Lungenembolie
Lungenflügel

Lungenembolie – Symptome und Behandlung

Bei einer Lungenembolie handelt sich um einen Verschluss einer Lungenarterie, der in den meisten Fällen (ungefähr 95%) durch ein Blutgerinnsel entsteht. Dieses Blutgerinnsel entsteht häufig in den Bein- oder Beckenvenen. Dabei löst sich das Blutgerinnsel aus der Vene und gelangt durch den Blutstrom in die rechte Herzkammer und von dort aus in die Lungenarterie und verstopft ein Lungengefäß. In diesem Fall wird von einem Lungeninfarkt gesprochen. Dies kann schwerwiegende bis lebensbedrohliche Konsequenzen haben, da die Sauerstoffversorgung eingeschränkt wird und zudem der rechte Anteil des Herzens belastet wird, da das Herz gegen einen erhöhten Druck pumpen muss. Auch Schlaganfälle können durch Embolien versucht werden.


Es ist wichtig, dass bei einer Lungenembolie schnell gehandelt und behandelt wird, denn nach einer gewissen Zeit kann das Herz dem erhöhten Druck nicht mehr standhalten und kann schließlich versagen. Ist der Thrombus kleiner oder nur ein kleines Gefäß wurde blockiert, ist eine bessere Lebensprognose gegeben. Allerdings kommt es hierbei oft zu keinen Beschwerden und der Thrombus bleibt oft unerkannt.


Die Lungenembolie zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkankungen, die nach einem Herzinfarkt und Schlaganfall am häufigsten zum Tod führen. In Deutschland erkrankt eine von 1000 Personen im Laufe Ihres Lebens an einer Lungenembolie. Dabei sind ältere Menschen häufiger betroffen als jüngere.


Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 5/6/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Ursachen
  • Symptome
  • Ärztliche Diagnose
  • Therapie
  • Spätfolgen
  • Nach der Therapie
  • Vorbeugung
  • Das Wichtigste in Kürze
  • Dokumente
  • FAQ
  • Quellenverzeichnis
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Ursachen

Lungenembolie Ursachen – Thrombose in Beinvene, Beckenvene und Herzvorhof

Bein mit einer Thrombose

Am häufigsten Entstehen Lungenembolien durch den Abgang eines Blutklümpchens aus einer Beinvene, die von einer Thrombose betroffen ist. Der Thrombus (Blutpfropf) kann aber auch von einer anderen Stelle im Körper, wie z.B. dem rechten Herzvorhof, in dem er sich aufgrund eines Vorhofflimmerns (Herzrhythmusstörung) gebildet hat, stammen. Bei bestimmten Auslösern, beispielweise bei Anstrengungen oder beim Aufstehen aus dem Bett, kommt es zum Abgang eines Blutgerinnsels in Richtung Herz bzw. dem Lungenkreislauf.

Öfter ist die rechte Lungenarterie betroffen als die Linke. Die Embolie liegt dann im rechten unteren Lungenlappen.

Mögliche Faktoren einer Lungenembolie:


  • Herzerkrankungen
  • Übergewicht
  • Einnahme der Pille
  • Rauchen
  • Drogenkonsum
  • Schwangerschaft


Symptome

Anzeichen einer Lungenembolie erkennen und handeln

Lunge mit erkennbaren Blutgerinnsel


Die Symptome einer Lungenembolie können bei jedem Patienten andere sein, je nachdem wie schwer die Lungenembolie ist. Eine Lungenembolie kann zu Schmerzen im Brustkorb beim Atmen führen, plötzliche Atemnot, Kreislaufstörungen, unregelmäßiger Herzrhythmus und ein Abfall des Blutdrucks. Dadurch, dass die rechte Herzkammer einen erhöhten Druck aufwenden muss, um das Blut in den Lungenkreislauf zu befördert, pumpt es ineffizient und die Lunge erhält nicht mehr ausreichend Blut. Es kommt zu einem Sauerstoffmangel des Organismus, der unter anderem dazu führt, dass die Herzmuskulatur weiter schlechter mit Sauerstoff versorgt wird und die Herzleistung abnimmt.

Bei einer plötzlich einsetzenden Lungenembolie und in sehr schweren Fällen kann es auch zu einem Schockzustand des Betroffenen kommen und er ist nicht mehr ansprechbar. Auch Schweißausbrüche, eine gesteigerte Atemfrequenz und ein erhöhter Herzschlag, Herzrasen, Ohnmacht mit keinem fühlbaren Puls und bläuliche Verfärbung der Haut stellen weitere Symptome einer Lungenembolie dar. In solchen Fällen sollte sofort ein Notarzt angerufen werden und gegebenenfalls Wiederbelebungsmaßnahmen des Betroffenen erfolgen.


Ärztliche Diagnose

Lungenembolie erkennen und ärztliche Diagnose

Arzt mit Stethoskop, der eine Lungenembolie diagnostiziert

Besteht der Verdacht einer Lungenembolie sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, der den Verdacht dann mittels einer Diagnose bestätigen kann. Bei der Diagnose muss immer unterschieden werden, ob es sich um eine Hochrisiko-Lungenembolie oder um eine Nicht-Hochrisiko-Lungenembolie handelt. Bei einer Hochrisiko-Lungenembolie muss der Arzt bereits vor der feststehenden Diagnose eine entsprechende Therapie einleiten, andernfalls kann die Lungenembolie innerhalb ein-bis zwei Stunden durch einen Herzkreislauf Stillstand zum Tod führen. Der Betroffene hat in diesem Fall keinen fühlbaren Puls, ist ohnmächtig und nicht stabil. Erst nachdem der Betroffene stabil ist, können verschiedene diagnostische Methoden angewendet werden.

Bei einer Nicht-Hochrisiko-Lungenembolie ist der Betroffene ansprechbar, stabil und zeigt entsprechende Symptome. Bevor eine Therapie eingeleitet wird, werden zunächst Untersuchung zur Risikoeinschätzung gemacht, damit anschließend eine exakte Therapie veranlasst werden kann. Mögliche Untersuchungen sind ein EKG, Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und eine Erhebung der Vitaldaten, wie Puls und Herzschlag. Auch eine Blutuntersuchung wird durchgeführt, um die Lungenembolie von weiteren Erkrankungen abzugrenzen. Zudem können auch die sogenannten D-Dimere-Werte untersucht werden. Diese entstehen im Organismus beim Abbau von geronnenem Blut. Dabei können höhere Werte auf eine Beinvenenthrombose oder eine Lungenembolie hindeuten. Sie können aber auch andere Ursachen haben. 


Therapie

Lungenembolie – Therapie und Behandlung

türkises Krankehaus zur Behandlung einer Lungenembolie

Vor der eigentlichen Therapie wird der Betroffene bei einer Hochrisiko-Lungenembolie mit Sauerstoff über eine Maske versorgt, bei schweren Fällen über ein Beatmungsgerät. Auch Schmerzmittel und Beruhigungsmedikamente können verabreicht werden.

Wenn der Betroffene in einem stabilen Zustand ist, kann mit der Therapie begonnen werden. Este Behandlungsschritte bestehen darin, dass blutverdünnte Medikamente, beispielsweise Heparin, verabreicht werden, um den Blutfluss wieder herzustellen. Diese Behandlung erfolgt ungefähr über fünf Tage. Danach wird versucht den Thrombus aufzulösen. Dazu werden Thrombolytika verabreicht. Darunter wird ein Mittel verstanden, welches intravenös verabreicht wird, um zu verhindern das Thromben weitere Gefäße verstopfen. Durch die Thrombolytika soll die Blutgerinnung gehemmt werden. Diese Therapie wird Lyse-Therapie genannt. Lässt sich der Thrombus nicht durch die genannten Medikamente lösen, muss ein chirurgischer oder minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden, um das Blutgerinnsel zu zerstören und den Blutfluss zu normalisieren. Danach werden gerinnungshemmende Medikamente verabreicht, die über mindestens drei Monate eingenommen werden müssen, um einer Blutgerinnung in den Gefäßen vorzubeugen. In vereinzelnden Fällen wird auch ein Rechtsherzkatheter eingeführt, um das Gerinnsel auf diese Weise zu beseitigen.


Spätfolgen

Mögliche Spätfolgen einer Lungenembolie

In seltenen Fällen kann es zu einer CTEPH (chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie) kommen. Hierbei kann das Blutgerinnsel nicht durch die Medikamente vollständig aufgelöst werden und die Lungengefäße werden durch Bindegewebe verschlossen. Dadurch herrscht im Lungengewebe ein anhaltender hoher Druck und das Herz wird weiter belastet. Eine Folge davon ist eine andauernde Luftnot und selbst einfach Aufgaben in Alltag können nicht mehr ausgeführt werden. Da die Operation sehr kompliziert ist, wird diese nur im Ausnahmefall ausgeführt. 


Nach der Therapie

Was folgt nach der Therapie einer Lungenembolie?

Patient, der mit Tabletten behandelt wird wegen einer Lungenembolie

Die Therapie im Krankenhaus zielt darauf ab, die lebensbedrohlichen Zustände der Lungenembolie zu beseitigen. Die Patienten haben danach die Möglichkeiten eine Reha anzutreten, die darauf abzielt eine erneute Erkrankung zu verhindern. Geschultes Personal schaut darauf, dass eventuelle Folgen der Embolie kontrollierbar werden, beispielsweise ein erhöhter Blutdruck. Geeignete Übungen, um wieder mobil zu werden, um mögliche erneute Gerinnsel zu verhindern und die Verbesserung der Lungenfunktion stehen in einer Reha auf dem Tagesplan. Übungen, wie Krankengymnastik, Atemphysiotherapie, Inhalationstherapie oder Ergotherapie werden angewendet.

Des Weiteren müssen Patienten nach einer Lungenembolie oft über Jahre Kompressionsstrümpfe tragen, die vor einer erneuten Thrombose in den Beinen vorbeugen sollen. Dies wird durch einen definierten Druckverlauf entlang des Beins durch den Strumpf gewährleistet.


Auch die Einnahme von Medikamenten ist nach dem Krankenhausaufenthalt wichtig. Durch den Abbau des Blutgerinnsels und der Regeneration der Venen werden Stoffe freigesetzt, die die Gerinnbarkeit des Blutes heraufsetzen. In dieser Zeit ist die Gefahr einer erneuten Thrombose besonders hoch und gerinnungshemmende Medikamente müssen eingenommen werden. Diese Behandlung dauert ungefähr sechs Monate, kann aber je nach Fall variieren. Die Medikamente beugen eine erneute Thrombose vor, allerdings erhöhen sie die Blutbereitschaft. Aus diesem Grund muss immer im Einzelfall geschaut werden, wie sinnvoll eine weitere Einnahme der Medikamente ist.

Die Vorstellung in einer Gerinnungsambulanz ist nach einer Lungenembolie wichtig. Dort werden Erkrankungen der Blutgerinnung abgeklärt.


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Vorbeugung

Kann man einer Lungenembolie vorbeugen?

Frau und Mann die Sport machen, um eine Lungenembolie vorzubeugen

Natürlich gibt es auch Maßnahmen, die dazu beitragen eine Lungenembolie vorzubeugen. Dazu zählt, dass man nach einer Operation, während einer Gipsbehandlung oder bei Erkrankungen mit Bettlägerigkeit gerinnungshemmenden Substanzen verabreicht bekommt. Zudem sollte versucht werden, Übergewicht abzubauen und eine regelmäßige Bewegung in den Alltag mit einzubauen. Erkrankungen des Herzens und der Gerinnungssysteme sollten frühzeitig erkannt werden und entsprechend behandelt werden. Bei längerem Sitzen, wie beispielsweise bei einer Flugreise, sollte ausreichend getrunken werden und die Beine bewegt werden, indem aufgestanden wird oder Übungen am Sitzplatz absolviert werden.


Das Wichtigste in Kürze

Lungenembolie - Das Wichtigste in Kürze

Liste für das Wichtigste auf einen Blick für Lungenembolie
  • Mögliche Symptome bei einer Lungenembolie können Schmerzen im Brustkorb, plötzliche Atemnot und Kreislaufstörungen sein.
  • Bei der Diagnose muss immer zwischen einer Nicht-Hochrisiko-Lungenembolie und einer Hochrisiko-Lungenembolie unterschieden werden. Je nachdem, welche Form vorliegt, muss gehandelt werden.
  • In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung in drei Schritten: zuerst werden Blutverdünnende Medikamente verabreicht, im zweiten Schritt werden Thrombolytika verabreicht und im letzten Schritt werden gerinnungshemmende Medikamente verabreicht.
  • Nach dem Krankenhausaufenthalt geht die Behandlung weiter. Patienten müssen weitere gerinnungshemmende Medikamente einnehmen und meist über Jahre Kompressionsstrümpfe tragen.
  • Durch eine regelmäßige Bewegung und gerinnungshemmenden Substanzen nach einer Operation, kann einer Lungenembolie vorgebeugt werden.

Dokumente

Dokumente zum Download - Lungenembolie - Das wichtigste auf einen Blick

Das wichtigste auf einen Blick - Lungenembolie.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Lungenembolie

Was versteht man unter einer Lungenembolie?

Bei einer Lungenembolie handelt sich um einen Verschluss einer Lungenarterie, der in den meisten Fällen durch ein Blutgerinnsel, welches in den Bein- oder Beckenvenen entstanden ist, entsteht. Dabei löst sich das Blutgerinnsel aus der Beinvene und gelangt durch den Blutstrom in die rechte Herzkammer. Von dort aus gelangt es in die Lungenarterie und verstopft ein Lungengefäß.


Kann ich eine Lungenembolie vorbeugen?

Durch regelmäßige Bewegung, den Abbau von Übergewicht, das Früherkennen von Erkrankungen des Herzens und des Gerinnungssystems und die Einnahme von gerinnungshemmenden Substanzen nach einer Operation kann einer Lungenembolie vorgebeugt werden.

Ist eine Lungenembolie behandelbar?

In den meisten Fällen ist eine Lungenembolie durch blutverdünnende Medikamente behandelbar. Wird allerdings erst spät ein Arzt aufgesucht und der Patient bekommt Herz-Kreislauf-Versagen endet die Lungenembolie in 50% der Fällen tödlich.

Was sind Symptome einer Lungenembolie?

Zu den Symptomen einer Lungenembolie zählen Schmerzen im Brustkorb beim Atmen, unregelmäßiger Herzrhythmus und Atemnot. In schweren Fällen kann es auch zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen.

Wie lässt sich eine Lungenembolie feststellen?

Ist der Patient stabil werden zunächst Untersuchungen zur Risikoeinschätzung gemacht. Dazu werden die Vitalwerte überprüft, EKG und Röntgenaufnahmen des Brustkorbs. Bei einer schweren Lungenembolie muss vor der Untersuchung bereits die Therapie eingeleitet werden.

Was kann der Auslöser einer Lungenembolie sein?

Mögliche Auslöser einer Lungenembolie können Herzerkrankungen, Rauchen, die Einnahme der Pille und eine Schwangerschaft sein.

Quellenverzeichnis

Quellen


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.