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Parkinson
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Parkinson - Symptome, Behandlung und Besonderheiten

Zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems zählt die nach dem britischen Arzt James Parkinson benannte Morbus Parkinson. Sie ist nicht nur eine der häufigsten, sondern auch eine der bekanntesten neurologischen Erkrankungen. Bekannt ist sie besonders durch ihr langsames Fortschreiten und ihr häufigstes Symptom, die Bewegungsstörung. Ausgelöst werden die willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen durch einen Dopamin-Mangel im Gehirn. Doch nicht nur das Gehirn ist betroffen, auch das Nervensystems des Magen-Darm-Trakts wird durch Morbus Parkinson verändert. Mit dieser Veränderung einhergehend kann es zu Symptomen wie Verdauungsstörungen und verfälschter Geruchswahrnehmung kommen. Oft treten diese Symptome noch vor den Bewegungsstörungen auf.


Morbus Parkinson ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Besonders in den vergangenen Jahren haben neue Medikamente dazu beigetragen, dass Symptome effektiv und dauerhaft behandelt werden können. Obwohl Morbus Parkinson das Leben von Betroffenen erschweren kann, ist im Rahmen einer Behandlung ein selbstbestimmtes Leben möglich.

Achtung: Dieser Artikel dient lediglich der Information, er ersetzt keinen Arztbesuch und ist nicht zur Diagnose geeignet.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 7/22/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Unterstützungsmöglichkeiten
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Unterstützungsmöglichkeiten

Wer kann bei Morbus Parkinson unterstützen?

Krankenschwester in blauer Kleidung mit Haube

Parkinson kann im fortgeschrittenen Stadium alltägliche Dinge sehr erschweren bis nahezu unmöglich machen. In diesen Fällen kann beispielsweise eine von der Pflegekasse finanzierte, stundenweise Betreuung helfen, um möglichst lange im eigenen Zuhause leben zu können. Eine solche Pflegekraft hilft beim Zubereiten von Mahlzeiten, beim Reinigen der Wohnung, aber auch bei sozialen Anlässen (z.B. Freunde besuchen). Auf diese Weise wird das Leben des Erkrankten deutlich vereinfacht und mehr Lebensqualität erreicht.


Wichtig: Achten Sie bei der Suche nach einem Pflegedienstleister auf die volle Pflegekassenzulassung. Nur so kann eine private Zuzahlung entfallen oder möglichst niedrig ausfallen. Über unser kostenloses Service-Telefon (0800 122 273 0) helfen wir Ihnen gerne, einen passenden Anbieter zu finden. Dieser Service ist für Sie vollständig kostenfrei und wird durch Beiträge der Pflegedienstleister finanziert.

Bei besonders schweren Fällen kommt auch eine 24-Stunden-Pflege im eigenen Zuhause des Pflegebedürftigen in Betracht. Eine Pflegekraft zieht in diesem Fall in ein Zimmer in der Wohnung des Pflegebedürftigen ein und kann sich rund um die Uhr kümmern. Auch in diesem Fall können wir Sie über unsere kostenlose Service-Hotline an einen passenden Anbieter aus Ihrer Region weiterleiten.

Symptome und Varianten

Motorische und nicht-motorische Symptome von Morbus Parkinson

Herz mit EKG Zeichen darin

Die am häufigsten von Parkinson betroffene Gruppe sind Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Lediglich 10% aller Betroffenen erkranken vor dem 40. Lebensjahr. In bis zu 75% der Fälle leiden Betroffene unter dem idiopathischen Parkinson-Syndrom, das ohne erkennbare Ursache auftritt. Auch genetisch-bedingte Formen von Parkinson sind möglich, ebenso wie durch Medikamente ausgelöste Formen. Diese werden allgemein als symptomatisches Parkinson-Syndrom zusammengefasst.


Grundsätzlich werden Symptome für Parkinson zwischen Hauptsymptomen (motorisch) und Begleitsymptome (nicht-motorisch) unterschieden. Zu den häufigsten Hauptsymptomen zählen:

  • Unbeweglichkeit und Verlangsamung
  • Steifheit der Muskeln
  • Tremor (Zittern)
  • Gestörte Halte- und Stellreflexe

Parkinson entwickelt sich schleichend und wird in der Regel erst spät diagnostiziert. Wie stark die Hauptsymptome auftreten ist abhängig vom Krankheitsverlauf.

Umriss eines Magens mit blauer Flüssigkeit als Inhalt

Begleitsymptome greifen dagegen andere Körperfunktionen an. Zu den häufigsten Begleitsymptomen zählen:

  • Störungen im Magen-Darm-Trakt
  • Psychische Erkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Blasenschwäche
  • Hautirritationen
  • Verschlechterungen des Herz-Kreislauf-Systems

Im Vergleich zu den Hauptsymptomen können Begleitsymptome bereits wesentlich früher auftreten. Leider ist eine Diagnose für Morbus Parkinson in diesem Stadium nicht immer einfach, da die oben genannten Begleitsymptome viele Ursachen haben können. Demnach erfolgt die Diagnose meist erst nach dem ersten Auftreten der Bewegungsstörungen.

Pflege und Behandlung

Behandlung von Morbus Parkinson

Dose mit Tabletten

Eine Behandlung der Parkinson-Symptome ist aufgrund neuster Medikamente und der bahnbrechenden Forschungsergebnisse der letzten Jahre gut möglich. Informieren Sie sich bei Ihrem Hausarzt, oder einem Facharzt über mögliche Behandlungsmöglichkeiten. Parkinson bedeutet heutzutage nicht mehr, ständig auf Hilfe angewiesen zu sein. In der Regel können betroffene Personen nach Feststellung der Erkrankung noch jahre- und jahrzentelang ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen. Die Medikamente müssen jedoch im Verlauf der Erkrankung immer wieder angepasst werden. Im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung ist trotzdem meist eine Pflegebedürftigkeit vorhanden.


Im Umgang mit an Parkinson erkrankten Personen sollten folgende Punkte unbedingt beachtet werden:

  • Haben Sie Geduld. Wer an Parkinson erkrankt, benötigt für motorische Aufgaben länger. Wer gehetzt wird oder aufgefordert wird sich zu beeilen, der braucht in der Regel noch länger.
  • Fragen Sie, ob Sie helfen können. Viele Patienten und Patientinnen wollen Ihre motorischen Aufgaben selbst bewältigen, andere sind für Hilfe dankbar. Fragen Sie nach, wie es für die betroffene Person am besten ist.
  • Grundsätzlich sollte die Selbstständigkeit des Erkrankten gefördert werden.
  • Nehmen Sie Personen, die an Parkinson erkrankt sind, ernst. Die Auffassungsgabe und die Intelligenz von an Parkinson Erkrankten sind nicht vermindert.
  • Richten Sie die Wohnung der betroffenen Person so ein, dass diese sich möglichst selbstständig fortbewegen kann. Dazu zählen unter anderem Halterungen, Sitz- und Stehhilfen (besonders im Bad), sowie spezielles Besteck.

Besonderheiten

Morbus Parkinson bei Kindern und Jugendlichen

DNA-Helix

Obwohl Parkinson in den meisten Fällen nur bei älteren Menschen auftritt, können auch Kinder und Jugendliche davon betroffen sein. Eine möglichst selbstständige Erziehung sollte in diesem Fall im Mittelpunkt stehen. Besonders häufig ist ein früher Krankheitsausbruch dann, wenn Parkinson vererbt wird. Wenn mehr als zwei Familienmitglieder an Parkinson erkrankt sind, besteht bereits der Verdacht auf eine familiäre Form.

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Dokumente

Morbus Parkinson - Dokumente

Das Wichtigste auf einem Blick: Parkinson.pdf

FAQ

Häufige Fragen zu Morbus Parkinson

Ist Parkinson behandelbar?

Ja, Parkinson-Symptome können heutzutage gut behandelt werden. Eine Heilung gibt es jedoch nicht. Informieren Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt über eine geeignete Behandlungsmöglichkeit. Besonders in den letzten Jahren gab es bahnbrechende Fortschritte bei der Behandlung von Morbus Parkinson.

Was sind typische Symptome von Parkinson?

Hauptsymptome (motorisch):

o  Unbeweglichkeit und Verlangsamung

o  Steifheit der Muskeln

o  Tremor (Zittern)

o  Gestörte Haltereflexe und Stellreflexe

Begleitsymptome (nicht-motorisch):

o  Störungen im Magen-Darm-Trakt

o  Psychische Erkrankungen

o  Schlafstörungen

o  Blasenschwäche

o  Hautirritationen

o  Verschlechterungen des Herz-Kreislauf-Systems

In welchem Alter tritt die Krankheit am häufigsten auf?

Die Krankheit tritt in den häufigsten Fällen zwischen dem 50. Und 60. Lebensjahr auf und entwickelt sich schleichend.

Ist Parkinson vererbbar?

Ja, bestimmte Formen von Parkinson sind vererbbar. Insbesondere vererbte Formen von Parkinson treten auch in jüngeren Jahren (z.B. bei Kindern und Jugendlichen) auf.

In welche Formen von Parkinson wird unterschieden?

Zwischen idiopathisch und symptomatisch. In bis zu 75% der Fälle leiden Betroffene unter dem idiopathischen Parkinson-Syndrom, das ohne Ursache auftritt. Auch genetisch-bedingte Formen von Parkinson sind möglich, ebenso wie durch Medikamente ausgelöste Formen. Diese werden allgemein als symptomatisches Parkinson-Syndrom zusammengefasst.

Kann man mit Parkinson noch unabhängig und selbstbestimmt leben?

Ja, lässt man sich behandeln, ist das Leben mit Parkinson zwar mit einer erhöhten Anstrengung im Alltag verbunden, man kann dieses aber in der Regel unabhängig und selbstbestimmt meistern.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.