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Barrierefreies Bad
Ein Klempner steht vor einer Dusche

Barrierefreies und barrierearmes Bad: der Badumbau

Ein barrierefreies Bad ist das Fundament einer funktionalen, altersgerechten Wohnung. Doch nicht nur im Pflegefall ist ein barrierefreies Bad sinnvoll, denn wer mit steigendem Alter größeren Wert auf Luxus und Komfort legt, der hat gleich zwei Gründe, sein Bad umzubauen.


Ein Badumbau bedeutet nämlich nicht nur, Dusche, Badewanne, Waschbecken und Toilette auszutauschen, sondern ermöglicht auch die Umgestaltung des gesamten Raumes mit Fokus auf Design, Qualität und Wohlbefinden. Der Zeitpunkt für einen Umbau ist gerade für Menschen über 50 ideal, denn viele der sogenannten „Best Ager“ sind beruflich und privat angekommen und finanziell abgesichert. So sind den Ansprüchen an Ästhetik und Ambiente keine Grenzen gesetzt, denn im Mittelpunkt eines Badumbaus steht neben der Funktionalität eben auch die Komfortoptimierung.


Wer sein Bad bis ins hohe Alter selbstbestimmt und bequem nutzen möchte – zum Beispiel durch eine bodengleiche Duschlösung – der sollte das Projekt „Barrierefreies Bad“ nicht zu lange aufschieben. Ob modernes Dusch-WC, schwellenlose Bewegungsflächen, Halterungen, Ablagen, Anti-Rutsch-Matten oder Waschtische – die Kombination aus Sicherheit, Komfort und Design wird jeder Lebenssituation gerecht. Und das beste dabei: Viele Produkte sind förderfähig und werden somit durch Bund, Länder und Gemeinden bezuschusst!

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 10.05.2022 von: Bettina Morich (Redakteurin)

Inhaltsverzeichnis
  • Zielgruppen und Varianten
  • Anschaffung und Kosten
  • Besonderheiten und Zubehör
  • Produktauswahl
  • Dokumente
  • FAQ

Zielgruppen und Varianten

Für wen ist ein barrierefreies Bad geeignet?

Ein Rollstuhl

Grundsätzlich sollten sich alle Menschen möglichst frühzeitig über einen barrierefreien Umbau der eigenen Wohnung informieren. Insbesondere das Badezimmer darf bei dieser Planung nicht vergessen werden, denn das Thema Hygiene gewinnt mit steigendem Alter immer weiter an Wichtigkeit. Auch die eigene Sicherheit steht im Mittelpunkt, denn nur durch das Verringern von Risikofaktoren kann diese gewährleistet werden. Zielgruppe für einen barrierefreien Badumbau sind somit prinzipiell alle Menschen, relevant wird das Thema aber meist erst ab einem Alter von 50 Jahren.


Es stehen viele unterschiedliche Varianten zur Verfügung, wie ein Bad barrierefrei und gleichzeitig mit Fokus auf Wohlbefinden umgebaut werden kann. Im Gegensatz zu kleinen Veränderungen, wie dem Anbringen von Halterungen in der Dusche oder dem Auflegen einer Toilettensitzerhöhung, geht es bei einem Badumbau um das komplette Neugestalten eines Raumes, auf die eigenen Bedürfnisse angepasst. Eine häufige Variante ist der schwellenlose Umbau, also das Entfernen von Stufen, Erhöhungen, Absätzen und anderen Stolperfallen, inklusive einer bodengleichen Duschlösung. Dies ermöglicht etwa die Nutzung eines Duschrollstuhls. Auch ein Dusch-WC ist eine praktische Lösung, denn es garantiert eine gründliche Reinigung und Gepflegtheit. Generell gibt es beim Badumbau keine Grenzen – ob eine minimale Lösung angestrebt wird oder das komplette Bad umgestaltet werden soll, bleibt Ihnen überlassen.


Anbieter finden – alles aus einer Hand oder doch lieber regionale Anbieter?

Warum nicht beides? Es gibt viele Anbieter auf dem Markt, da kann es schwierig sein, den passenden zu finden. In den meisten Fällen sind sogenannte „Full-Service Anbieter“, die ein „rundum-sorglos-Paket“ anbieten, zu empfehlen. Diese arbeiten mit lokalen Handwerksbetrieben zusammen und übernehmen die komplette Organisation. Der Anbieter wird Sie umfassend beraten und übernimmt alle anfallenden Schritte. Das heißt, er übernimmt die Planung, kümmert sich um die Finanzierung seitens der Pflegekasse und holt die Erlaubnis des Vermieters ein. So ersparen Sie sich viel Administration und bekommen ein optimales Ergebnis. Darüber hinaus wird ein seriöser Anbieter auch Wert darauf legen, dass Qualitätsprodukte zum Einsatz kommen. Dadurch ist die Langlebigkeit garantiert.


Anschaffung und Kosten

Barrierefreies Bad - Kosten und Fördermöglichkeiten

Das Wichtigste zuerst: Ein barrierefreies Bad ist förderfähig! Tatsächlich gibt es für einen barrierefreien Badumbau zahlreiche Fördermöglichkeiten. Bund, Länder und Gemeinden bezuschussen einen Umbau in der Regel, ebenso wie die Pflegekasse. Auch spezielle Förderprogramme und Darlehen von Banken sind eine Option. Es ist zudem möglich, mehrere Förderprogramme zu kombinieren. Dies ermöglicht eine erhebliche finanzielle Entlastung!

Ein Hammer und ein Schraubendreher gekreuzt

So kann beispielsweise bei einem vorhandenen Pflegegrad ein Zuschuss von bis zu 4.000€ bei der Pflegekasse und weitere 6.250€ Zuschuss je Wohnung bei der KFW beantragt werden. Auf diese Weise lassen sich auch große Projekte leicht realisieren!

Auch bei Personen mit geringem oder gar keinem Einkommen ist ein Badumbau möglich. Sozialamt, Agentur für Arbeit, Integrationsamt oder Rentenversicherung – je nach privater und finanzieller Situation können Zuschüsse und Darlehen bei den genannten Ämtern und Versicherungen beantragt werden. Bei einer Schwerbehinderung (Kennzeichen G) besteht sogar die Option einer Förderung direkt durch das Landratsamt. Auch Stiftungen sind eine gute Möglichkeit, um den Badumbau zu finanzieren. Normalerweise sind diese aber für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten vorbehalten:


Machen Sie Ihre Ansprüche geltend und versäumen Sie nicht die parallele Förderung durch mehrere Programme. Denn auch beim barrierefreien Badumbau gilt wie so oft: Wer sich im Vornherein gut informiert, spart am Ende bare Münze.

Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen rund um das Thema barrierefreies Bad zur Seite und helfen Ihnen über unsere kostenlose Service-Hotline 0800 122 273 0 einen passenden Anbieter in Ihrer Nähe zu finden.

Besonderheiten und Zubehör

Ausstattungsmerkmale barrierefreies Bad

Koffer mit einem Kreuz drauf

Die Neugestaltung eines Bades kann auf viele Weisen geschehen. Eine ausgeglichene Balance zwischen Komfort, Wohlbefinden und Funktionalität ist dabei essenziell. Auch wenn die Möglichkeiten nahezu grenzenlos sind, gibt es typische Ausstattungsmerkmale eines barrierefreien Bades. Zu diesen zählen:


  • Schwellenloser Umbau (Schiebetüren, Entfernen von Stufen)
  • Dusch-WC für zusätzliche Hygiene und Komfort
  • Dusche mit Klappsitz oder Hocker
  • Badewanne mit Sitzwanne
  • Rutschhemmende Böden
  • Halterungen, Stützen und Griffe
  • Helle Beleuchtung
  • Leicht erreichbare Schränke/Regale

Ein Badumbau ist ein großes Projekt und erfordert professionelle Handwerksarbeit. Zum Glück haben sich viele Handwerksunternehmen auf den barrierefreien Umbau von Badezimmern spezialisiert und können jahrzehntelange Erfahrung vorweisen. Achten Sie also darauf, dass Sie den Auftrag an Profis vergeben. Bei der Suche nach einem professionellen Unternehmen helfen wir Ihnen gerne. Finden Sie mit unserer Dienstleistersuche zertifizierte Handwerksunternehmen, spezialisiert auf barrierefreies Wohnen und Bauen.

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Barrierefreies Bad

Damit ein Bad als „barrierefrei“ bezeichnet werden kann, müssen genaue Vorgaben erfüllt sein. Ein barrierefreies Bad ist Din genormt (DIN 18040-2).  Im privaten Bereich bedeutet barrierefrei, dass das Bad rollstuhlgerecht ist. Es sollte keine Schwellen mehr geben und genug Platz vorhanden sein, sodass sich eine Person im Rollstuhl bewegen kann. Ein Beispiel für Barrierefreiheit wäre eine ebenerdige Dusche. Weiterhin kann geprüft werden, ob durch eine andere Anordnung der Sanitärgegenstände mehr Platz zu gewinnen ist. Hier muss oft das komplette Badezimmer umgebaut werden. Das bedeutet, dass das Bad vorübergehend nicht genutzt werden kann. Zudem kann ein Umbau teuer werden. Ein barrierefreies Bad kann einen hohen Aufwand bedeuten - prüfen Sie, ob auch ein barrierearmes Bad ausreicht.


Barrierearmes Bad

Möchten Sie eine weniger aufwendige und trotzdem effiziente Lösung, ist das barrierearme Bad vielleicht etwas für Sie. Damit sparen Sie Zeit und Geld und die vorgenommenen Umbauten sind für viele Menschen bereits ausreichend. In diesem Fall werden in der Regel nicht alle Schwellen beseitigt, sondern so verringert, dass sie kaum noch als Hindernis wahrgenommen werden. Oftmals erleichtert diese Verringerung die Pflege extrem. Beispielsweise kann eine Tür in die Badewanne eingebaut werden: Es gibt dann zwar immer noch eine geringe Stufe, aber diese ist einfacher zu überwinden als der Badewannenrand. Der Vorteil des barrierearmen Bades ist, dass es über eine Teilsanierung erreicht werden kann. Das heißt, dass die Umbaumaßnahmen schneller sind als bei einem barrierefreien Badezimmer. Denn hier werden nur die betreffenden Bereiche abgeändert. Eine Teilsanierung kann meist in wenigen Tagen abgeschlossen werden. Noch dazu ist sie wesentlich günstiger und wird demnach häufig von der Pflegeversicherung gedeckt. Der Rest des Bades kann auch während der Umbauphase weiterhin genutzt werden.


Produktauswahl

Produktwahl

Für viele Menschen liegt es nahe, auf die Kosten zu achten. Gerade bei sensiblen Bereichen wie dem Badezimmer ist es jedoch oft nicht von Vorteil, die günstigste Alternative zu wählen. Achten Sie bei der Planung darauf, dass die Produkte zu Ihnen passen und sparen Sie nicht an der Qualität. Im schlimmsten Fall müssen Sie sonst nach wenigen Jahren wieder sanieren. Ihr Dienstleister sollte Sie in jedem Fall zu den Vor- und Nachteilen bestimmter Produkte beraten. Oft haben die Anbieter Zugang zu höherwertigen Produkten, die Sie als Privatperson gar nicht oder nur schwer erwerben können. Hier lohnt sich ein zweiter Blick. Nutzen Sie Ihre Zuschüsse und investieren Sie in etwas Hochwertiges, an dem Sie lange Freude haben werden. Sollten Sie nicht über die finanziellen Mittel verfügen, sprechen Sie mit Ihrem Anbieter. Dieser wird sie bestmöglich zu Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. KfW) beraten.


Dokumente

Dokumente zum barrierefreien Badumbau

Das Wichtigste auf einem Blick: Barrierefreies Bad.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema barrierefreies Bad und Badumbau

Wann sollte ich mein Bad barrierefrei umbauen?

Wer sein Bad bis ins hohe Alter selbstbestimmt und bequem nutzen möchte, sollte das Projekt „Barrierefreies Bad“ nicht zu lange aufschieben. Der Zeitpunkt für einen Umbau ist gerade für Menschen über 50 ideal, denn viele der sogenannten „Best Ager“ sind beruflich und privat angekommen und finanziell abgesichert. Wer sich frühzeitig informiert und den Umbau genau plant, der profitiert auf lange Sicht nicht nur finanziell.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Der barrierefreie Badumbau ist auf viele Weisen förderfähig. Die Förderprogramme können auch kombiniert werden. Für Personen mit Pflegegrad besteht die Möglichkeit, bis zu 4.000€ von der Pflegekasse zu erhalten. KFW-Zuschüsse von bis zu 6.250€ pro Wohnung gibt es auch ohne Pflegerad. Auch Stiftungen, Ämter und Versicherungen helfen bei der Finanzierung eines Badumbaus (je nach Lebenslage und finanzieller Situation). Es lohnt sich, frühzeitig Anfragen an verschiedene Institutionen zu schicken, um eine möglichst hohe Förderung zu erhalten.

Was wird bei dem barrierefreien Badumbau verändert?

Zu den häufigsten Maßnahmen eines barrierefreien Badumbaus gehören: •Schwellenloser Umbau (Schiebetüren, Entfernen von Stufen)•Dusch-WC für zusätzliche Hygiene und Komfort•Dusche mit Klappsitz oder Hocker•Badewanne mit Sitzwanne•Rutschhemmende Böden•Halterungen, Stützen und Griffe•Helle Beleuchtung•Leicht erreichbare Schränke/Regale

Wo finde ich professionelle Handwerksunternehmen für meinen Badumbau?

Mit der 1ACare Dienstleistersuche finden Sie zahlreiche zertifizierte Profis im Bereich „Barrierefreies Wohnen und Bauen“. Finden Sie jetzt das passende Handwerksunternehmen in Ihrer Umgebung.


Gibt es Unternehmen, die den Umbau zum barrierefreien Bad aus einer Hand anbieten?

Ja, gibt es. Es gibt Anbieter, die Ihnen sämtliche Arbeit abnehmen. Dabei wird von der Planung über Finanzierung bis hin zur Beauftragung des Handwerkers alles vom Anbieter übernommen. Sie selbst müssen sich um nichts kümmern.

Was kostet ein Umbau zum barrierefreien oder barrierearmen Bad?

Ein Badumbau kann bezuschusst werden. Die Pflegekasse bezahlt bis zu 4.000 Euro. Weiterhin kann die KFW helfen. Ansonsten kostet ein Badumbau schnell mehrere tausend Euro. Ein Teilbadsanierung ist dabei wesentlich günstiger zu realisieren, während eine Vollbadsanierung schnell einen fünfstelligen Betrag erreichen kann.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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