutage möglich, bereits kleinste Veränderungen in der Brust zu erkennen und Brustkrebs in seinen Vorstufen zu identifizieren (Quelle). Diese Vorstufen lassen sich in vier Typen kategorisieren:

  • Intraduktale atypische Hyperplasie (ADH) – veränderte Zellen in den Milchgängen
  • Lobuläre intraepitheliale Neoplasie (LIN) – veränderte Zellen in den Drüsenläppchen
  • Flache epitheliale Atypie (FEA) – veränderte Zellen im Deckgewebe von Milchgängen und/oder Drüsengängen
  • Ductales Carcinoma in Situ (DCIS) – veränderte Zellen in den Milchgängen, welche noch nicht in das umliegende Gewebe eingewachsen ist.

Grundsätzlich lässt sich nicht vorhersagen, ob die Veränderungen bösartig werden. Daher ist die Behandlung immer individuell, jedoch wird bei einem DCIS Befund allen Betroffenen geraten, sich einer Behandlung zu unterziehen, da diese Vorstufe das größte Risiko auf eine Krebsentwicklung aufweist.

Pflege und Behandlung

Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinom)

Behandlung von Brustkrebs

Brustkrebs ist heutzutage sehr gut behandelbar (Quelle). Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmethoden, die gute Erfolgsaussichten aufweisen:

  • Operationen: Operationen finden häufig im Anschluss an die Diagnose statt. Bei Operationen werden das betroffene Gewebe und Teile des umliegenden Gewebes entfernt. Ist der Tumor zu groß, wird häufig eine Hormon- oder eine Chemotherapie vorangesetzt um den Tumor zu verkleinern oder ganz zu zerstören. Heutzutage ist es, bis auf wenige besonders schwere Fälle, nicht mehr nötig eine Mastektomie (Brustentfernung) durchzuführen. Ebenfalls werden in den meisten Fällen die Lymphknoten entfernt, da sich beim Metastasieren der Krebs über das Lymphsystem auf den Rest des Körpers ausbreitet. Weil das Entfernen der Lymphknoten zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann, werden zunächst die Wächterlymphknoten (die ersten Lymphknoten zwischen Brust und Achselhöhle) mithilfe einer schwach radioaktiven Substanz behandelt und entfernt. Wenn bei der feingeweblichen Untersuchung des Wächterlymphknoten kein Tumor gefunden wird, kann man auf die Entnahme weiterer Lymphknoten verzichten. In dem Fall, dass man den Tumor zuvor mit einer medikamentösen Therapie behandeln möchte, lässt sich der Wächterlymphknoten auch danach noch entfernen.
  • Hormontherapie: Zwei Drittel aller Brusttumore wachsen abhängig von weiblichen Geschlechtshormonen, insbesondere Östrogen. Daher kann das Wachstum des Tumors mithilfe einer Anti-Hormontherapie verlangsamt oder ganz gestoppt werden. Eine Anti-Hormontherapie hat den Vorteil gegenüber einer Bestrahlung der Eierstöcke, dass die Menstruation mit Beendigung der Therapie wiedereinsetzt und damit die Fruchtbarkeit erhalten bleibt.
  • Strahlentherapie: Die Strahlentherapie ist, zusammen mit der Hormontherapie und einer operativen Therapie, die am häufigsten angewandte Behandlungsart. Dabei wird durch ionisierte Strahlung, wie z.B. Röntgenstrahlung, das Erbmaterial der bestrahlten Zellen angegriffen. Im Gegensatz zu gesunden Zellen, besitzen vom Krebs betroffene Zellen kein starkes Reparatursystem und können sich von der Bestrahlung nicht mehr erholen und verenden. Eine Strahlentherapie wird häufig zusätzlich zur operativen Therapie angewandt, um nicht entfernte Tumorzellen zu zerstören.
  • Chemotherapie: Bei einer Chemotherapie werden Medikamente verabreicht, die die Zellteilung stoppen und so die Vermehrung der Tumorzellen verhindern. Krebszellen sind von diesen Medikamenten stärker betroffen als gesundes Gewebe, jedoch greift eine Chemotherapie auch gesundes Gewebe mit hoher Teilungsrate, wie die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes und Haarwurzel an, wodurch es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall kommen kann. Eine Chemotherapie wird verwendet, wenn kleine Tumorabsiedlungen (Mikrometastasen), deren Existenz durch Bildgebende Verfahren nicht nachgewiesen werden können, zerstört werden sollen. Eine Chemotherapie wird in einigen Fällen zur Vorbeugung empfohlen.
  • Molekularbiologische Therapie: Die Molekularbiologische Therapie ist ein noch relativ junger Therapieansatz, bei dem spezielle Medikamente verwendet werden (Biologicals) die gezielt Krebszellen angreifen und somit schonender für gesunde Zellen sind. In Deutschland gibt es aktuell sechs anerkannte Therapiemethoden, die je nach Status des Patienten und Schwere des Befundes zugelassen sind.
  • Supportive und komplementäre Therapie: Um die Behandlung von Krebs zielführend und erfolgreich zu gestalten, werden gleichzeitig zur Behandlung der Befunde unterstützende Maßnahmen ergriffen, um Tumor - und/oder Therapie bedingte Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Schmerz, etc. zu behandeln. Des Weiteren werden Maßnahmen ergriffen, die bei der Ernährungsumstellung sowie bei psychischen und sozialen Problemen helfen sollen.
Therapie bei Brustkrebs

Bei der Pflege von krebskranken Patienten ist die langfristige Begleitung wichtig. Um psychische Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist dies auch in die Nachsorge wichtig. Zusätzlich wird empfohlen sich einer Physio-Reha zu unterziehen, da diese nicht nur gegen körperliche Schwäche wirkt, sondern auch psychische Symptome wie Lustlosigkeit und Traurigkeit bekämpft.

Besonderheiten
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Brustkrebs bei Männern

Entgegen der Annahme, dass Brustkrebs nur Frauen betrifft, findet sich der Befund auch bei Männern wieder. Jedoch in stark verringertem Maße. Im Jahr 2014 gab es 69.220 Neudiagnosen bei Frauen, jedoch nur 650 Brustkrebsdiagnosen bei Männern (Quelle).

Dokumente

Dokumente - Brustkrebs (Mammakarzinom)

Das Wichtigste auf einem Blick: Brustkrebs.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Brustkrebs (Mammakarzinom)

Wann spricht man von Brustkrebs?

Brustkrebs ist ein bösartiger Tumor (Mammakarzinom) in der weiblichen Brust, der metastasieren und somit andere Bereiche des Körpers angreifen kann.

Wie entsteht Brustkrebs?

Die genauen Ursachen für Brustkrebs sind noch ungeklärt, jedoch haben medizinische Studien festgestellt, dass neben einer genetischen Disposition, exzessiver Alkhoholkonsum und Übergewicht das Risiko an Brustkrebs zu erkranken erhöht.

Wie viele Menschen leiden an Brustkrebs?

Genaue Zahlen zur Verbreitung von Brustkrebs sind nicht bekannt, jedoch stellt Brustkrebs die an der weitesten verbreiteten Krebsart dar. Jedes Jahr gibt es ca. 70.000 neue Krebsdiagnosen. Medizinischen Studien zufolge erkranken eine von acht Frauen in ihrem Leben an Brustkrebs

Ist Brustkrebs behandelbar?

Brustkrebs ist bei rechtzeitiger Erkennung gut behandelbar und es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmethoden, welche nach ärztlicher Absprache angewendet und individuell angepasst werden können. Brustkrebs weist eine Überlebensrate von 81,6% nach 5 Jahren auf.

Kann man Brustkrebs vorbeugen?

Da die genauen Ursachen für Brustkrebs unbekannt sind, ist eine direkte Vorsorge nicht möglich. Jedoch kann durch gesunde Ernährung und Lebensstil der Risikofaktor einer Brustkrebserkrankung gesenkt werden. Zudem hilft das Stillen bei der Senkung des Risikofaktors.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.