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Stationäre Pflege
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Stationäre Pflege - Pflegeeinrichtungen, Kosten und Angebote

Die stationäre Pflege beschreibt die Versorgung von pflegebedürftigen Personen in einer professionellen Einrichtung. Im Gegensatz zur ambulanten Pflege, bei der nur zu Hause gepflegt wird, ist bei der vollstationären Pflege der Umzug in eine Pflegeeinrichtung (z. B. in ein Altersheim) notwendig. Dort leben die auf Pflege angewiesenen Personen mit der Unterstützung von professionellem Pflegepersonal.


Zudem wird zwischen vollstationärer Pflege und teilstationärer Pflege unterschieden. Bei der teilstationären Pflege verbringen die Betroffenen nur eine gewisse Zeit in stationären Einrichtungen. So zählt zur teilstationären Pflege etwa die Tages- oder Nachtpflege. Teilstationäre Pflege ist somit eine Mischform aus häuslicher Pflege und vollstationärer Pflege. Bei vielen Angehörigen ist diese Variante sehr beliebt, da die Entlastung sehr groß ist. Bei der teilstationären Pflege wird (wenn das Budget der Pflegesachleistungen nicht ausgeschöpft wird) zusätzlich noch ein Pflegegeld an die Angehörigen gezahlt.


Wird vollstationär gepflegt, zahlt die Pflegekasse abhängig vom Pflegegrad Zuschüsse. In der Regel kann hier von einer privaten Zuzahlung von ca. 1.500€ im Monat ausgegangen werden (z.B. bei einem Altersheim).

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 10.08.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Zielgruppen und Varianten
  • Angebote finden
  • Kosten und Leistungen
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Zielgruppen und Varianten

Vollstationäre Pflege und teilstationäre Pflege - Wo ist der Unterschied?

Hauptzielgruppe für vollstationäre Pflege sind insbesondere Menschen und Senioren, die ihren Alltag nicht mehr alleine oder mit der Hilfe von Pflegedienstleistern meistern können. Aus diesem Grund sind vollstationäre Einrichtungen auch für pflegebedürftige Personen geeignet, bei denen Angehörige nicht privat pflegen und im Alltag helfen können. Die bekanntesten vollstationären Pflegeeinrichtungen sind Altersheime, Seniorenheime, Pflegeheime, Einrichtungen des betreuten Wohnens sowie Einrichtungen des Service-Wohnens und Seniorenresidenzen.

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Teilstationäre Pflege ist für pflegebedürftige Personen geeignet, die keine Rundumbetreuung benötigen, sondern nur in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Zeiten eine stationäre Pflege benötigen. Die restliche Zeit werden die Personen in der Regel ambulant gepflegt – entweder durch die Hilfe von Pflegedienstleistern oder von Angehörigen. Die gängigsten Varianten der teilstationären Pflege sind die Tagespflege, Nachtpflege, Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege.


Als Alternative zur stationären Pflege kann ambulant zu Hause gepflegt werden. Diese Art der Pflege wird für gewöhnlich von Angehörigen und Dienstleistern durchgeführt. Auch 24-Stunden Pflege ist eine gute Alternative zur ambulanten Pflege. Bei dieser Variante zieht eine Pflegekraft direkt in die Wohnung der betroffenen Person ein, um diese rund um die Uhr zu versorgen. Gerne sind wir Ihnen bei der Hilfe nach einer Betreuungskraft behilflich. Kontaktieren Sie uns unter 0800 122 273 0. Dieser Service steht Ihnen kostenfrei zur Verfügung, da wir durch Beiträge der Pflegedienstleister finanziert werden.

Angebote finden

Wie stationäre Pflegeeinrichtung finden?

Stationäre Pflegeeinrichtungen können beispielsweise auf Immobilienportalen gefunden werden. Bei der Suche in einer Suchmaschine werden ebenfalls unzählige Ergebnisse angezeigt. Um eine unkomplizierte und individuell auf ihre Situation zugeschnittene stationäre Pflegeeinrichtung zu finden, können Sie natürlich 1ACare verwenden. Wir helfen Ihnen, schnell eine seriöse Einrichtung in Ihrer Umgebung zu finden. Nutzen Sie dazu einfach unsere Vermittlungsplattform für Dienstleister.

Kosten und Leistungen

Stationäre Pflege - Wie hoch sind die Kosten?

Prinzipiell kann bei der vollstationären Pflege davon ausgegangen werden, dass die Pflegekasse einen Teil der anfallenden Kosten übernimmt. Das ist allerdings nur der Fall, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Trotz Zuschüssen von der Pflegekasse, muss mit einem monatlichen Eigenanteil von rund 1.500€ gerechnet werden. Ein Rechenbeispiel:

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Seniorenheim mit vollstationärer Pflege:

  • Pflegegrad 1: Grundkosten 2.000€ - Zuschuss Pflegekasse 125€ = Eigenanteil 875€
  • Pflegegrad 2: Grundkosten 2.200€ - Zuschuss Pflegekasse 770€ = Eigenanteil 1.430€
  • Pflegegrad 3: Grundkosten 2.700€ - Zuschuss Pflegekasse 1.262€ = Eigenanteil 1.438€
  • Pflegegrad 4: Grundkosten 3.200€ - Zuschuss Pflegekasse 1.775€ = Eigenanteil 1.425€
  • Pflegegrad 5: Grundkosten 3.450€ - Zuschuss Pflegekasse 2.005€ = Eigenanteil 1.445€

Bei der teilstationären Pflege werden ebenfalls Kosten von der Pflegekasse übernommen. Diese werden in Form eines Budgets für Pflegesachleistungen geregelt. Auch hier entscheidet der Pflegegrad über die Höhe der Leistung.


Pflegesachleistungen pro Monat:

  • Pflegegrad 1: 125€ pro Monat
  • Pflegegrad 2: 689€ pro Monat
  • Pflegegrad 3: 1.298€ pro Monat
  • Pflegegrad 4: 1.612€ pro Monat           
  • Pflegegrad 5: 1.995€ pro Monat

Zusätzlich zu den Pflegesachleistungen der Pflegekasse, kann bei der teilstationären und ambulanten Pflege ein Pflegegeld gezahlt werden. Die Höhe des Pflegegeldes hängt mit der Höhe der Pflegestufe zusammen.


Pflegegeld pro Monat:

  • Pflegegrad 1: -
  • Pflegegrad 2: 316€ pro Monat
  • Pflegegrad 3: 545€ pro Monat
  • Pflegegrad 4: 728€ pro Monat             
  • Pflegegrad 5: 901€ pro Monat

Dieses Pflegegeld wird jedoch nur ausgezahlt, wenn ein Teil der Pflege von Angehörigen ambulant geleistet wird. Zudem darf das Budget der Pflegesachleistungen nicht ausgeschöpft sein, denn auch dann gibt es kein Pflegegeld. Wird nur ein Teil des Budgets für Pflegesachleistungen genutzt, wird ein verringertes Pflegegeld gezahlt.

Wie hoch dieser Anteil ausfällt, erklären wir anhand eines Beispiels:


Ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 3 erhält entweder 545€ Pflegegeld oder 1298€ Pflegesachleistungen. Nutzt er lediglich einen Teil von 60% (dies wären 778,80€) der Pflegesachleistung, dann verringert sich das ausgezahlte Pflegegeld um diese 60%. Es werden nur noch 40% des Pflegegeldes gezahlt (also 218€).

stationaere-pflege-pflegeeinrichtung

Zu den Leistungen vollstationärer Pflege zählt in der Regel eine ganzheitliche, professionelle Pflege in einer geeigneten Einrichtung. Teilstationäre Pflege findet meist ebenso in einer solchen Einrichtung statt, allerdings nur im Rahmen einer Kurzzeitpflege oder Tages- beziehungsweise Nachtpflege. Bei der 24-Stunden Pflege wird (ähnlich wie bei der vollstationären Pflege) rund um die Uhr gepflegt – allerdings ambulant im häuslichen Rahmen.

Besonderheiten

Gibt es Besonderheiten bei der stationären Pflege?

Zu vollstationären Pflegeeinrichtungen zählen unter anderem Altersheime, Seniorenheime, Pflegeheime, Seniorenresidenzen, Seniorenstifte, Einrichtungen des betreuten Wohnens sowie einige Angebote des Service-Wohnens. Möchten Sie in einer vollstationären Pflegeeinrichtung aufgenommen werden, sollten Sie mit Wartezeiten rechnen. Gewöhnlich beträgt diese zwischen einer Woche und mehreren Monaten. Es lohnt sich also, frühzeitig die gewünschte Einrichtung zu kontaktieren.

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Teilstationäre Pflege ist nicht mit langen Wartezeiten verbunden. Wird eine Pflegeleistung wie beispielsweise eine Tagespflege benötigt, haben Einrichtungen in der Regel mehr freie Plätze, als es bei einer Langzeitpflege der Fall wäre. Da sich das Angebot, die Qualität und die Kosten von Einrichtungen aber teilweise stark voneinander unterscheiden, ist es auch hier ratsam, frühzeitig auf die Suche nach dem passenden Dienstleister zu gehen. Das geht zum Beispiel mit 1ACare. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl und die gewünschte Dienstleistung ein und Sie erhalten alle Angebote in Ihrer Nähe. Schnell, seriös und unkompliziert.

Dokumente

Stationäre Pflege - Dokumente

Checkliste: Auswahl eines Seniorenheims.pdf

Checkliste: Teilstationäre Pflege.pdf

Checkliste: Vollstationäre Pflege.pdf

Vor-und-Nachteile: Teilstationäre Pflege.pdf

Vor-und-Nachteile: Vollstationäre Pflege.pdf

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur stationären Pflege

Wo liegt der Unterschied zwischen ambulanter Pflege und stationärer Pflege?

Ambulante Pflege ist häusliche Pflege, wohingegen stationäre Pflege die Pflege in einer Pflegeeinrichtung beschreibt. Zur ambulanten Pflege zählen das private Pflegen zu Hause durch Angehörige, hinzugebuchte Pflegedienstleister sowie die 24-Stunden Pflege, bei der eine Pflegekraft in die Wohnung des Betroffenen einzieht. Zur vollstationären Pflege zählen Einrichtungen wie Altersheime und Seniorenresidenzen. Bei der teilstationären Pflege wird zum einen Teil ambulant zu Hause und zum anderen Teil in einer stationären Einrichtung gepflegt (z.B. Tagespflege).

Ist ambulante Pflege günstiger als stationäre Pflege?

Wenn privat von Angehörigen gepflegt wird, ist eine zusätzliche ambulante Pflege in der Regel günstiger als stationäre Pflege. Für die ambulante Pflege zahlt die Pflegekasse Pflegegeld an die Angehörigen und Pflegesachleistungen für die auf Pflege angewiesene Person. Wird hingegen eine ambulante 24-Stunden Pflege angestrebt, kann diese durchaus teurer als eine stationäre Pflege sein. Bei der stationären Pflege (z.B. in einem Altersheim) sollte mit einer durchschnittlichen privaten Zuzahlung von 1.500€ pro Monat gerechnet werden. Stationäre Pflege und ambulante 24-Stunden Pflege haben den großen Vorteil, dass die Angehörigen entlastet werden. Die Ersparnis bei der privaten ambulanten Pflege muss demnach mit der anfallenden Zeit für die Pflege verrechnet werden. Private ambulante Pflege ist folglich nur ratsam, wenn Angehörige viel Zeit zur Verfügung haben.

Wie finde ich eine passende Einrichtung für stationäre Pflege?

Am einfachsten finden Sie eine passende Einrichtung für stationäre Pflege bei 1ACare. Unser Vermittlungsportal für Dienstleister zeigt Ihnen schnell und seriös alle relevanten Einrichtungen in Ihrer Nähe.

Wie funktioniert teilstationäre Pflege?

Bei einer teilstationären Pflege wird einerseits ambulant zu Hause gepflegt, andererseits werden die pflegebedürftigen Personen für bestimmte Zeiten in stationäre Einrichtungen gebracht. So können Senioren dort etwa über Nacht gepflegt werden. Auch wenn Angehörige in den Urlaub fahren oder aus anderen Gründen verhindert sind, ist eine teilstationäre Pflege möglich.

Welche Kosten entstehen bei der stationären Pflege?

Für eine vollstationäre Pflege in einem Altersheim müssen durchschnittlich 1.500€ privat zugezahlt werden (bei Pflegestufe 2 oder höher). Ist keine Pflegestufe vorhanden, kann der Preis doppelt so hoch ausfallen. Teilstationäre Pflege hingegen ist günstiger, auch weil hier ein Großteil der Kosten durch Pflegesachleistungen der Pflegekasse abgedeckt wird. Weiterhin besteht ein jährlicher Anspruch auf Kurzzeitpflege.

Die Kosten der stationären Pflege setzen sich in der Regel aus Pflegesatz, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zusammen. Jeder dieser Kostenfaktoren kann von Einrichtung zu Einrichtung variieren. Prüfen Sie also im Vorfeld die Kosten Ihrer Wunsch-Einrichtung und ersparen Sie sich böse Überraschungen.

Welche Zuschüsse zahlt die Pflegekasse?

Für einen vollstationären Wohnplatz in einem Altersheim zahlt die Pflegekasse abhängig vom Pflegegrad folgende Zuschüsse: 

o  Pflegegrad 1:    125€ pro Monat

o  Pflegegrad 2:    689€ pro Monat

o  Pflegegrad 3:    1298€ pro Monat

o  Pflegegrad 4:    1612€ pro Monat           

o  Pflegegrad 5:    1995€ pro Monat

Bei einer teilstationären Pflege kommt es zu einer Verrechnung von Pflegegeld und Pflegesachleistung. Ein Beispiel:

Ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 3 erhält entweder 545€ Pflegegeld oder 1298€ Pflegesachleistungen. Nutzt er nur einen Teil (z.B. 60%, also 778,80€) des vorgesehenen Budgets der Pflegesachleistungen, dann verringert sich das ausgezahlte Pflegegeld um diese 60%. Es werden demnach nur noch 40% des Pflegegeldes gezahlt (also 218€).

Habe ich Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen?

Jede pflegebedürftige Person mit einem Pflegegrad von 2 oder höher erhält Pflegegeld beziehungsweise Pflegesachleistungen. Hier eine Übersicht:

Pflegegeld pro Monat:

o  Pflegegrad 1:    -

o  Pflegegrad 2:    316€ pro Monat

o  Pflegegrad 3:    545€ pro Monat

o  Pflegegrad 4:    728€ pro Monat             

o  Pflegegrad 5:    901€ pro Monat

Pflegesachleistungen pro Monat:

o  Pflegegrad 1:    125€ pro Monat

o  Pflegegrad 2:    689€ pro Monat

o  Pflegegrad 3:    1298€ pro Monat

o  Pflegegrad 4:    1612€ pro Monat           

o  Pflegegrad 5:    1995€ pro Monat

Für wen ist stationäre Pflege geeignet?

Stationäre Pflege ist insbesondere für Senioren mit einem hohen Pflegebedarf geeignet. Wenn noch eine gewisse Eigenständigkeit im Alltag vorhanden ist, kann auch teilstationär oder ambulant gepflegt werden.

Was zählt zu den Leistungen stationärer Pflege?

Im Regelfall können bei der vollstationären Pflege in Altersheimen, Seniorenheimen und Pflegeheimen alle Lebensbereiche mit Hilfestellungen verbunden werden. Das beginnt beim Bekleiden, dem Waschen, Essen sowie der allgemeinen Alltagsstruktur. Je nachdem wie eigenständig die pflegebedürftige Person noch ist, werden zusätzliche Leistungen notwendig oder entfallen.

Bei der teilstationären Pflege werden nur Teilbereiche der vollstationären Pflege abgedeckt. So kann etwa eine Tages- oder Nachtpflege in Anspruch genommen werden. Je nachdem für welche Dienstleistungen man sich entscheidet, variiert das Angebot der Leistungen.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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