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Migräne
Kopf mit gelben Blitzen stellen Symptome von Migräne da

Migräne - Symptome und Behandlungsformen

Eine Migräne ist in der Regel deutlich schmerzhafter als herkömmliche Kopfschmerzen und zeichnet sich neben heftigen Schmerzen durch Begleiterscheinungen wie Schwindel, Übelkeit und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm aus. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Kopfschmerzen, die an unterschiedlichen Stellen des Kopfes Schmerzen verursachen können, tritt Migräne meist nur auf einer Seite des Kopfes und oft im Bereich um Augen und Schläfe auf. Bewegungen, helles Licht und lauter Lärm verschlimmern oftmals die Symptome. In einigen Fällen kündigt sich Migräne durch eine Aura (in Form von z.B. Sehstörungen) an.


Etwa 13% der Frauen leiden an Migräneattacken, bei Männern sind rund 7% betroffen (Quelle). Zwar können viele Migräneattacken mit Medikamenten wie Schmerztabletten behandelt werden, jedoch benötigen Migränepatienten – um dauerhaft effektiv behandelt zu werden – eine individuelle Therapie und eine klare Diagnose. Für einige Formen der Migräne ist heute nachgewiesen, dass diese vererbbar sind und aufgrund genetischer Veranlagungen entstehen können – die genauen Ursachen sind bis heute jedoch nicht geklärt.

Achtung: Dieser Artikel dient lediglich der Information, er ersetzt keinen Arztbesuch und ist nicht zur Diagnose geeignet.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 7/22/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Symptome und Varianten

Migräne - Symptome und Migränephasen

Auch wenn eine Migräne auf viele unterschiedliche Weisen verlaufen kann, ist eine grundsätzliche Einordnung in vier Phasen möglich:

Blauer Mann mit Kopfschmerzen
  1. Prodromalphase: In der Prodromalphase kann sich eine Migräne durch Symptome wie Müdigkeit, Gereiztheit, Heißhunger oder Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm ankündigen. Diese Symptome können bereits zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen vor dem eigentlichen Migränekopfschmerz einsetzen.
  2. Auraphase: Während der Auraphase können Wahrnehmungsstörungen wie Sehstörungen, Empfindungsstörungen und Sprachstörungen auftreten. Auch Gleichgewichtsstörungen sind möglich. Die Symptome steigern sich in der Regel schleichend und klingen ebenso langsam wieder ab.
  3. Schmerzphase: Die Schmerzphase beschreibt das, was im Volksmund als Migräne verstanden wird – die Zeit des eigentlichen Kopfschmerzes. Besonders in dieser Phase sind Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Schwindel häufig. Vielen Betroffenen hilft in dieser Phase nur Dunkelheit und Ruhe in Kombination mit Schmerzmedikamenten.
  4. Erholungsphase: Die Symptome der Prodromalphase können auch nach der Schmerzphase noch auftreten. In seltenen Fällen können diese bis zu mehreren Tagen nachwirken und klingen nur langsam ab.

Auch wenn die beschriebenen Phasen typisch für eine Migräne sind, gibt es verschiedene Verlaufsformen und Varianten. So wird z.B. grundsätzlich zwischen Migräne mit und ohne Aura unterschieden.

Pflege und Behandlung

Migräne Behandlung und Therapie

Arzt mit Ausrufezeichen

Um den Migräneschmerz zu lindern, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten – sowohl im Akutfall, als auch vorbeugend. Der erste Schritt bei der Festlegung einer Behandlung ist immer eine ausführliche ärztliche Beratung. Infolge dieser wird eine Diagnose ermittelt und mögliche Ursachen festgestellt. Dazu zählt insbesondere das Definieren der Migräneauslöser, was durch den Patienten oder die Patientin mithilfe von Beobachtung, Dokumentation und Verlaufskontrollen geschieht. In der Regel können Migräneattacken vorbeugend und akut mit Medikamenten behandelt werden, jedoch sollte nach jeder Behandlung eine Erfolgskontrolle stattfinden, in der Verlauf und Wirksamkeit der Behandlung analysiert werden. Auch das Anlegen eines Migränetagebuchs ist ratsam, da nur so Dauer und Intensität der Migräne effektiv nachverfolgt werden können.


Vertrauen Sie zudem auf die vom Arzt festgelegten Therapieziele und Dosierungsvorschläge. Oft scheitern Therapien bereits frühzeitig, da die empfohlene Dosis und die Einnahmezeiten nicht eingehalten werden. Vergessen Sie nicht, dass eine Überdosierung von Schmerzmitteln negative Konsequenzen mit sich bringen kann – bis hin zur Abhängigkeit. Auch Dauerkopfschmerzen können eine Folge sein. Um wirkliche Erfolge bei der Behandlung zu erreichen, besprechen Sie alle geplanten Behandlungs- und Therapieschritte mit Ihrem Arzt und nehmen Sie dessen ärztlichen Rat ernst.

Scheuen Sie zudem nicht davor zurück eine multimodale Therapie durchzuführen. Multimodal bedeutet in diesem Zusammenhang das Zusammenarbeiten verschiedener Fachkräfte, wie z.B. Psychotherapeuten, Psychiatern und Physiotherapeuten.

Besonderheiten

Besonderheiten der Migräne - Wer ist betroffen?

Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Ersterkrankung mit Migräne steil ab und ist sehr unwahrscheinlich. Aus diesem Grund gibt es nur sehr wenige evidenzbasierte Daten für Migränepatienten im Alter von über 65 Jahren. Grundsätzlich kann Migräne somit also als Krankheit definiert werden, die am häufigsten im Erwachsenenalter, jedoch nicht im hohen Alter auftritt. Es ist davon auszugehen, dass etwa 10-15% der Bevölkerung unter Migräne leiden – insbesondere Frauen (Quelle).

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Dokumente

Migräne - Das Wichtigste auf einem Blick

Das Wichtigste auf einem Blick: Migraene.pdf

FAQ

Entstehung und Ursachen der Migräne - FAQ

Wann spricht man von einer Migräne?

Eine Migräne ist in der Regel deutlich schmerzhafter als herkömmliche Kopfschmerzen und zeichnet sich neben heftigen Schmerzen durch Begleiterscheinungen wie Schwindel, Übelkeit und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm aus. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Kopfschmerzen, die an unterschiedlichen Stellen des Kopfes Schmerzen verursachen können, tritt Migräne meist nur auf einer Seite des Kopfes und oft im Bereich um Augen und Schläfe auf.

Wie entsteht eine Migräne?

Für einige Formen der Migräne ist heute nachgewiesen, dass diese vererbbar sind und aufgrund genetischer Veranlagungen entstehen können – die genauen Ursachen sind bis heute jedoch nicht geklärt.

Wie viele Menschen leiden an Migräne?

Etwa 13% der Frauen leiden an Migräneattacken, bei Männern sind rund 7% betroffen. Es ist davon auszugehen, dass etwa 10- – 15% der Bevölkerung unter Migräne leiden.

Ist Migräne behandelbar?

Ja, der erste Schritt bei der Festlegung einer Behandlung ist immer eine ausführliche ärztliche Beratung. In der Regel können Migräneattacken vorbeugend und akut mit Medikamenten behandelt werden, jedoch sollte nach jeder Behandlung eine Erfolgskontrolle stattfinden, in der Verlauf und Wirksamkeit der Behandlung analysiert werden.

Welche Migräne-Phasen gibt es?

Prodromalphase: In dieser Phase kündigt sich Migräne durch Müdigkeit, Gereiztheit, Heißhunger oder Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm oder durch andere Symptome an. Diese Anzeichen können zwischen wenigen Stunden und einigen Tagen vor der eigentlichen Migräne einsetzen.

Auraphase: Diese Phase macht sich durch eventuelle Wahrnehmungsstörungen (wie Sehstörungen, Empfindungsstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Sprachstörungen) auftreten. Diese Störungen steigern sich in der Regel schleichend und klingen ebenso schleichend wieder ab.

Schmerzphase: Die Schmerzphase äußert sich durch das, was im Volksmund als "Migräne" verstanden wird: die Zeit des eigentlichen Kopfschmerzes. Hier kommt es besonders oft zu Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Schwindel. Vielen Betroffenen hilft in dieser Phase eine Mischung aus Dunkelheit und Ruhe in Kombination mit speziellen Schmerzmedikamenten.

Erholungsphase: Die Symptome der Prodromaphase können auch nach der Schmerzphase noch auftreten. In seltenen Fällen können diese bis zu mehreren Tagen nachwirken und klingen nur langsam ab.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.