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Zusatzversicherung
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Pflegezusatzversicherung - Beantragung, Kosten und mehr

Eine private Pflegezusatzversicherung hilft dann, wenn die Leistungen der staatlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, um den Pflegebedarf zu decken (sogenannte „Versorgungslücke“). Besteht keine Zusatzversicherung, muss der Betroffene erst mit dem eigenen Vermögen aufkommen. Anschließend müssen unter gewissen Umständen der Partner als auch eventuell vorhandene Kinder für Pflegelücken aufkommen. Sind diese Angehörigen dazu nicht in der Lage, können Leistungen des Sozialamtes beantragt werden. Hier greift die „Grundsicherung im Alter“.


Kosten für Pflege- und Betreuungsdienste mit voller Pflegekassenzulassung werden bei vorhandenem Pflegegrad von der Pflegeversicherung übernommen. Oft fallen jedoch kleine Zuzahlungen an. Betreuungsdienste ohne Pflegekassenzulassung müssen meist komplett privat bezahlt werden. In solchen Fällen lohnt es sich, wenn man eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen hat. Jedoch kann man auch ohne private Zusatzversicherung Pflegedienstleistungen in Anspruch nehmen. Hier sollte man jedoch auf eine volle Pflegekassenzulassung des Anbieters achten. Wenn Sie auf der Suche nach einem ambulanten Pflegedienst, einer stundenweisen oder 24-Stunden-Seniorenbetreuung sind, unterstützen wir Sie gerne dabei! Rufen Sie uns unter folgender kostenloser Telefonnummer an: 0800 122 273 0. Der Service ist für Sie komplett kostenlos, da wir über Beiträge der Pflegedienstleister finanziert werden.









Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 5/6/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Zielgruppen und Varianten
  • Beantragung
  • Kosten
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Zielgruppen und Varianten

Was bedeutet Pflegegeldversicherung, Pflegekostenversicherung und Pflegerentenversicherung?

Ein blaues Schild mit einem Kreuz drauf

Die Höhe der Versicherungsprämie ist maßgeblich davon abhängig, wie gesund und in welchem Alter der Teilnehmer oder die Teilnehmerin beim Vertragsabschluss ist. Es wird empfohlen vor dem 55. Lebensjahr eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, falls eine solche erwünscht ist. Mit höherem Alter steigen die Kosten rapide. Die Ausnahme bildet lediglich das vom Staat geförderte „Pflege-Bahr“, bei dem der Gesundheitszustand keine Rolle spielen darf. Generell wird zwischen drei Formen der Pflegezusatzversicherung unterschieden:


  1. Pflegetagegeldversicherungen kommen für ein festgelegtes Pflegetagesgeld auf, dass beim Vertragsabschluss definiert wird. Die Tagesgeldversicherung ist unabhängig von der Betreuungsform, jedoch in der Regel an den Pflegegrad gebunden und wie die Leistungen der staatlichen Versicherungen gilt - umso höher der Pflegegrad, desto mehr wird ausgezahlt. Besonders vorteilhaft ist, dass die Leistungen nicht zweckgebunden sind und dass die Beitragssätze im Vergleich zu anderen Versicherungsformen günstig sind. Nachteilig wirkt sich aus, dass es keine anteilige Beitragsrückzahlung gibt, wenn der Versicherungsnehmer ohne Leistungsfall stirbt. Weiterhin ist die Zahlung der Beiträge auch dann üblich, wenn der Leistungsfall bereits eingetreten ist.   
  2. Pflegekostenversicherungen erstatten die tatsächlich anfallenden Kosten der Pflege, sofern diese mit Belegen nachgewiesen werden können. Möglich sind Varianten, bei denen das Versicherungsunternehmen einen vorher festgelegten jährlichen Höchstsatz oder aber einen Prozentsatz der Kosten bezahlt. In dieser Variante müssen die Zahlungen auch dann fortgesetzt werden, wenn der Versicherte bereits Leistungen empfängt. Weiterhin werden nicht zwingend alle Leistungen erstattet, da im Vertragswerk genau festgelegt ist, für welche Aufwände die Versicherung aufkommt.                                              
  3. Pflegerentenversicherungen ähneln anderen Rentenversicherungen, beispielsweise der Lebensversicherung. Der Versicherungsnehmer spart über einen langen Zeitraum Kapital an, welches dann im Pflegefall in eine monatliche Pflegerente oder eine Einmalzahlung mündet. Pflegerentenversicherungen sind ebenfalls an den Pflegegrad gekoppelt. Im Pflegefall werden die Zahlungen an die Versicherung eingestellt.
Beantragung

Wie beantrage ich eine private Zusatzversicherung?

Zettel mit einem Schild

Sie können mittels einer formlosen E-Mail der gewünschten Versicherung schreiben, um die notwenigen Dokumente anzufordern. Private Versicherungen bieten zudem kostenlose Beratungsgespräche an, damit Sie stets den Überblick behalten. In unserer Dokumentenrubrik finden Sie zudem eine Liste mit Vor- und Nachteilen von privaten Zusatzversicherungen als kostenloser Download.

Kosten

Wie hoch sind die Kosten und Beiträge von privaten Zusatzversicherungen?

Die Kosten einer Pflegeversicherung können nicht pauschal geschätzt werden. Generell gilt, dass sich ein junges Alter positiv auf die Beitragszahlungen auswirkt. Die „Pflege-Bahr“ ist die günstigste Variante, welche schon mit einem monatlichen Beitragssatz von 10 € abgeschlossen werden kann. Auch die Kosten für das Pflegetagegeld und die Pflegekostenversicherung fallen meist weniger hoch aus als die der Pflegerentenversicherung. Jedoch ist bei jedem Vertrag zu beachten, welche Leistungen im Fall der Fälle erbracht werden. Aus diesem Grund lohnt sich ein genauer Vergleich.

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Besonderheiten

Welche Besonderheiten gibt es? Pflege-Bahr und Co.

Ein besonderes Angebot im Bereich der Zusatzpflegeversicherungen ist die „Pflege-Bahr“, welche vom Staat mit 60 € pro Jahr bezuschusst wird, sofern der Versicherungsnehmer selbst mindestens 120 € im Jahr einbezahlt. Dabei handelt es sich in jedem Fall um eine Pflege-Tagesgeldversicherung oder eine Monatsgeldversicherung. Im Gegensatz zu anderen Zusatzpflegeversicherungen spielt der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers beim Vertragsabschluss keine Rolle.

Dokumente

Vorteile und Nachteile der privaten Zusatzversicherung - Dokumente

Vor- und Nachteile: Private Zusatzversicherung.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema private Zusatzversicherung

Bis zu welchem Alter kann eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden?

Prinzipiell gibt es keine Altersbeschränkung. Jedoch wirkt sich das Alter beim Abschluss stark auf die Versicherungsbeiträge aus, sodass ältere Einsteiger vergleichsweise mehr bezahlen.

Kann eine Pflegeversicherung auch zusätzlich zur Privatversicherung abgeschlossen werden?

Ja, auch wer privat versichert ist, kann eine Zusatzpflegeversicherung abschließen.

Gibt es Wartezeiten und ab wann gilt der Versicherungsschutz?

In den meisten Fällen gilt der Versicherungsschutz sofort. Wenn eine Wartezeit vereinbart wird, dann beträgt sie oftmals zwischen einem und drei Jahren.

Welche Kosten werden nicht übernommen?

Das kann pauschal nicht gesagt werden und hängt von den Bedingungen des einzelnen Versicherers ab. Um die Konditionen zu erfahren, kontaktieren Sie Ihre Versicherung.

Muss der Beitrag im Leistungsfall weiterbezahlt werden?

Auch hier kommt es ganz auf den Versicherer an. In vielen Fällen entfällt die Beitragspflicht ab einem bestimmten Pflegegrad, in weniger häufigen Fällen muss weiterbezahlt werden.

Kann ich eine bestehende Pflegeversicherung wechseln?

Ja, der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist möglich. Dabei wird jedoch der Gesundheitszustand oft erneut abgefragt, was zu anderen Beiträgen führen kann. Bestehende Altersrückstellungen können ebenfalls nicht übertragen werden.

Was passiert beim Tod des Versicherungsnehmers?

Beim Tod des Versicherungsnehmers endet das Versicherungsverhältnis. Auch wenn der Versicherungsnehmer nicht pflegebedürftig wurde, werden keine Beiträge zurückerstattet. Es handelt sich deshalb um eine Risikoabsicherung.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.