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24-Stunden-Pflege
24-Stunden-Pflegekraft schiebt ältere Person auf Rollstuhl

24-Stunden-Pflege zu Hause: Einstellung, Leistungen und Kosten

Die 24-Stunden-Pflege oder 24-Stunden-Betreuung erlaubt es pflegebedürftigen Menschen, weiterhin in ihrem eigenen Zuhause zu wohnen. Sie stellt eine Alternative zum Altersheim dar. Diese Form der häuslichen Pflege sorgt für eine Rundumbetreuung. Denn die 24-Stunden-Betreuungskraft hilft der pflegebedürftigen Person beim Essen und Trinken, bei der Körperhygiene, im Haushalt und ist auch Gesprächspartner und sozialer Kontakt. Für den Pflegebedürftigen bedeutet eine 24 Stunden Betreuung, dass er sein Leben im Großen und Ganzen wie gewohnt leben kann. Für Familienangehörige von Pflegebedürftigen kann diese Form der Pflege eine spürbare Entlastung darstellen.

In den meisten Fällen kommt das Pflegepersonal aus dem europäischen Ausland. 

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 30.11.2022 von: Bettina Morich (Redakteurin)

Inhaltsverzeichnis
  • Das Wichtigste auf einen Blick
  • Definition
  • Leistungen
  • Einstellen
  • Kosten
  • FAQ
  • Quellen

Das Wichtigste auf einen Blick

Das Wichtigste auf einen Blick 

  • Bei der 24-Stunden-Pflege zieht eine Betreuungskraft zu der pflegebedürftigen Person
  • Trotz des Namens arbeiten 24-Stunden-Kräfte nicht 24 Stunden. Aber sie sind rund um die Uhr rufbereit
  • Zu den Leistungen gehören vor allem Unterstützung bei der Hauswirtschaft, Grundpflege und allgemeine Betreuung 
  • Medizinische Behandlungspflege gehört für gewöhnlich nicht zu den Leistungen 
  • Es gibt verschiedene Modelle, eine Betreuungskraft für 24 Stunden anzustellen: Entsendemodell, Arbeitgebermodell oder ein Vertrag mit einer selbstständigen Betreuungskraft 
  • In der Regel kommen die Betreuungskräfte aus dem europäischen Ausland
  • Abhängig vom Anbieter, Anstellungsmodell und Qualifikationen der Pflegekraft beginnen die Kosten bei 2.000 Euro im Monat
  • Finanziert werden kann die 24-Stunden-Pflege teilweise über das Pflegegeld und das Budget für die Verhinderungspflege (1.612 Euro im Jahr)

Definition

Definition

Nicht immer können oder wollen pflegebedürftige Menschen zur Betreuung und Pflege in ein Altersheim ziehen. Das kann verschiedene Gründe haben. Oft fühlen sich Menschen in ihrem Zuhause aber einfach wohler. Bei der 24-Stunden-Pflege zieht eine Betreuungskraft in den Haushalt des Pflegebedürftigen. So können Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. 


Je nach Anbieter unterscheidet sich, wie lange die Betreuungskräfte mit den Pflegebedürftigen zusammen wohnen - Minimum sind jedoch mehrere Wochen. 


Eigentlich wäre es passender, diese Pflegeform als 24-Stunden-Betreuung zu bezeichnen. Teilweise wird auch der Begriff „Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“ verwendet. Denn in der Regel wird sie nicht von Pflegekräften, sondern Betreuungskräften ausgeübt. Der Unterschied ist, dass letztere keine Behandlungspflege durchführen dürfen. Sie dürfen beispielsweise keine Spritzen verabreichen oder Verbände wechseln. 

Pflegekraft, die mit älterer Person vor Haus spazieren geht

Dennoch hat sich der Begriff 24 Stunden Pflege durchgesetzt. Auch die meisten Pflegedienstleister verwenden diese Bezeichnung. In diesem Artikel werden die Begriffe 24-Stunden-Pflege und 24-Stunden-Betreuung deshalb synonym verwendet. 

Übrigens: Es gibt auch die sogenannte Intensivpflege. Hierbei werden sehr schwer pflegebedürftige Personen von medizinisch ausgebildeten Pflegekräften betreut. Intensivpflege eignet sich beispielsweise, wenn jemand permanent beatmet werden muss. Auch bei komatösen Zuständen oder Störungen des Herz-Kreislauf-Systems kann sie nötig sein. Intensivpflege ist allerdings sehr viel teurer. 

In der Regel kommen 24-Stunden-Betreuungskräfte aus dem europäischen Ausland, besonders aus Osteuropa. Häufig kommen die Pflegekräfte aus Polen. Die vermittelte polnische Pflegekraft verfügt über mindestens grundlegende Deutschkenntnisse. So kann sie sich problemlos mit Ihnen oder Ihren Angehörigen unterhalten.


Arbeitet eine 24-Stunden-Pflege wirklich 24 Stunden? 

Nein, aber die Betreuungskraft ist rund um die Uhr rufbereit. Sie lebt beim Pflegebedürftigen. Somit ist sie jederzeit in der Nähe, wenn Hilfe benötigt wird. Aber eine Betreuungskraft kann keine 24-stündige Überwachung gewährleisten. Schließlich kann kein Mensch 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche arbeiten. 


Darstellung einer Uhr

Wichtig ist auch das Recht auf ungestörte Nachtruhe. Ausgenommen sind Betreuungskräfte, die für eine nächtliche Pflege angestellt wurde. Doch auch dann muss es Pausen geben. In jedem Fall muss die Pflegekraft genügend Zeit haben, um sich zu erholen. Das ist nicht nur für die Pflegekraft unerlässlich. Es stellt auch sicher, dass eine individuelle Betreuung bestmöglich erfolgt. Denn wenn die Pflegekraft zu erschöpft ist, kann sie ihre Aufgaben unter Umständen nicht mehr richtig erfüllen. Auch während der Arbeit tagsüber besteht ein Recht auf Ruhepausen.



Leistungen

Leistungen der 24-Stunden-Pflege

Eine 24-Stunden-Betreuungskraft hilft vor allem bei der Führung des Haushalts, der Grundpflege und allgemeiner Betreuung. Im Einzelnen bedeutet das:


  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten (z. B. Staubsaugen, Putzen, Einkaufen, je nach Anbieter Gartenarbeit)
  • Kochen und Hilfe bei der Nahrungsaufnahme (z. B. Berücksichtigung von Ernährungsplänen, falls nötig auch Zerkleinern und Anreichen der Nahrung)
  • Grundpflege (z. B. Körperhygiene, An- und Ausziehen, Hilfe beim Gang zur Toilette)
  • Mobilität (in der Wohnung, Aufstehen, Treppen, etc.), Begleitung zu (Arzt-)Terminen und andere Fahrdienste, falls ein Führerschein vorhanden ist
  • Betreuung und soziale Aktivitäten (z. B. Hilfe bei Gestaltung des Alltags, Spaziergänge, Vorlesen, Gespräche, Gesellschaftsspiele)

Pflegekraft bringt älterem Herrn ein Tablett

Neben der gewonnenen Freiheit und Sicherheit, die die Anwesenheit einer Betreuungsperson im Haushalt bietet, kann vor allem der letzte Punkt einen großen Unterschied für die Lebensqualität von Pflegebedürftigen machen. Die Betreuungskraft hilft gegen Einsamkeit und schenkt neue Lebenskraft. Sie kann pflegebedürftige Menschen motivieren, so dass sie im Alltag wieder aktiver sein wollen. Die 24-Stunden-Kräfte können zum Beispiel gemeinsame Spaziergänge, Ausflüge oder Einkäufe planen. Auch die Möglichkeit, in der vertrauten Umgebung des eigenen Zuhauses zu bleiben, ist für viele Pflegebedürftige ein Pluspunkt. 


Eine 24-Stunden-Betreuungskraft ist ideal, wenn die Angehörigen aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht in der Lage sind, jeden Tag für ihre pflegebedürftigen Angehörigen da zu sein.


Zudem ist eine 24-Stunden-Betreuungskraft unter Umständen preisgünstiger als die Versorgung in einem Altersheim. 

Medizinische Behandlungspflege können 24-Stunden-Betreuungskräfte in aller Regel nicht übernehmen. Dazu gehören zum Beispiel Wundversorgung und die Gabe von Medikamenten oder Spritzen. Für die medizinische Versorgung sind Qualifikationen erforderlich, die die meisten 24-Stunden-Kräfte nicht haben. Falls Behandlungspflege benötigt wird, kann die 24-Stunden-Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst unterstützt werden.


Einstellen

24-Stunden-Pflegekraft einstellen

Wenn Sie eine 24-Stunden-Betreuungskraft anstellen möchten, haben Sie verschiedene Möglichkeiten.


Modell

Definition

1. Entsendemodell

Sie gehen eine Vertrag mit einer deutschen Vermittlungsagentur ein, welche Ihnen eine Betreuungskraft (z. B. aus dem osteuropäischen Ausland) vermittelt

2. Arbeitgebermodell

Sie fungieren selbst als Arbeitgeber einer 24-Stunden-Betreuungskraft. Sie müssen sich um Dinge wie Arbeitsschutzvorschriften, Versicherungen und Urlaubsansprüche der Betreuungskraft selbst kümmern

3. Vertrag mit einer selbstständigen Betreuungskraft

Sie stellen eine selbstständige 24-Stunden-Betreuungskraft ein. Im Gegensatz zum Arbeitgebermodell ist der Verwaltungsaufwand geringer. Aber: Es besteht die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit



1. Entsendemodell: Vertrag mit einem Unternehmen, welches die Pflegekraft zu Ihnen sendet

Checkliste

Das Entsendemodell ist die am häufigsten genutzte Form, um eine 24-Stunden-Kraft anzustellen. Hierbei kontaktieren Sie ein Unternehmen, welches Ihnen eine Pflegekraft vermittelt. Die vermittelnden Unternehmen befinden sich in Deutschland. Sie haben Verträge mit Betreuungsdiensten im europäischen Ausland geschlossen. Diese wiederum „entsenden“ die Pflegekräfte. Rechtliches, so wie Steuern, Versicherung oder Sozialabgaben, wird vom entsendenden Dienstleister abgewickelt. 


Sie als Auftraggeber zahlen der Vermittlungsagentur oder dem Entsendeunternehmen einen monatlichen Betrag. Der Lohn für die Pflegekraft wird vom Entsendeunternehmen gezahlt. Es gilt der gesetzliche Mindestlohn.


2. Arbeitgebermodell: Sie fungieren selbst als Arbeitgeber der Betreuungskraft

In diesem Modell ist die pflegebedürftige Person oder ein Angehöriger der Arbeitgeber der 24-Stunden-Betreuungskraft. Beachten Sie die entsprechenden Regelungen und Arbeitsschutzvorschriften. Nach deutschem Arbeitsrecht ist der Arbeitgeber verpflichtet, für Sozialversicherung und Arbeitslosenversicherung zu sorgen. Auch alle anderen Regelungen, wie zum Beispiel Fortzahlung des Entgelts bei Arbeitsunfähigkeit oder Anspruch auf bezahlten Urlaub, finden hier Anwendung.


Bei diesem Modell gibt es verschiedene Wege, eine passende Betreuungskraft zu finden. Neben der privaten Suche erfolgt die Vermittlung gelegentlich über die Bundesagentur für Arbeit. Auch freigemeinnützige Träger oder Pflegeunternehmen kommen in Frage. 


Wenn Sie selbst als Arbeitgeber für die Pflegekraft fungieren, kann auch ein sogenanntes Tandemmodell sinnvoll sein. Hierbei werden Verträge mit mehreren Kräften geschlossen. Diese wechseln sich ab. So ist der Pflegebedürftige immer rundum versorgt, ohne eine einzelne Betreuungskraft zu stark zu belasten.


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3. Vertrag mit einer selbstständigen Betreuungskraft

Händedruck

Sie können auch eine selbstständige 24-Stunden-Betreuungskraft einstellen. 

Hier besteht allerdings die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Wenn die Selbstständigkeit nicht legitim ist, können unter Umständen Bußgelder an die Sozialversicherung anfallen. In dem Fall müssen Sie auch Sozialabgaben und Lohnsteuer nachzahlen.


Ähnlich wie beim Entsendemodell werden die Betreuungskräfte oft über Agenturen vermittelt. Diese meist deutschen Agenturen vermitteln oft osteuropäische Arbeitskräfte. Hierbei fallen Vermittlungsgebühren an. 


Der Vorteil diesen Modells ist, dass der Verwaltungsaufwand für Sie weniger hoch ausfällt. Denn eine selbstständige Betreuungskraft muss zum Beispiel selbst für Versicherungsschutz sorgen und bei Arbeitsunfähigkeit eine Vertretung organisieren. Das Entgeltfortzahlungsgesetz findet keine Anwendung. Auch der Anspruch auf bezahlten Urlaub fällt weg.


Die anfallenden Kosten sind, anders als bei den anderen Modellen, nicht vom Mindestlohn, sondern den vertraglichen Vereinbarungen abhängig. 

Vorsicht: Im Bereich der 24-Stunden-Betreuung gibt es gelegentlich Anbieter, die sich in legalen Grauzonen bewegen oder deren Arbeitsmodelle nach deutschem Recht illegal sind. Versichern Sie sich im Vorfeld immer, dass bei Ihnen eingesetzte Betreuungskräfte sozialversichert sind.

Bei der Suche nach einer geeigneten und seriösen 24 Stunden Pflege unterstützen wir Sie gerne. Melden Sie sich einfach unter unserer kostenlosen Service-Hotline 0800 122 273 0


24 Stunden Pflege räumliche Voraussetzungen

Möchten Sie oder ein pflegebedürftiger Angehöriger eine 24-Stunden-Betreuungskraft einstellen, müssen Sie ein Gästezimmer oder eine Einliegerwohnung für die Betreuungskraft haben. Die Betreuungskraft muss die Möglichkeit haben, sich zu erholen und zurückzuziehen. 

Gästezimmer für die 24-Stunden-Pflege


Sie sollten sich auch die Unterlagen von der Betreuungskraft zeigen lassen. Prüfen Sie Lebenslauf, Zeugnisse und Referenzen. Wichtig sind ebenso ein ärztliches Attest, ein Nachweis für die Sozialversicherung und eine Krankenversicherung bei einer europäischen Krankenkasse. 


Personen, die innerhalb der EU grenzüberschreitend temporär beschäftigt sind, benötigen eine A1-Bescheinigung. Dies gilt auch für das Entsendemodell. Prüfen Sie, ob diese Bescheinigung vorliegt. Über die Bescheinigung wird nachgewiesen, dass Steuern und Sozialabgaben im Heimatland der 24-Stunden-Kraft von deren Arbeitgeber entrichtet werden. Die Beantragung einer solchen Bescheinigung erfolgt beim Entsendeunternehmen. 


Kosten

24-Stunden-Pflege Kosten und Kostenübernahme Pflegekasse

Je nach Anbieter und Anstellungsmodell liegen die Kosten bei mindestens 2.000 bis 3.000 Euro im Monat. Die Höhe der Kosten ist auch von der Arbeitserfahrung, den Deutschkenntnissen und den Qualifikationen der Betreuungskraft abhängig. In dieser Schätzung sind unter anderem Mehrwertsteuer, Krankenkassenbeiträge und Sozialversicherung enthalten.


Möchten Sie eine 24-Stunden-Betreuungskraft einstellen und selbst als Arbeitgeber fungieren, müssen Sie mit höheren Kosten rechnen. Sie beginnen bei etwa 5.000 Euro im Monat. 

Hand die Münze hält


Zum Vergleich: Ein Platz im Altersheim kostet im Durchschnitt 3.500 Euro monatlich. Auch hier gibt es aber starke Schwankungen, besonders nach oben.

Hinweis: 2021 hat das Bundesarbeitsgerichts beschlossen, dass ausländische Betreuungskräfte auch während Bereitschaftszeiten ein Anrecht auf Mindestlohn haben. Dies wird vermutlich zu einer Steigerung der Kosten für die 24-Stunden-Pflege führen. Denn bisher erhielten diese nur für die im Vertrag festgeschriebene Stundenzahl Lohn. Da 24-Stunden-Betreuungskräfte aber auch zu Ruhezeiten rufbereit sind, sind Bereitschaftszeiten auch zu vergüten. Eine weitere mögliche Folge dieses Urteils: Es kann sein, dass Personen, die aktuell 24-Stunden-Betreuungskräfte beschäftigen, Lohnnachzahlungen leisten müssen.


Was Sie bei der Entscheidung, ob sich ein Altersheim oder eine 24-Stunden-Pflege besser eignet, beachten sollten: Während die Pflegekasse das Altersheim bezuschusst, wird die 24-Stunden-Betreuung nicht von der Pflegekasse finanziert. Allerdings sind gute Altersheime in der Regel teurer, weshalb die preislichen Unterschiede auch unter Berücksichtigung der Zuschüsse gering sind.

Zudem haben Sie dennoch die Möglichkeit, bestimmte Leistungen der Pflegekasse für die 24-Stunden-Betreuung zu nutzen. So kann ein Umzug ins Heim vermieden werden, denn viele Menschen möchten lieber zu hause wohnen bleiben.


Mit einem anerkannten Pflegegrad können Sie einen Teil der Kosten über Leistungen der Pflegekasse abdecken. Wenn Sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger mindestens Pflegegrad 2 haben, können Sie zumindest einen Teil der Kosten über das Pflegegeld abdecken. Das Pflegegeld steht allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 zu. Es erhöht sich mit der Pflegebedürftigkeit. 


Pflegegrad

Pflegegeld

1

-

2

316 Euro

3

545 Euro

4

728 Euro

5

901 Euro

Auch das Geld für die Verhinderungspflege kann verwendet werden. Das Budget beträgt 1.612 Euro im Jahr. 
Die Pflegesachleistungen können nicht genutzt werden, denn nur zertifizierten Pflegedienste mit Kassenzulassung können hierüber abrechnen. 

FAQ

Häufige Fragen

Was ist 24-Stunden-Pflege?

Es handelt sich um eine Form der häuslichen Betreuung. Hierbei zieht eine Betreuungskraft in die Wohnung der pflegebedürftigen Person. Unter anderem unterstützen 24-Stunden-Betreuungskräfte im Haushalt, bei der Grundpflege und leistet Gesellschaft.

Was kostet eine 24-Stunden-Pflege?

Die Kosten sind abhängig vom Anbieter, dem Anstellungsmodell und den Qualifikationen und Deutschkenntnissen der Betreuungskräfte. Sie liegen bei etwa 2.000 bis 3.000 Euro im Monat.

Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse bei der 24-Stunden-Betreuung?

Die Pflegekasse übernimmt keine Kosten. Allerdings können Sie über das Pflegegeld, welches Sie ab Pflegegrad 2 erhalten, und die Verhinderungspflege (1.612 Euro im Jahr) eine 24-Stunden-Betreuung mitfinanzieren. Da es sich nicht um zertifizierte Pflegedienste mit Kassenzulassung handelt, kann nicht über die Pflegesachleistungen abgerechnet werden.

Wer zahlt die 24-Stunden-Pflege?

Sie können Leistungen der Pflegekassen nutzen, um die 24-Stunden-Betreuung zu finanzieren, zum Beispiel das Pflegegeld und das Budget für die Verhinderungspflege. Davon abgesehen müssen Sie für die Kosten allerdings selbst aufkommen.

Kann eine 24-Stunden-Pflege medizinische Versorgung leisten?

Nein, 24-Stunden-Betreuungskräfte haben nicht die entsprechenden Qualifikationen, um medizinische Behandlungspflege durchzuführen.

Welche räumlichen Voraussetzungen braucht eine 24-Stunden-Pflege?

Wenn Sie eine 24-Stunden-Betreuungskraft anstellen wollen, müssen Sie über ein Gästezimmer, eine Einliegerwohnung oder andere Räumlichkeiten, die die Pflegekraft nutzen kann, verfügen.

Wie sind die Ruhezeiten bei der 24-Stunden-Pflege?

Auch für 24-Stunden-Betreuungskräfte gilt eine Arbeitszeit von acht bis höchstens zehn Stunden am Tag. Diese können in vorheriger Absprache sowohl tagsüber als auch nachts verteilt werden. In der Regel gilt aber eine ungestörte Nachtruhe von acht Stunden. Die Betreuungskraft muss in jedem Fall die Möglichkeit haben, Schlaf, der bei eventuellen nächtlichen Pflegeleistungen verloren geht, nachzuholen. Außerdem besteht ein Anspruch auf zwei bis drei Stunden Freizeit am Tag.

Was gehört zu den Aufgaben und was nicht?

Zu den Leistungen gehören sämtliche Unterstützungen, die dem Pflegebedürftigen erlauben, weiterhin zuhause wohnen zu bleiben. Hierzu gehören die Aufnahme von Nahrung, Haushaltsführung, Körperhygiene, das Unternehmen sozialer Aktivitäten und das Begleiten zum Arzt. Aspekte der medizinischen Behandlungspflege darf eine nicht entsprechend qualifizierte Betreuungskraft allerdings nicht übernehmen. Zur medizinischen Behandlungspflege gehören beispielsweise Verbandwechsel, Blutdruckmessungen und die Wundversorgung.

Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Betreuungskraft zu finden?

Es gibt viele Dienstleister, die sich auf die Vermittlung von 24-Stunden-Betreuungskräften spezialisiert haben. Die Vermittlung über eine Agentur ist der geläufigste Weg. Sie können auch privat nach einer Betreuungskraft suchen. Teilweise vermitteln die Bundesagentur für Arbeit oder freigemeinnützige Träger auch entsprechende Arbeitskräfte. Gerne beraten wir Sie unter unserer kostenlosen Hotline 0800 122 273 0. Wir helfen Ihnen, eine passende Betreuungskraft zu finden.

Ist bei der 24-Stunden-Pflege wirklich 24 Stunden am Tag jemand für mich da? Die Betreuungskraft muss sich doch auch mal ausruhen können!

Eine Arbeitszeit von 24 Stunden am Tag ist schon aufgrund des deutschen Arbeitszeitgesetzes nicht möglich. Allerdings ist die Betreuungskraft immer anwesend und in Rufbereitschaft. Wichtig ist, dass die ungestörte Nachtruhe gegeben ist. Falls Sie in der Nacht Hilfe benötigen, muss anschließend sichergestellt werden, dass die Betreuungskraft sich erholen kann.


Quellen

Quellen

Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V., (abgerufen am 03.11.2022) 

Deutsche Rentenversicherung A1-Bescheinigung, (abgerufen am 13.11.2022) 

Gutachten Regelungen für die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft, (abgerufen am 04.11.2022)


Mindestlohn für 24-Stunden-Kräfte, (abgerufen am 05.11.2022)

Tagesschau: Pflege-Urteil, (abgerufen am 05.11.2022) 

Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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