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Multiple Sklerose
Abbildung von Zellen

Multiple Sklerose - Symptome und Behandlung von MS

Multiple Sklerose (MS) wird als eine chronisch verlaufende, entzündliche Erkrankung der Nervenfasern im zentralen Nervensystem definiert. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei dem körpereigene Zellen angegriffen werden. Weltweit sind circa 2,5 Millionen Menschen davon betroffen, wobei 70% der Betroffenen Frauen sind. Sie entsteht meist im jungen Alter, also zwischen 20 und 40 Jahren.


Die genauen Ursachen dieser Krankheit sind nach wie vor ungeklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass das eigene Immunsystem aufgrund einer Virusinfektion in der Pubertät oder Erbanlagen fälschlicherweise körpereigene Strukturen angreift. Hierzu gibt es auch ethnische Auffälligkeiten, wobei Menschen mit europäisch-kaukasischer Abstammung am häufigsten daran erkranken, während es Japaner am wenigsten betrifft.


Die Erkrankung wird zunächst hervorgerufen, indem sich die Markscheiden bestimmter Nervenfasern in Rückenmark und Gehirn entzünden. So werden Hüllen, die die Nervenfasern umgeben, zerstört und verhindern die Weiterleitung der Nervensignale. Dadurch kommt es zu Störungen bei den Körperbewegungen und zu Behinderungen in den späteren Verlaufsformen.


Sind Sie oder ihr Angehöriger bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und auf Hilfe im Alltag angewiesen, kommt für Sie eventuell eine stundenweise oder eine 24-Stunden-Betreuung in Frage. Die Betreuungskräfte können Aufgaben im Haushalt sowie einfache pflegerische (keine medizinischen!) Aufgaben übernehmen. Gerne gehen wir für Sie auf die Suche nach einem für Sie geeigneten Betreuungsdienst. Unter 0800 122 273 0 können Sie sich an uns wenden. Wir helfen Ihnen komplett kostenlos einen Betreuungsdienst in Ihrer Umgebung zu finden. Wichtig: Betreuungskräfte ersetzen keine ärztliche oder pflegerische Behandlung!

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 5/6/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Symptome und Varianten

Wie sehen Symptome und Verlauf vom Multipler Sklerose (MS) aus?

Multiple Sklerose hat verschiedene Verlaufsformen, bei denen verschiedenartige Symptome auftreten. Diese Verlaufsformen werden grundsätzlich in schubförmige und chronisch-voranschreitende Verläufe aufgeteilt. Auf Grund des unterschiedlichen Krankheitsverlaufs wird MS auch „die Krankheit mit den tausend Gesichtern“ genannt.

Der schubförmige Verlauf tritt bei jungen Erkrankten häufig auf und ist bei 80% der Betroffenen das erste Stadium der Krankheit. Dieser Verlauf wird durch die in Schüben auftretenden Symptome ausgezeichnet, die aufgrund von Infektionen, Fieber oder auch Stresssituationen aufkommen können. Zwischen den Schüben vergehen meist mehr als 30 Tage, worin die Beschwerden völlig oder teilweise abklingen. Bei jedem Schub kommen neue Symptome auf, wobei in manchen Fällen auch ältere Symptome mit den Neuen einhergehen können. Die Dauer dieser Schübe ist personenbedingt. So können sie bei manchen Betroffenen einige Tage andauern, während es bei anderen wochenlang anhalten kann. In den späteren Krankheitsstadien klingen die Symptome nicht mehr völlig ab. So bleiben Restsymptome, aufgrund denen eine bleibende Funktionsstörung entsteht. 


In den späteren Stadien oder bei älteren Betroffenen verläuft die Krankheit meist chronisch-voranschreitend. So kommt es hierbei zu einem langsamen und kontinuierlichen Fortschreiten der Krankheit. Dies kann mit oder ohne zusätzlichen Schüben entstehen.     


Folgende Symptome sind typisch für MS:

Auge im Querschnitt von der Seite
  • Sehstörungen
  • Muskellähmung meist beginnend am Arm oder Bein
  • Empfindungsstörungen wie z.B. Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schmerzen
  • Müdigkeit und Schwindel
  • Bewegungsstörungen und Koordinationsprobleme
  • Sprachstörungen
  • Blasenschwäche oder Verstopfung
  • Störungen der Harnwege und Verdauungsorgane
  • Depressionen und Angststörungen
Pflege und Behandlung

Wie sieht die Behandlung von Multiple Sklerose (MS) aus?

Spritze

Der Verlauf der Krankheit ist bei jedem Betroffenen anders. Daher ist eine umfangreiche Untersuchung besonders wichtig. Bei der Behandlung von MS geht es darum, eine hohe Lebensqualität des Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten und die Lebenserwartung zu verlängern. Ebenso kann eine Beratung und Aufklärung sowie emotionale Unterstützung des Betroffenen hilfreich sein.


Bei der Behandlung einer MS werden hauptsächlich Medikamente verwendet, die das Immunsystem stärken und somit Schüben vorbeugen oder diese behandeln. Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen Behandlungsformen.

  • Behandlung bei akuten Schüben: Hierbei werden dosierte Glukokortikoide wie z.B. Kortison für die Unterdrückung der Entzündungen verwendet. Bei schwerwiegenden Schüben kann eine Blutwäsche (Plasmapharese) erfolgen.
  • Behandlung zur Schubprophylaxe: Diese Behandlung wird zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs angewendet. Somit ist sie als eine Basisbehandlung zu sehen, bei der Medikamente zur Stärkung des Immunsystems verabreicht werden.

Behandlung der Symptome: Hier werden die begleitenden Symptome mit verschiedenen Medikamenten behandelt. Diese Behandlung umfasst jedoch auch Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie aber auch psychotherapeutische Betreuung.

Besonderheiten

Wie ist der Verlauf von Multipler Sklerose (MS)?

Graf mit einem grünen und einem roten Verlauf

Die Verlaufsformen und Symptome der Multiplen Sklerose sind personenabhängig. Die Einstellung der Folgeerkrankungen hängt unter anderem auch von der ärztlichen Behandlung, dem Ansprechen darauf und den Rehabilitationsmaßnahmen ab. Es ist jedoch wichtig hinzuzufügen, dass die Lebenserwartung bei MS sich kaum verkürzt, sofern keine schwere körperliche Behinderung vorliegt. Zudem leben circa zwei Drittel der Betroffenen mit einer sehr geringen Beeinträchtigung.

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Dokumente

Multiple Sklerose, MS - Dokumente

Das Wichtigste auf einem Blick: MS.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Verlauf, Symptome und Behandlung von Multiple Sklerose und MS

Welche Altersgruppe ist von MS betroffen?

MS tritt am häufigsten im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf.

Was sind die Ursachen für MS?

Diese sind noch nicht komplett bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass MS vererbt wird oder durch eine Virusinfektion in der Pubertät ausgelöst wird. 

Welche Verlaufsformen hat MS?

MS charakterisiert sich durch einen schubförmigen oder chronisch-voranschreitenden Verlauf.

Wie lange dauert ein Schub?

Schübe können zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen anhalten. Jedoch wird erst von einem Schub gesprochen, wenn die Symptome (z.B. Taubheit eines Körperteils) länger als 24 Stunden anhalten.

Wie viel Zeit vergeht zwischen Schüben?

In der Regel vergehen zwischen Schüben mindestens 30 Tage. Manchmal können sogar Jahre vergehen, bevor ein neuer Schub auftritt.

Was sind die Symptome der MS?

MS hat vielfältige Symptome. Diese sind:

o   Sehstörungen

o  Muskellähmung, meist beginnend am Arm oder Bein

o  Empfindungsstörungen wie z.B. Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schmerzen

o  Müdigkeit und Schwindel

o  Bewegungsstörungen und Koordinationsprobleme

o  Sprachstörungen

o  Blasenschwäche oder Verstopfung

o  Störungen der Harnwege und Verdauungsorgane

o  Depressionen und Angststörungen 

Wie wird MS behandelt?

Bei MS wird eine medikamentöse Behandlung angewandt, um Entzündungen zu unterdrücken, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und begleitende Symptome zu heilen.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei einer höhergradigen MS?

Statistisch betrachtet liegt sie sechs bis zehn Jahre unter der allgemeinen Lebenserwartung.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.