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Schwindel
Frau mit Schwindel

Schwindel  - Symptome und Behandlung

Als Schwindel bezeichnet man eine Scheinbewegung oder Benommenheit, die als Anzeichen für ein gestörtes Gleichgewichtssystem gilt. Schwindel kann kurzfristig durch außergewöhnliche Reize, wie eine Fahrt mit dem Karussell, oder langfristig durch Krankheiten auftreten. Betroffene berichten davon, dass ihre Umgebung um sie herumkreist, sie Schwankungen wahrnehmen oder einen vertikalen Sog erfahren. Um das Gleichgewicht zu steuern sind neben dem Gehirn drei Sinnessysteme direkt beteiligt:


  • Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr sitzt direkt neben dem Hörorgan und gibt an, in welche Richtung man sich bewegt
  • Die Augen ermöglichen die räumliche Wahrnehmung und signalisieren dem Gehirn, wo man sich befindet
  • Hinzu kommen Tast- und Tiefensinn, die Informationen über Geschwindigkeit und Bewegungsabläufe geben

Neben Kopf- und Rückenschmerzen ist Schwindel der häufigste Grund von gesundheitlichen Beschwerden, etwa jeder sechste Patient klagt bei seinem Hausarzt darüber. Betroffen sind bei den jungen Erwachsenen 2%, ab dem 65. Lebensjahr steigert sich die Häufigkeit auf rund 30% (Quelle).

Achtung: Dieser Artikel dient lediglich der Information, er ersetzt keinen Arztbesuch und ist nicht zur Diagnose geeignet.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 10.08.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Symptome und Varianten

Drehschwindel und weitere Arten von Schwindel

Die Balance im Körper ist von verschiedenen Systemen abhängig, daher können Ursachen und Symptome von Schwindel vielfältiger Art sein. Sie können plötzlich stark auftreten und ebenso schnell abklingen oder als eine langfristige Benommenheit anhalten. Man kann den Schwindel in drei Formen untergliedern:


  • Drehschwindel: Die Umgebung scheint zu kreisen oder man spürt eine interne Drehbewegung
  • Schwankschwindel: Das Gefühl, dass man bei Stillstand schwankt oder der Boden sich bewegt
  • Liftschwindel: Man wird wie in einem Aufzug nach oben oder unten gezogen oder droht zur Seite umzufallen
Mann mit Schwindel

Ist eines der drei Sinnessysteme beeinträchtigt oder die einwandfreie Blutzufuhr in das Gehirn nicht gewährleistet, kann der Körper mit Warnsignalen in Form von Schwindel reagieren. Dies kann unter anderem auf Krankheiten wie Nervenentzündungen, Herz-Kreislauf-Störungen oder psychische Leiden zurückzuführen sein. Auch bei gesunden Menschen kann Schwindel vorkommen, sollten sie nicht ausreichend schlafen, körperlicher Überbelastung ausgesetzt sein oder einen niedrigen Blutdruck haben.

Gerne helfen wir Ihnen über unsere kostenlose Service-Hotline unter 0800 / 12 227 30 ein passendes Produkt zu finden. Kosten entstehen dabei für Sie nicht, da wir über Beiträge von Pflegedienstleistern und Sanitätshäusern finanziert werden.

Pflege und Behandlung

Schwindel behandeln - Schwindeltraining und mehr

Ein Arzt mit Kittel

Oft vergeht der Schwindel nach kurzer Zeit von selbst. Sollte er länger anhalten, ohne ersichtlichen Grund auftreten oder wiederkehrend sein, ist es ratsam den Hausarzt aufzusuchen. Dieser kann den Zusammenhang zwischen Schwindel und Ursache anhand der Patientenakte oder durch Tests meist schon vor Ort herausfinden. Gegebenenfalls wird an Spezialisten, wie HNO-Arzt, Neurologe oder Internist für eine eindeutige Diagnose verwiesen.


Ist die Ursache für den Schwindel gefunden, wird eine individuelle Therapie verschrieben. Diese reicht von einfachen Medikamenten, wie Antibiotika oder Kortison, bis zu Operationen, bei einem Tumor, Gefäßproblemen oder Wucherungen im Innenohr. Durch gezieltes Training ist es zudem möglich das Gleichgewichtssystem zu stärken.

Besonderheiten

Schwindel - Besondere Ursachen

Schwindel ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom vieler Erkrankungen oder Überbelastungen des Körpers. Alkohol, falsche Bewegungen oder Müdigkeit sind Gründe für plötzlichen Schwindel, der nur von kurzer dauert ist.


Genauso kann der Schwindel auch von einer Phobie kommen, wie etwa der Höhenangst. Oftmals sind sich Betroffene dessen nicht bewusst, weshalb der Schwindel als eine Art Ventil für diese unterbewusste Angst fungiert. Deshalb werden in Verbindung mit Schwindel auch oft Psychiater aufgesucht.

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Dokumente

Dokumente - Schwindelgefühl

Das Wichtigste auf einem Blick: Schwindel.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Gleichgewichtsstörungen

Ist Schwindel behandelbar?

In den meisten Fällen ja. Oftmals tritt Schwindel plötzlich auf und ist genauso schnell wieder abgeklungen. Hält dieser länger an oder ist wiederkehrend ist es ratsam seinen Hausarzt aufzusuchen, dieser ist in der Lage die Ursache zu lokalisieren und zu behandeln oder die Betroffenen an einen Spezialisten zu überweisen.

Was ist Schwindel?

Als Schwindel bezeichnet man eine Scheinbewegung oder Benommenheit. Betroffene haben das Gefühl, dass sich die Umgebung dreht, sie in eine Richtung gezogen werden oder der Boden schwankt.

Wie entsteht Schwindel?

Durch eine Störung im Gleichgewichtssystem. Bei diesem arbeiten, neben dem Gehirn, drei Sinne zusammen: Den Augen, dem Gleichgewichtsorgan im Ohr und dem Tast- und Tiefensinn. Ursachen hierfür kann ein außergewöhnlicher Reiz, wie eine Karussellfahrt, eine Ermüdung des Körpers, psychische Leiden oder eine Erkrankung sein. Der Schwindel selbst ist keine eigenständige Krankheit, sondern dient als Warnsignal.

Wie häufig tritt Schwindel auf?

Etwa jeder sechste Patient klagt bei seinem Hausarzt über langanhaltenden Schwindel. Damit ist das, zusammen mit Kopf- und Rückenschmerzen, der häufigste Grund für einen Arztbesuch. Mit zunehmendem Alter tritt der Schwindel vermehrt auf, so steigert er sich kontinuierlich von 2% bei jungen Erwachsenen bis auf 30% bei den über 65-jährigen.

Welche Arten von Schwindel gibt es?

Man unterscheidet grob in Drehschwindel (Umgebung dreht sich), Schwankschwindel (der Boden schwankt, unsicherer Stand) und Liftschwindel (ziehen in eine Richtung). 


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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