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Homecare
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Wundversorgung, Stomaversorgung, parenterale Ernährung oder Behandlungspflege, was ist eigentlich Homecare genau?

Der Begriff „Homecare“ ist ein Überbegriff für die Ausführung der vom Arzt verschrieben medizinischen Versorgung. Dies beinhaltet auch die Versorgung mit benötigten Materialien und die dazugehörige Beratung zum Umgang damit. Anders als der Name vermuten lässt, kann diese Art der Versorgung auch in einem Alten -oder Pflegeheim stattfinden. Unter dem Begriff „Homecare“ lassen sich viele Leistungen zusammenfassen, die Unternehmen stellen dabei vor allem die Versorgung mit den benötigten Materialien sicher und sind Ansprechpartner für die richtige Handhabung. Da es sich bei den Materialien um sogenannte „Hilfsmittel“ handelt und diese verschrieben werden können, kommen keine weiteren Kosten auf Angehörige und die pflegebedürftige Person zu. Darüber hinaus werden alle Beteiligten entlastet, da sich um die Beschaffung der Hilfsmittel nicht mehr gekümmert werden muss. Um welche Hilfsmittel  es sich handelt ist unterschiedlich. Ein Homecare-Unternehmen kann die Versorgung mit Materialien zur Wundversorgung, Stomaversorgung oder auch die Behandlungspflege und die künstliche Ernährung sicherstellen. Es wird auch oft mit ambulanten Pflegediensten zusammengearbeitet. Dabei kann die Suche nach einem Pflegedienst entfallen, sofern das Homecareunternehmen schon mit einem Dienst zusammenarbeitet.

Sollte während einer Behandlung festgestellt werden, dass der Patient kontinuierliche Pflege benötigt, kann es sich in vielen Fällen lohnen, den Arzt auf das Thema Homecare anzusprechen. Ist der Patient gerade im Krankenhaus, kann ein Homecare-Unternehmen auch den Übergang zwischen Klinik und eigenem Zuhause erleichtern



Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 16.09.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Was ist Homecare
  • Abgrenzung
  • Leistungen
  • Abdeckung
  • Künstliche Ernährung
  • Inkontinenz-und Stomaversorgung
  • Wunderversorgung und Dekubitsbehandlung
  • Dokumente
  • FAQ

Hand hält Herz

Was ist Homecare

Wundversorgung, Stomaversorgung, parenterale Ernährung oder Behandlungspflege, was ist eigentlich Homecare genau?

Der Begriff „Homecare“ ist ein Überbegriff für die Ausführung der vom Arzt verschrieben medizinischen Versorgung. Dies beinhaltet auch die Versorgung mit benötigten Materialien und die dazugehörige Beratung zum Umgang damit. Anders als der Name vermuten lässt, kann diese Art der Versorgung auch in einem Alten -oder Pflegeheim stattfinden. Unter dem Begriff „Homecare“ lassen sich viele Leistungen zusammenfassen, die Unternehmen stellen dabei vor allem die Versorgung mit den benötigten Materialien sicher und sind Ansprechpartner für die richtige Handhabung. Da es sich bei den Materialien um sogenannte „Hilfsmittel“ handelt und diese verschrieben werden können, kommen keine weiteren Kosten auf Angehörige und die pflegebedürftige Person zu. Darüber hinaus werden alle Beteiligten entlastet, da sich um die Beschaffung der Hilfsmittel nicht mehr gekümmert werden muss. Um welche Hilfsmittel  es sich handelt ist unterschiedlich. Ein Homecare-Unternehmen kann die Versorgung mit Materialien zur Wundversorgung, Stomaversorgung oder auch die Behandlungspflege und die künstliche Ernährung sicherstellen. Es wird auch oft mit ambulanten Pflegediensten zusammengearbeitet. Dabei kann die Suche nach einem Pflegedienst entfallen, sofern das Homecareunternehmen schon mit einem Dienst zusammenarbeitet.
Sollte während einer Behandlung festgestellt werden, dass der Patient kontinuierliche Pflege benötigt, kann es sich in vielen Fällen lohnen, den Arzt auf das Thema Homecare anzusprechen. Ist der Patient gerade im Krankenhaus, kann ein Homecare-Unternehmen auch den Übergang zwischen Klinik und eigenem Zuhause erleichtern

Abgrenzung

Wer braucht Homecare und was ist der Unterschied zu ambulanten Pflegediensten, stundenweisen Betreuung und zur 24h-Pflege?

ein Mann mit Koffer und Uhr

Wenn durch einen Unfall, eine Erkrankung oder eine Behinderung, eine Person umfassend versorgt werden muss, dann kommt vielen Menschen ein Umzug ins Heim in den Sinn. Denn allein dort, so scheint es, kann die aufwendige medizinische Versorgung, die sich Angehörige nicht immer zutrauen oder leisten können, gewährleistet werden. Viel schöner für alle Beteiligten ist jedoch, wenn die zu pflegende Person im eigenen Zuhause bleiben kann. Eine stundenweise Betreuung oder eine 24h Pflegekraft können die Angehörigen zwar deutlich entlasten, dürfen aber oft keine medizinischen Behandlungen durchführen. Viele der Behandlungen können jedoch nach einer Einweisung vom Patienten oder seinen Angehörigen selbst durchgeführt werden. Ein Homecare-Unternehmen stellt nicht nur die Materialien bereit, sondern unterstützt den Patienten und die Angehörigen auch bei deren Anwendung. Es findet also eine umfangreiche Einweisung und Erklärung statt, während ein ambulanter Pflegedienst lediglich die Versorgung übernimmt. Folglich kann der Patient auch bei größeren Einschränkungen selbständig zu Hause wohnen bleiben. Dabei fallen für gesetzlich Versicherte keine Zusatzkosten an.

Leistungen


Was genau leisten Homecare-Unternehmen bei Behandlungen wie Wundversorgung, Stomaversorgung, parenterale Ernährung oder Behandlungspflege

drei lila Fragezeichen

Die Unternehmen arbeiten eng mit Ärzten und Krankenhäusern zusammen Im Normalfall gibt es feste Ansprechpartner, die beraten und bei Problemen helfen. Der Ansprechpartner hat auch die Aufgabe, die richtigen Produkte für den Patienten zu finden, somit wird eine individuelle Versorgung gewährleistet. Ist das richtige Produkt gefunden wird sich das Homecare Unternehmen darum kümmern, dass es bei Bedarf zur Verfügung steht. Da die Materialbeschaffung an das Unternehmen abgegeben wird, werden Patienten und Angehörige auch in dieser Hinsicht entlastet. Der Ansprechpartner wird bei Bedarf auch eine Anpassung der Behandlung veranlassen. Er steht dafür in Kontakt mit Angehörigen und dem behandelnden Arzt. Durch diese engmaschige Betreuung lassen sich im besten Fall Folgeerkrankungen verhindern und die Lebensqualität des Behandelten steigern.



Abdeckung

Welche medizinischen Behandlungen werden von Homecare abgedeckt?

ein Klemmbrett mit Schrift und rotem Kreuz

Homecare umfasst die medizinische Versorgung zuhause, dabei kann es um ganz verschiedene Themen aufgreifen. Häufige Leistungen sind beispielsweise Wund- Inkontinenz - und Stomaversorgung sowie enterale sowie parentale Ernährung. Aber auch Beatmung, Dekubitusbehandlung, Insulinversorgung oder Infusionen können unter dem Begriff „Homecare“ gefunden werden.



Künstliche Ernährung

Enterale und Parenterale Ernährung

ein stilisierter Mann mit blauer und türkiesfarbener Kleidung, dunklerem Teint und dunklen Haaren wird künstlich ernährt

Bei der enteralen Ernährung wird ein Zugang (beispielsweise eine Sonde) direkt in den Darm gelegt und somit über diese Nährstoffe in den Körper transportiert. Das Gegenstück der Enteralen Ernährung ist die Parenterale Ernährung. Hier werden die Nährstoffe direkt in die Blutbahn geleitet, der Magen-Darm-Trakt wird somit umgangen. Diese Form der Therapie beinhaltet nicht nur, dass der Patient künstlich ernährt wird, sondern es wird auch ein Plan erstellt, der genau auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist.



Inkontinenz-und Stomaversorgung

Inkontinenz – und Stomaversorgung

ein Karton mit drei blauen Tropfen Bei Inkontinenz fällt es den betroffenen schwer Harn oder Stuhl zu halten. Hier können verschiedene Behandlungen eingesetzt werden. Wenn aber Produkte, wie beispielsweise Bettschutzunterlagen oder Urinbeutel benötigt werden, kann hier ein geeignetes Homecare - Unternehmen helfen. Die Produkte werden nicht nur geliefert, sondern auch bei der Handhabung geholfen. Dasselbe gilt für die Stomaversorgung, bei der ein Beutel die Ausscheidungen aus dem Darm auffängt. Natürlich werden nicht nur Einlagen oder Urinbeutel an den Patienten ausgegeben, sondern diesem auch bei der Handhabung geholfen.


Wunderversorgung und Dekubitsbehandlung

Wundversorgung, Dekubitusbehandlung: und Behandlungspflege

mehrere Verbände mit einem blauen Kreuz

Bei der Wundversorgung gibt es verschiedene Ansätze. Es wird zwischen traditioneller und moderner Behandlung unterschieden. Bei der traditionellen Wundversorgung muss der Verband häufiger gewechselt werden, was das Risiko schlechter Wundheilung erhöht, deswegen wird sie im Normalfall nicht mehr angewendet. Bei der modernen Wundversorgung wird ein eher feuchtes Klima geschaffen, durch welches sich die Wunde schneller schließen soll. In beiden Fällen kann die Materialversorgung ebenso übernommen werden, wie die Antidekubitusbehandlung. Beim sogenannten „Wundliegen“ entstehen ebenfalls Wunden, die versorgt werden müssen. Auf lange Sicht kann es sinnvoll sein, sich mit verschiedenen Hilfsmitteln auszustatten, um Dekubitus vorzubeugen. Da diese jedoch nur vorbeugen können und bei einem akuten Dekubitus unbedingt eine medizinische Behandlung und Wundversorgung gewährleistet sein muss, kann auch hier Homecare eingesetzt werden. 
Unter Behandlungspflege können alle hier genannten Leistungen zusammengefasst werden. Allerdings zählen auch Dinge wie Blutdruckmessung, Blutzuckermessung oder die Überwachung eines Beatmungsgerätes zur Behandlungspflege. Der behandelnde Arzt kann hier Auskunft geben, ob es Sinn macht, sich mit einem Homecare-Unternehmen in Verbindung zu setzen.


 


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Dokumente

Dokumente zum Download - Homecare- Das wichtigste auf einen Blick

Alles auf einem Blick: Hilfsmittel mit Rezept beantragen.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Homecare

Kann Homecare nur zu Hause stattfinden?

Nein, „Homecare“ ist lediglich der Name der Dienstleistung. Diese kann beispielsweise auch in einem Pflegeheim in Anspruch genommen werden.

Ist Homecare dasselbe wie eine Betreuung?

Nein, Homecare deckt die medizinische Seite der Pflege ab. Eine stundenweise - oder 24h Betreuung führt im Normalfall keine medizinische Behandlung durch, sondern kümmert sich um das seelische Wohl des Patienten.

Was kostet Homecare?

Normalerweise wird der Arzt bestimmte Leistungen verschreiben. Dadurch entstehen keine Kosten. Wird eine höherwertige Behandlung gewünscht, kann es jedoch zu Zuzahlungen kommen.

Muss ich mich selbst um die Materialien (wie Verbände) kümmern?

Nein. Ihr Homecare Unternehmen wird sich darum kümmern, dass die benötigen Materialien zur Verfügung stehen.



Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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