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Depression
Kopf mit einer Wolke drin

Depression, bipolare Störung und Altersdepression - Symptome, Behandlung und Ursachen

Die Depression ist eine psychische Krankheit, bei der die Betroffenen innere Leere, Hoffnungs- und Antriebslosigkeit empfinden. Aus diesem Grund wird Depression meist auch Gemütskrankheit genannt. Sie zählt zu den häufigsten Krankheiten der Welt, mit vier Millionen Betroffenen allein in Deutschland. Depression betrifft alle Altersgruppen, wobei die Ursachen, die Symptome sowie der Grad der Beeinträchtigung durch die Krankheit bei jeder Person unterschiedlich sind. Neben der Depression gibt es auch die bipolare Störung, in der sich depressive mit manischen Phasen abwechseln.


Im Grunde beeinträchtigt eine Depression fast alle zentralen Lebensfunktionen, da diese zu Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwäche und physikalischen Beschwerden wie z.B. Rücken- und Kopfschmerzen führen kann. All diese Aspekte werden von Energieverlust begleitet, was zu einer Ausgrenzung aus der sozialen Gemeinschaft führen kann. Zudem können schwere Depressionen zu Suizidversuchen und Suiziden führen. Daher ist eine frühzeitige aber auch individuelle Diagnose, sowie die Einwilligung zur Behandlung, von besonderer Wichtigkeit.

Achtung: Dieser Artikel dient lediglich der Information, er ersetzt keinen Arztbesuch und ist nicht zur Diagnose geeignet.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 30.08.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Symptome und Varianten

Welche Symptome weisen auf Depressionen hin und wo ist der Unterschied zur bipolaren Störung?

Eine Frau mit Depression

Das Spektrum der Depression ist relativ groß. Es reicht von leichten, saisonal auftretenden Depressionen bis hin zu schweren Depressionen und langandauernden Depressionen, den sogenannten chronischen Depressionen. Grundlegend unterteilt man in zwei Gruppen: die unipolare (monopolare) Depression und die bipolare Depression.

Die unipolare Depression umfasst den Zustand der andauernden inneren Leere, Selbstzweifel, Ängste und des Energieverlusts. Betroffene fühlen sich oft hoffnungslos, verlieren die Freude an angenehm empfundenen Dingen und können für alltägliche Tätigkeiten keine Energie mehr aufbringen. Dadurch leiden Betroffene an Konzentrationsproblemen und Schuld- sowie Minderwertigkeitsgefühlen. Alle diese Gefühlszustände sind als Symptome zu sehen und können aber auch mit physischen Anzeichen, wie z.B. Schlafstörungen, Appetitverlust oder Appetitsteigerung, Libidoverlust, Kopf- und Rückenschmerzen, aufkommen. Bei schwerwiegenden Fällen können diese Symptome zu Suizidgedanken führen.


Die bipolare Form der Depression, auch manisch-depressive Erkrankung genannt, ist durch einen häufigen Wechsel zwischen den Krankheitsphasen, also zwischen manisch und depressiv, gekennzeichnet. Bei der manischen Phase sind folgende Symptome typisch:

  • Energiegeladenheit
  • Aufgekratzte Fröhlichkeit
  • Gereiztheit
  • Aggressivität
  • Schnelles und vieles Sprechen
  • Konzentrationsschwäche
  • Kontrollverlust im Hinblick auf Geld oder Verträge
  • Wahnvorstellungen
  • Sinnestäuschungen
Eine Wolke mit Regen

Die manischen Phasen können oft nur einige Wochen oder Monate andauern, während die unbehandelten depressiven Phasen häufig länger anhalten. Der Übergang zwischen den Phasen ist jedoch personenabhängig. Bei manchen Betroffenen kann der Wechsel über Nacht geschehen, während er bei anderen schleichend geschieht. Dieser Wechsel ist sowohl für die Betroffenen, als auch für die Angehörigen als eine große Belastung zu sehen, da alle Stimmungen sehr intensiv empfunden werden und diese den Umgang mit anderen Menschen erschweren. Zudem ist das Risiko für Suizidversuche und Suchterkrankungen bei den Betroffenen besonders hoch. Aus diesen Gründen ist die Therapie der bipolaren Depression besonders wichtig.


Diese beiden Formen von Depression betreffen prinzipiell alle Altersgruppen. Typisch für die unipolare Depression sind jedoch Depressionen im Kindes- und Jugendalter, in der Schwangerschaft oder nach der Geburt, an der Arbeit und im Winter. Die Depression kann von Person zu Person unterschiedlich lange andauern. Handelt es sich um eine Erkrankungsdauer von mehr als zwei Jahren, wird sie als chronische Depression bezeichnet.

Pflege und Behandlung

Wie behandelt man Depressionen, bipolare Störungen oder Altersdepressionen?

Eine grüne Tablettendose mit Tabletten daneben

Die Depression ist eine psychische Krankheit, die die Lebensqualität der Betroffenen aber auch Angehörigen vermindert und die Alltagsbewältigung für die Betroffenen erschwert. So kann die Depression, wenn sie nicht behandelt wird, einen derart schweren Grad erlangen, dass Suizidgefahr besteht. Daher ist die Behandlung der Depression von besonderer Wichtigkeit. Über die genaue Behandlung muss ein geeingeter Fachmann entscheiden. Sie wird an die Art der Depression (bipolare Störung, Altersdepression...), den Patienten und andere Umstände angepasst.


Da es zahlreiche Formen von Depression gibt, gibt es auch eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten:

  • Medikamentöse Behandlung: Diese Behandlungsart mit Antidepressiva wird von vielen Betroffenen skeptisch angesehen, da sie der Überzeugung sind, dass Medikamente allein die Ursachen, die zur Depression führen, nicht lösen können und sogar süchtig machen. Das stimmt jedoch nicht ganz. Denn Antidepressiva gehören zur Gruppe der Psychopharmaka, die vom Arzt verschrieben werden müssen und machen erwiesenermaßen nicht süchtig. Durch das Einnehmen von Medikamenten kann die Hoffnungslosigkeit und innere Leere vermindert werden, was die Alltagsbewältigung erleichtert und dem Betroffenen eine bessere Lebensqualität verleiht. Für die Wirkung sind jedoch Antidepressiva regelmäßig und über einen ausreichend langen Zeitraum einzunehmen. Die Entscheidung für eine medikamentöse Behandlung sollte allerdings unbedingt vorher mit einem Arzt besprochen werden.
  • Ein Mann sitzt auf einem Sessel und macht sich Notizen
  • Psychotherapeutische Behandlung: Bei dieser Therapieart werden Erkrankungen und deren Begleiterscheinungen mit Hilfe von Gesprächen und Übungen behandelt, die auf verschiedene Psychotherapieverfahren, wie z.B. kognitive Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse, basieren. Vorher wird gemeinsam ein konkretes Therapieziel festgelegt, um Fortschritte messen zu können. Es besteht außerdem die Möglichkeit, eine Einzel- oder Gruppentherapie zu vereinbaren. Zudem können Betroffene bis zu fünf Probesitzungen in Anspruch zu nehmen, damit eine für sich geeignete Therapieform, sowie ein passender Therapeut gefunden werden kann.
  • Weitere antidepressive Behandlungen: Den Betroffenen stehen auch körperbezogene Therapien zur Verfügung, die in der Regel stationär, teilweise auch ambulant durchgeführt werden. Hierzu gehören Lichttherapie zur Behandlung von Winterdepression, therapeutischer Schlafentzug zur Verbesserung des Schlafrhythmus, Rehabilitationssport und Elektrokrampftherapie bei Betroffenen mit schwerer oder chronischer Depression.

Betroffene können während den ersten Wochen der Behandlung in innere Unruhe verfallen und der Ansicht sein, dass die Behandlung nicht wirkt. Der Umgang mit dieser negativen Stimmung kann Angehörigen schwerfallen. Diese Gefühlszustände sind jedoch normal, denn die Behandlung von Depression verläuft über einen langen Zeitraum.

Besonderheiten

Depression- Welche Besonderheiten gibt es? Rückfall, Ursachen und Co.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung besteht die Möglichkeit, dass Betroffene einen Rückfall erleiden. Dieser Rückfall, also das Wiederkehren von Depression im Laufe des Lebens, wird bei 70% der Betroffenen festgestellt. So treten die meisten Rückfälle innerhalb von den ersten sechs Monaten nach Abschluss der Akutbehandlung auf. Deswegen ist es von besonderer Wichtigkeit, dieses Risiko zur erneuten Depression zu senken, indem Rückfallvorbeugungsmaßnahmen wie z.B. Vorbeugung durch Medikamente, Psychotherapie und Bewegung getroffen werden. Die bipolare Störung ist eine chronische Erkankung, deswegen sollte gerade diese Form genau im Auge behalten werden.

Depression im Alter? - Die Altersdepression

Älterer Mann schaut nach unten und schlägt Hände über dem Kopf zusammen

Depressionen können prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten - ebenso im Alter. Oft bleiben Depressionen im Alter jedoch unerkannt, weil man die Symptome auf eine "normale" Altersreaktion schiebt oder weil Betroffene viel über körperliche Beschwerden klagen und über die seelischen nicht sprechen. Diese körperlichen Beschwerden können jedoch auch Symptome einer Depression oder deren Ursache sein.

Oft spielt auch Einsamkeit im Alter eine Rolle. Kann man zum Beispiel aufgrund einer körperlichen Erkrankung nicht mehr das Haus verlassen und Freunde treffen, drückt dies natürlich in manchen Fällen auf das Gemüt. Um einer Isolation im Alter vorzubeugen, bietet es sich an, über eine stundenweise oder eine 24-Stunden-Betreuung nachzudenken. Die Betreuungskräfte können den Patienten vielleicht durch Gespräche, Spaziergänge etc. ein Stück Lebensqualität schenken. Unter unserer kostenfreie Hotline 0800 122 273 0 können Sie sich an uns wenden. Wir helfen Ihnen kostenlos einen Betreuungsdienst in Ihrer Nähe zu finden.

Wichtig! Eine Betreuungskraft ersetzt keinen Arzt oder Therapeuten! Sie kann lediglich ergänzend dazu helfen und unterstützen.

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Dokumente

Depression, bipolare Störung, Altersdepression - Dokumente

Das Wichtigste auf einem Blick: Depression.pdf

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Thema Depression und Altersdepression

Was sind die Symptome einer Depression?

Es gibt eine Vielzahl an Symptomen. Die häufigsten Symptome sind:

o  Energieverlust

o  Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle

o  Gefühl der inneren Leere und inneren Unruhe

o  Schlafstörungen

o  Appetitlosigkeit

o  Ausgrenzung von sozialen Aktivitäten

o  Konzentrationsschwäche

o  Libidoverlust

o  Physische Beschwerden wie z.B. Kopf- und Rückenschmerzen

o  Suizidgedanken und Suizidversuche

Welche Altersgruppen haben Depression?

Alle Altersgruppen, von Kindern bis hin zu älteren Menschen, können Depressionen haben. 

Wie viele Schweregrade gibt es bei Depression?

Drei, es wird zwischen leicht, mittel und schwer unterschieden.

Was ist der Unterschied zwischen monopolaren und bipolaren Depressionen?

Eine monopolare Depression zeichnet sich durch Symptome wie Energieverlust, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, Gefühl der inneren Leere und inneren Unruhe, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit sowie Suizidgedanken aus. Die bipolare Depression hingegen durch Gefühls- und Stimmungswechsel. Sie umfasst neben den Depressionssymptomen auch (Kontra-) Symptome wie z.B. Energiegeladenheit, aufgekratzte Fröhlichkeit, Gereiztheit, Aggressivität und schnelles und vieles Sprechen.

Wie lange dauert der Übergang zwischen manischen und depressiven Phasen?

Das ist personenabhängig. Bei manchen Patienten geschieht dieser Übergang schleichend, während es bei anderen über Nacht passiert.

Wie lange dauert eine manische Phase?

In der Regel beträgt die Dauer dieser Phase einige Wochen oder Monate.

Wie lange dauert eine depressive Phase?

Die depressiven Phasen dauern, falls sie nicht behandelt werden, länger als die manischen Phasen. Entspricht diese Dauer jedoch einem Zeitraum von mehr als zwei Jahren, spricht man von einer chronischen Depression.

Was sind die Behandlungsmöglichkeiten der Depression?

Es gibt eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. Die zwei häufigsten Behandlungsmöglichkeiten sind die medikamentöse und therapeutische Behandlung. Andere Behandlungen sind Lichttherapie, therapeutischer Schlafentzug, Rehabilitationssport und Elektrokrampftherapie. 

Machen Antidepressiva süchtig?

Nein, Antidepressiva machen nicht süchtig.

Schützten manche Lebensmittel gegen Depression?

Nein, diesbezüglich liegen keine wissenschaftlichen Beweise vor.

Wann kommt es zu den meisten Rückfällen?

Dies ist abhängig von der individuellen Situation des Patienten. Es wurde aber festgestellt, dass 70% aller Rückfälle innerhalb der ersten sechs Monate nach der Behandlung geschehen.

Wie kann man einen Rückfall vorbeugen?

Einem Rückfall kann mit Medikamenten und Psychotherapie entgegengewirkt werden. Bewegung kann ebenso dazu beitragen, dass die betroffene Person nicht rückfällig wird.  

Warum fühlt man sich morgens schlimmer?

Beschwerden, die durch die Depression verursacht werden, können an bestimmten Tageszeiten besonders belastend sein. Dazu zählt auch das sogenannte „Morgentief“.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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