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Betreutes Wohnen
Ein Mann hält ein Telefon in der Hand, darüber ein Service-Mitarbeiter

Betreutes Wohnen - Kosten, ambulante Anbieter und stationäre Einrichtungen

Betreutes Wohnen ist eine Lösung für Menschen, die zwar den Großteil ihres Alltages selbst meistern können, jedoch für gewisse Aktivitäten oder in bestimmten Situationen Hilfe benötigen. Obwohl es größtenteils Senioren sind, die betreutes Wohnen in Anspruch nehmen, gibt es auch Wohnkonzepte für Menschen mit psychischen Erkrankungen, körperlichen Behinderungen sowie für Jugendliche und Obdachlose.

 

Bei dem betreuten Wohnen handelt es sich um keinen geschützten Begriff. Somit unterscheiden sich auch die Angebote untereinander erheblich. Die Art der Betreuung sollte sich nach dem Bedarf der jeweiligen Person richten. So muss etwa zwischen betreutem Wohnen im eigenen Zuhause und betreutem Wohnen als Wohngemeinschaft oder einem an eine Einrichtung angeschlossenem eigenen Apartment unterschieden werden. Zudem wird zwischen ambulant betreutem Wohnen (also der Betreuung zuhause) und intensiv betreutem Wohnen (teilstationär und stationär) unterschieden. Beim betreuten Wohnen kann jederzeit und kurzfristig Hilfe in Anspruch genommen werden.


Brauchen Sie Hilfe bei der Suche nach einem passenden Anbieter, kontaktieren Sie gerne unsere für Sie kostenfreie Service-Hotline 0800 122 273 0. Dieser Service wird durch Beiträge von Pflegedienstleistern finanziert.


Zwei Personen nebeneinander, eine hat ein Headset auf

Ein weiterer großer Vorteil des betreuten Wohnens ist, dass das Umfeld aus Personen mit vergleichbaren Bedürfnissen besteht und somit eine soziale Gemeinschaft für die Betreuten entsteht. Um möglichen Konflikten solcher Wohnkonzepte vorzubeugen, wird in der Regel eine psychologische Betreuung oder eine Konfliktberatung angeboten. Einige Wohnformen des betreuten Wohnens sind dabei an Einrichtungen der Altenhilfe angeschlossen und befinden sich auf dem Gelände von Pflege- bzw. Seniorenheimen. Die Bewohner und Bewohnerinnen können also im Falle einer Pflegebedürftigkeit oder Behinderung auch professionelle pflegerische Hilfe bekommen. Demnach entfällt die Notwendigkeit für den Umzug in ein Seniorenheim.

 

Findet die Betreuung im eigenen Zuhause statt, muss die Wohnung in manchen Fällen barrierefrei umgebaut werden. Eine barrierefreie Umgebung (z.B. keine/wenige Treppen, Hilfsmittel in Küche und Bad) ist notwendig, um älteren Menschen und Personen mit Behinderungen das Wohnen in der heimischen Umgebung zu ermöglichen. Der Staat beteiligt sich an solchen Umbauten mit Zuschüssen von bis zu 4.000 € pro pflegebedürftiger Person im Haushalt. Gerne helfen wir Ihnen über unsere Service-Hotline 0800 122 273 0 weiter, einen geeigneten Anbieter für den barrierefreien Umbau und für die Betreuung im eigenen Zuhause zu finden. Dieses Angebot ist für Sie vollständig kostenfrei und wird durch Beiträge der Pflegedienstleister finanziert.

 

Ziel des betreuten Wohnens ist es, den betreuten Personen größtmögliche Autonomie zu bieten und so wenig Verantwortung wie möglich abzunehmen, damit diese weitestgehend ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen können. Ob ein Umzug in eine altengerechte Wohnung des betreuten Wohnens dafür notwendig ist, muss individuell entschieden werden – die Vorteile eines sozialen Umfeldes sollten dabei jedoch nicht unterschätzt werden.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 10.08.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Ambulant vs. stationär
  • Angebote finden
  • Kosten und Leistungen
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Ambulant vs. stationär

Ambulant oder stationär betreutes Wohnen?

Eine ältere Frau und ein älterer Mann stehen vor einem Haus

Betreutes Wohnen ist größtenteils für Senioren geeignet, die alle Freiheiten des selbstständigen Wohnens behalten möchten, jedoch in einigen Lebensbereichen (Haushalt, Einkauf etc.) Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Neben Senioren eignet sich das betreute Wohnen auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen, körperlichen Behinderungen sowie für Jugendliche und Obdachlose.

Betreutes Wohnen im eigenen Zuhause ist vor allem für Menschen geeignet, die bereits in einem Umfeld mit einem lokalen ambulanten Pflegedienst wohnen. Die pflegebedürftigen Personen können somit in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und ambulante Pflegedienstleister helfen dabei, den Alltag zu meistern.

Wichtig: Finden Sie einen Anbieter mit voller Pflegekassenzulassung, damit die private Zuzahlung entfällt oder möglichst niedrig ist. Über unser kostenloses Service-Telefon (0800 122 273 0) helfen wir Ihnen gerne, einen passenden Anbieter in Ihrer Umgebung zu finden, der freie Kapazitäten hat. Dieses Angebot ist für Sie vollständig kostenfrei und wird durch Beiträge der Pflegedienstleister finanziert.

Weitere Varianten des betreuten Wohnens sind das begleitete Einzelwohnen sowie das begleitete Familienwohnen. Hier helfen geschulte Fachkräfte (Pfleger, Pädagogen, Psychologen) den Betroffenen in deren gewohntem Umfeld, sodass diese auch weiterhin ein möglichst selbstständiges Leben führen können. Das begleitete Familienwohnen umschließt dabei zusätzlich die Familie des Betreuten, unabhängig davon, ob diese ebenfalls pflegebedürftig ist oder nicht.

Teller mit Messer und Gabel

Achtung: Zwischen dem ambulant betreuten Wohnen und dem Service-Wohnen finden sich viele Überscheidungspunkte. Beim Service-Wohnen stehen Alltagshilfen für Wäsche, Hausnotrufsysteme, Besuchsdienste, Essendienste sowie ambulante Dienste zur Verfügung. Einen professionellen Pflegebereich gibt es beim Service-Wohnen jedoch nicht, sodass bei höherem Pflegebedarf ein weiterer Umzug in ein Pflegeheim, eine Seniorenresidenz oder eine geeignete Einrichtung des betreuten Wohnens nötig wird.

Angebote finden

Wie finde ich Anbieter und Einrichtungen für betreutes Wohnen?

Zwei Hände schreiben auf ein Dokument auf einem Klemmmbrett

Angebote für betreutes Wohnen in Ihrer Nähe können Sie über gängige Suchmaschinen wie Google finden oder in einigen Fällen über große Immobilienportale. Wenn Sie einen Anbieter für betreutes Wohnen im eigenen Zuhause suchen, helfen wir Ihnen gerne kostenlos über unser Service-Telefon weiter (0800 122 273 0). Dieses Angebot ist für Sie vollständig kostenfrei und wird durch Beiträge der Pflegedienstleister finanziert.

Wird auf das betreute Wohnen im eigenen Zuhause verzichtet, muss neben einem Kauf- oder Mietvertrag für die neue Wohnung auch noch ein Betreuungsvertrag abgeschlossen werden. Hier unterscheiden sich Einrichtungen des betreuten Wohnens oft deutlich voneinander – nicht nur beim Preis, sondern auch bei den gebotenen Leistungen. Informieren Sie sich deshalb vor Unterzeichnung der Verträge genau über die Konditionen.

Das Vorhandensein eines Pflegegrades ist beim betreuten Wohnen keine Voraussetzung. Auch Personen, die nicht pflegebedürftig sind oder noch keinen Pflegegrad zugesprochen bekommen haben, können Angebote des betreuten Wohnens wahrnehmen. Will man jedoch im betreuten Wohnen Pflegeleistungen in Anspruch nehmen und sollen diese von der Pflegeversicherung übernommen werden, ist ein Pflegegrad notwendig.

Man sollte sich unbedingt weit im Voraus mit dem betreuten Wohnen auseinandersetzen. Oft bestehen lange Wartelisten, sodass ein freier Platz nicht sofort vorhanden ist.

24-Stunden-Pflege-1ACare
Kosten und Leistungen

Wie hoch sind die Kosten für betreutes Wohnen?

Hand reicht Münzen und GeldscheineDie Kosten des betreuten Wohnens hängen stark von Umgebung und Betreuungsform ab, aber auch von den Inklusivleistungen der Anbieter. Günstige all-inclusive Angebote gibt es ab 50 € pro Quadratmeter und Monat, jedoch können bei einigen Anbietern auch ganze Wohnungen gekauft werden. Der Kauf- oder Mietpreis richtet sich unter anderem nach dem Wohnmodell, der Lage, dem örtlichen Wohnungsmarkt und möglichen Zusatzleistungen. In der Regel liegen die Preise bis zu 20% über dem ortsüblichen Mietniveau. Unterkunft, Verpflegung, Betreuungspauschale und Investitionskosten (z.B. um das Gebäude instand zu halten) müssen Bewohner und Bewohnerinnen im betreuten Wohnen zu Teilen selbst zahlen. 

Etwa 50% der Einrichtungen für betreutes Wohnen gehören freigemeinnützigen Trägerschaften an. Die andere Hälfte teilt sich in 45% private und lediglich 5% kommunale Trägerschaften. Bei Pflegebedürftigen kann die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten für den Pflegedienst übernehmen. Gezahlt werden in diesem Fall die üblichen Sätze entsprechend der Pflegegrade der Betroffenen. Häufig müssen die Ausgaben für Zusatzleistungen selbst getragen werden, denn nicht alles ist durch die Pflegesachleistungen der Pflegekassen abgedeckt. Wer sich das beispielsweise aufgrund einer kleinen Rente nicht leisten kann, der kann Unterstützung vom Sozialamt erhalten. Hier greift die gesetzliche „Grundsicherung im Alter“. Eine andere Option besteht darin Wohngeld zu beantragen.


Die Unterbringung im betreuten Wohnen hat den Vorteil, dass nicht nur die Unterkunft, sondern auch verschiedene Betreuungsleistungen angeboten werden. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Einrichtungen. Bevor die Entscheidung für eine bestimmte Wohnanlage fällt, sollten die angebotenen Leistungen und deren Kosten daher möglichst genau unter die Lupe genommen werden.


Für Betreuungsleistungen muss monatlich ein Abschlag gezahlt werden. Dieser deckt den Grundservice der Einrichtung. Zusätzlich können Wahlleistungen bei Bedarf hinzugebucht werden. Diese werden separat abgerechnet. Die typischen Grundleistungen umfassen:

  • Betreuung durch Beratungspersonal
  • Korb mit Putzmitteln darin
  • Sprechzeiten vor Ort mit geschulten Betreuungskräften
  • Vermittlung und Organisation von Dienstleistungen und Hilfsdiensten
  • Hausnotruf rund um die Uhr
  • Soziales Miteinander durch Gemeinschaftsräume
  • Gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten
  • Hausmeisterservice und Reinigungsservice

 Wahlleistungen umfassen oftmals:

  • Menü- und Mahlzeitenservice
  • Einkaufs- und Wäscheservice
  • Fahr- und Begleitservice zu Ärzten, Therapeuten und Behörden
  • Hol- und Bringdienste
  • Ambulant pflegerische oder therapeutische Hilfen

Achten Sie bei der Wahl der Leistungen darauf, ob diese auch wirklich notwendig sind. Besonders bei Konzepten des betreuten Wohnens schlagen Wahlleistungen oft ordentlich ins Geld. Treten Sie all-inclusive Angeboten skeptisch gegenüber, denn oft beinhalten diese nicht benötigte Dienstleistungen oder lassen kostspielige, jedoch wichtige Leistungen außen vor. Beachten Sie außerdem, dass den Betreuten ein lebenslanges Wohnrecht garantiert wird, da es sonst möglich ist, dass den Betreuten auf Grund plötzlich steigender Pflegebedürftigkeit zu gekündigt wird.

Besonderheiten

Betreutes Wohnen - Nicht nur für Senioren

Mann mit Glühlampe über dem Kopf

Betreutes Wohnen gibt es nicht nur für pflegebedürftige Senioren. Auch Obdachlose und Jugendliche können in bestimmten Lebenssituationen Hilfe benötigen, welche Ihnen durch das betreute Wohnen zur Verfügung gestellt wird. Jedoch verschreiben sich die Einrichtungen meist einer bestimmten Richtung, sodass es selten zu Überschneidungen kommt. 


Außerdem gibt es spezielle Einrichtungen des betreuten Wohnens für Personen mit Demenz. Auch wird das betreute Wohnen oft mit dem Service-Wohnen verwechselt. Service-Wohnen unterscheidet sich insbesondere dadurch von betreutem Wohnen, dass hierbei nur einzelne Dienstleistungen gebucht werden, da eine professionelle Rundumbetreuung (noch) nicht benötigt wird.


Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat Qualitätsanforderungen für „betreutes Wohnen für ältere Menschen“ definiert. Einrichtungen haben die Möglichkeit, sich nach den Normen DIN 77800 sowie DIN 18040 I und II zertifizieren zu lassen. Bei der Suche nach einer passenden Einrichtung gelten solche Zertifikate als echtes Qualitätsmerkmal.

Hilfsmittelbox Angebot von 1ACare
Dokumente

Auf einem Blick - Was ist betreutes Wohnen? Welche Kosten kommen auf mich zu?

Checkliste: Betreutes Wohnen und Service Wohnen.pdf

Vor- und Nachteile: Betreutes Wohnen zuhause.pdf

Vor- und Nachteile: Betreutes Wohnen stationaer.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum betreuten Wohnen, den Kosten, Angeboten und weiteren Themen

Geht betreutes Wohnen auch in den eigenen vier Wänden?

Ja, es gibt ambulante Dienstleister, die vergleichbare Leistungen bieten. Achtung: Nicht verwechseln mit Service-Wohnen oder 24-Stunden-Pflege. Beim Service-Wohnen werden lediglich die nötigen Dienstleistungen (z.B. Essen auf Rädern) hinzugebucht. Bei der 24-Stunden-Pflege zieht eine Pflegekraft in die Wohnung der gepflegten Person, um diese rund um die Uhr zu versorgen. Hierbei handelt es sich nicht um betreutes Wohnen!

Wie finde ich Angebote für betreutes Wohnen in meiner Umgebung?

Mit 1ACare können Sie schnell und seriös Dienstleister in ihrer Umgebung finden. Geben Sie einfach die gewünschte Dienstleistung und die Postleitzahl ein und Sie erhalten eine Übersicht auf alle relevanten Dienstleister in ihrer Nähe.

Welche Leistungen umfasst das betreute Wohnen?

Die Grundleistungen umfassen meist:

  • Betreuung durch Beratungspersonal
  • Sprechzeiten vor Ort mit geschulten Betreuungskräften
  • Vermittlung und Organisation von Dienstleistungen und Hilfsdiensten
  • Hausnotruf rund um die Uhr
  • Soziales Miteinander durch Gemeinschaftsräume
  • Gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten
  • Hausmeisterservice und Reinigungsservice

 Wahlleistungen umfassen oftmals:

  • Menü- und Mahlzeitenservice
  • Einkaufs- und Wäscheservice
  • Fahr- und Begleitservice zu Ärzten, Therapeuten und Behörden
  • Holdienste und Bringdienste
  • Ambulant pflegerische oder therapeutische Hilfen

Für wen ist betreutes Wohnen geeignet und welche Voraussetzungen gibt es?

Die Bewohner des betreuten Wohnens sind geistig und körperlich so fit, dass sie sich selbst und ihren Haushalt größtenteils versorgen können. Es gibt aber auch spezielle Einrichtungen für Menschen mit Demenz. Serviceleistungen wie etwa die Wohnungsreinigung oder das Mittagessen können als zusätzliche, kostenpflichtige Wahlleistungen erbracht werden. Liegt aber eine umfassende und dauerhafte Pflegebedürftigkeit vor, ist meist ein Umzug in ein Altersheim oder eine Seniorenresidenz notwendig.

Wie lange muss ich auf einen Platz warten?

Das kommt sehr stark auf die Auslastung der Wunsch-Einrichtung an. Zwischen wenigen Tagen und mehreren Jahren ist alles möglich. Ähnlich wie heute bei Kindergärten, bei denen es zu mehreren Jahren Wartezeit kommen kann, ist es ratsam, sich früh um einen Platz für das betreute Wohnen zu kümmern.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen? Was übernimmt die Pflegekasse?

Als Richtwert für die private Zuzahlung bei einer stationären Unterbringung gelten ca. 1.500 € pro Monat (bei Pflegegrad 2 oder höher). Für Personen mit Pflegegrad 1 oder 0 sind die Kosten höher. Wer sich diesen Betrag beispielsweise aufgrund einer kleinen Rente nicht leisten kann, bekommt Unterstützung vom Sozialamt. Auch Wohngeld kann bei der zuständigen Wohngeldbehörde der Stadtverwaltung beantragt werden. Wie viel die Pflegekasse im Einzelfall zahlt, können Sie in unserem Artikel zum Thema Pflegegrad nachlesen. Planen Sie den Kauf einer Wohnung im Rahmen des betreuten Wohnens, dann erhalten Sie dafür keine Unterstützung. Im Falle einer Kurzzeitpflege (z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt) übernimmt die Krankenkasse alle Kosten für die pflegebedürftigen Anwendungen, die Betreuung und die medizinische Behandlungspflege.

Was ist der Unterschied zwischen betreutem Wohnen und Service-Wohnen?

Beim Service-Wohnen werden barrierearme Wohnungen mit einfachen Dienstleistungen für Bedürftige angeboten. Alltagshilfen für Wäsche, Hausnotrufsysteme, Besuchsdienste, Essendienste sowie ambulante Dienste stehen meist zur Verfügung. Einen professionellen Pflegebereich gibt es beim Service-Wohnen jedoch nicht, sodass bei höherem Pflegebedarf ein weiterer Umzug z.B. in ein Pflegeheim nötig wird.

Was ist der Unterschied zwischen betreutem Wohnen und einem Altersheim?

In der Regel werden den Bewohnerinnen und Bewohnern des betreuten Wohnens nur Teilbereiche ihres Alltags durch Pflege- und Serviceleistungen abgenommen. Ein eigenständiges Leben steht im Mittelpunkt. Die Personen sind meist noch fit genug, um ihren Alltag selbst zu strukturieren und eigenständig zu entscheiden, in welchen Situationen sie Hilfe benötigen. In einem Altersheim hingegen wird der Tagesablauf (z.B. Esszeiten) oft vorgegeben. Auch werden den gepflegten Personen weit mehr Alltagsaufgaben von Pflege- und Servicepersonal abgenommen.

Muss ich im betreuten Wohnen selbst Essen zubereiten?

Nein, es besteht zwar meistens die Möglichkeit, Mahlzeiten selbst zuzubereiten, wer das aber nicht möchte, kann Mahlzeiten hinzubuchen. In der Regel bieten alle Einrichtungen des betreuten Wohnens diese Möglichkeit.

Werden Freizeitaktivitäten für die Bewohner angeboten?

In der Regel bieten Einrichtungen für betreutes Wohnen Freizeitaktivitäten für ihre Bewohner und Bewohnerinnen an. Gängige Aktivitäten sind dabei etwa: Gymnastik, Gottesdienste, Kaffeeklatsch, Singen, Bingo, Kino und Konzerte. Die Angebote sind nicht verpflichtend.

Kann man eine Probezeit für das betreute Wohnen ausmachen?

In manchen Einrichtungen kann man für eine gewisse Zeit Probewohnen, bevor man sich endgültig entscheidet. Hierzu sollte Kontakt zu den gewünschten Einrichtungen aufgenommen werden. Auch eine Kurzzeitpflege ist eine gute Möglichkeit, um eine Einrichtung kennenzulernen.

Ist es möglich, für ein paar Tage nach Hause zu gehen?

Ja, das ist immer möglich. Viele Einrichtungen bieten Fahrdienste an, um Heimatbesuche oder Reisen zu erleichtern. Einrichtungen des betreuten Wohnens sind grundsätzlich offen für Besuch und geben Ihren Bewohnern die Freiheit zu kommen und zu gehen, wie diese es sich wünschen. Ausnahmen gibt es bei Einrichtungen für demenziell Erkrankte.

Gibt es feste Besuchszeiten?

Nein, im betreuten Wohnen planen die Bewohner selbst, wie und wann sie Besuch empfangen. Nur wenige Einrichtungen (z.B. für Menschen mit psychischen Erkrankungen) haben feste Besuchszeiten.

Ist betreutes Wohnen bei Demenz empfehlenswert?

Nein, das betreute Wohnen richtet sich grundsätzlich an Menschen mit anderen Beeinträchtigungen (beispielsweise körperlichen Behinderungen). Da Demenz jedoch zu den häufigsten Krankheiten unter Senioren zählt, finden sich auch vereinzelt demenziell erkrankte Menschen in Einrichtungen des betreuten Wohnens.

Kann ich eigene Möbel mitbringen?

Ja, eigene Möbel sind im Regelfall kein Problem. Diese können sogar hilfreich sein, damit sich die pflegebedürftige Person schneller heimisch in ihrer neuen Wohnung fühlt.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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