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Chronische Schmerzen
Mann fasst sich an den Kopf

Chronische Schmerzen - Symptome und Behandlung

Schmerzen übernehmen im Körper eine wichtige Warnfunktion. Normalerweise klingen diese ab, sobald die Schmerzursache behoben wurde. Viele Menschen klagen allerdings über Schmerzen, die einen langen Zeitraum bestehen oder wiederkehrend sind. Dies kann als Begleitursache einer chronischen Krankheit (z.B. Rheuma oder Diabetes) auftreten. Gibt es keine körperliche Ursache, werden die Schmerzen zu einer eigenständigen Erkrankung.


Schmerzen können zu chronischen Schmerzen werden, wenn diese länger als drei bis sechs Monate bestehen und die betroffenen Personen physisch, psychisch und/oder sozial einschränken. Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn diese unerklärlich über akute Ursachen hinaus anhalten. Leidet man erst einmal unter chronischen Schmerzen, ist es kaum möglich, den „Startpunkt“ genau zurückzuverfolgen. Deshalb ist es wichtig, chronische Schmerzen frühzeitig zu erkennen und zu therapieren.

Achtung: Dieser Artikel dient lediglich der Information, er ersetzt keinen Arztbesuch und ist nicht zur Diagnose geeignet.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 30.08.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Symptome und Varianten

Symptome und Ursachen von chronischen Schmerzen

Oberkörper mit roten Punkten, die Schmerzen anzeigen

Die Entstehung von chronischen Schmerzen ist ein schleichender Prozess. Über einen langen Zeitraum hinweg entwickeln sich verschiedene Symptome, die stetig intensiver wahrgenommen werden. Mindestens zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Am häufigsten treten sie als Kopf- und Rückenschmerzen auf. Betroffene sind auf Grund der Schmerzen nicht selten gereizt, wütend oder ängstlich (Quelle).


Zunächst sind umfangreiche körperliche Untersuchungen und eine Blutuntersuchung notwendig. Lassen sich keine Hinweise auf Gewebeschäden finden, geht man vom chronischen Schmerzsyndrom aus. Die Nervenzellen von Rückenmark und Gehirn können für Schmerzreize nachhaltig sensibilisiert werden und nehmen z.B. bereits leichte Berührungen als Schmerz wahr. Die Empfindlichkeit kann sich soweit entwickeln, dass auch dann noch Schmerzsignale gesendet werden, wenn die Ursachen schon abgeklungen sind – hierbei spricht man von einem „Schmerzgedächtnis“.


Achtung: Die Wahrscheinlichkeit an chronischen Schmerzen zu erkranken erhöht sich, wenn man psychischen Belastungen oder hohem Stress ausgesetzt ist.

Pflege und Behandlung

Therapie bei chronischen Schmerzen und chronischem Schmerzsyndrom

Eine Tablettenpackung

Bei den chronischen Schmerzen spricht man von einer komplexen Erkrankung, da man die ursprüngliche Reizquelle kaum bis gar nicht ausmachen kann. Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Medikamente
  • Physikalische Therapie
  • Psychologische Therapien
  • Invasive Verfahren (z.B. Akupunktur)

Da die Behandlung von chronischen Schmerzen individuell auf die Betroffenen zugeschnitten sein sollte, werden oft Kombinationen aus den verschiedenen Möglichkeiten angewandt. In schmerztherapeutischen Einrichtungen arbeiten deshalb Ärzte, die sich auf das Gebiet spezialisiert haben, mit Psychologen und anderen Fachleuten zusammen (Quelle). Zum Beispiel können Muskelverspannungen auftreten, die sich durch Stressreduzierung lindern lassen. Eine gesunde Psyche hilft allgemein bei einem positiven Verlauf. Fühlt man sich glücklich und zufrieden, arbeitet das Endorphin-System, welches Schmerzen mit Hormonen reguliert, effektiver. Genauso kann eine Lebenssituation, in der man sich unzufrieden fühlt, weitere Schmerzen hervorrufen oder Depressionen entwickeln. So ist es möglich, dass Betroffene mit ähnlichem Krankheitsbild unterschiedlich stark an chronischen Schmerzen leiden.

Besonderheiten

Chronische Schmerzen vortäuschen?

Es ist für Betroffene oft sehr belastend, wenn keine körperlichen Ursachen für die chronischen Schmerzen gefunden werden. Verstärkt wird diese Belastung auch durch das Unverständnis von Außenstehenden gegenüber dem unerklärlichen Schmerz. So kommt es nicht selten vor, dass Betroffenen vorgeworfen wird, sie würden die Schmerzen simulieren. Gute Beziehungen zu anderen Menschen entscheiden demnach beim Verlauf der Krankheit mit. Für Angehörige gilt: Versuchen Sie möglichst einfühlsam zu sein und sowohl physische, als auch psychische Faktoren miteinzubeziehen – denn chronische Schmerzen betreffen viele Menschen – und nur weil man eine Krankheit nicht sehen kann, heißt es nicht, dass es diese nicht gibt.

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Dokumente

Dokumente - Chronische Schmerzen

Das Wichtigste auf einem Blick: Chronische Schmerzen.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema chronische Schmerzen

Wann spricht man von chronischen Schmerzen?

Ist man einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten durchgehend oder wiederkehrend starken Schmerzen ausgesetzt, können diese chronisch werden. Prinzipiell gilt: Halten Schmerzen unerklärlich über den ursprünglichen Reiz an, spricht man von chronischen Schmerzen.

 

Wie entstehen chronische Schmerzen?

Durch lange andauernde oder wiederkehrende Schmerzen können Nervenzellen von Rückenmark und dem Gehirn für Schmerzreize nachhaltig sensibilisiert werden und nehmen zum Beispiel bereits leichte Berührungen als Schmerz wahr. Die Empfindlichkeit kann sich soweit entwickeln, dass auch dann noch Schmerzsignale gesendet werden, wenn die Ursachen schon abgeklungen sind, man spricht von einem „Schmerzgedächtnis“. Verstärkt wird diese Sensibilisierung durch psychischen oder sozialen Druck.

Wie viele Menschen leiden an chronischen Schmerzen?

In Deutschland klagen 12-15 Millionen Menschen über wiederkehrende Schmerzen. 4-5 Millionen dieser Menschen sind durch chronische Schmerzen physisch, sozial oder psychisch stark eingeschränkt.

Sind chronische Schmerzen behandelbar?

Ja, sie sind behandelbar. Da es sich um eine komplexe Erkrankung handelt, wendet man oft eine Kombination aus verschiedenen Therapien an. In schmerztherapeutischen Einrichtungen arbeiten deshalb Ärzte, die sich auf das Gebiet spezialisiert haben, mit Psychologen zusammen. Eine gesunde Psyche trägt zur Linderung der chronischen Schmerzen bei.

Kann man chronische Schmerzen vorbeugen?

Leidet man unter wiederkehrenden Schmerzen, wie Kopf- oder Rückenschmerzen, sollte man einen Arzt aufsuchen, der umfassende Tests durchführt. Beschränken sich die Schmerzen auf einen kleinen Bereich, kann man sie gezielt behandeln. Auch ist es wichtig Stress zu vermeiden, da dieser schmerzverstärkend wirken kann.

Welche Funktion haben Schmerzen?

Schmerzen übernehmen im Körper eine notwendige Warnfunktion: Sie teilen uns mit, dass etwas im Körper nicht stimmt. Durch ein komplexes System aus Nervenzellen lässt sich die Ursache lokalisieren und gezielt behandeln. Schmerzen klingen, in der Regel, gemeinsam mit dem „Schaden“ ab.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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