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Pflegegrad 1
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Pflegegrad 1 


Der erste der fünf Pflegegrade bezieht sich auf Menschen, die in ihrer Selbstständigkeit nur leicht eingeschränkt sind. Meistens haben diese pflegebedürftigen Personen eine körperliche Beeinträchtigung. Aber auch bei Demenz, Krebs oder psychischen Erkrankungen kann die Einstufung in einen Pflegegrad erfolgen, vorausgesetzt der Betroffene ist in seinem Alltag stark genug eingeschränkt. Häufig reichen diese Ursachen jedoch schon aus, um in einen höheren Grad eingeordnet zu werden. 


Entwickelt wurde der Pflegegrad 1 Ende 2016, als aus den bisherigen drei Pflegestufen, fünf Pflegegrade hervorgingen. Diese Umstellung ermöglicht es, bereits früher Pflegeleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Leistungen sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, die Versorgungssituation konstant zu halten und frühzeitig gegen mögliche Verschlechterungen vorzubeugen. Dabei hat der erste Pflegegrad eine Sonderstellung, da weder ein Anspruch auf Pflegegeld noch auf Pflegesachleistungen besteht. Diese sind in der frühen Phase der Pflegebedürftigkeit auch normalerweise nicht notwendig. Dafür stehen einige andere Angebote zur Verfügung: 

  • Entlastungsbeitrag in Höhe von 125€ 
  • Pflegehilfsmittel für bis zu 40€ (wegen der Corona-Pandemie aktuell 60€) 
  • Zuschüsse für den Wohnungsumbau für maximal 4.000€ 
  • Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214€ 
  • regelmäßige Pflegeberatungen 

Eine detailliertere Beschreibung der einzelnen Leistungen und auch mögliche Kriterien finden Sie im weiteren Verlauf dieses Artikels. 

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 5/18/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Beantragung
  • Ablauf des Gutachtens
  • Pflegetagebuch
  • Voraussetzungen
  • Leistungen
  • Höherstufung & Rückstufung
  • Das Wichtigste in Kürze
  • Dokumente
  • FAQ
  • Quellen
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Beantragung

Pflegegrad 1 beantragen

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Damit eine Person in Pflegegrad 1 eingestuft werden kann, muss zunächst eine allgemeine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden. Dazu ist ein Antrag bei der eigenen Krankenkasse einzureichen. Eine Vorlage finden Sie häufig direkt auf der Website Ihrer Krankenkasse. Das Antragsformular kann schriftlich per Post, am Telefon und teilweise auch direkt online ausgefüllt werden. Von diesen drei Möglichkeiten ist die telefonische Variante am wenigsten zu empfehlen, da es im Nachhinein keinen Nachweis über den Eingang des Antrags auf Pflegeleistungen gibt.


An dieser Stelle ist es noch nicht notwendig, explizit anzugeben, welcher Pflegegrad dem Antragssteller erteilt werden soll. Um dies festzustellen, schickt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) einen Gutachter, der die Selbstständigkeit der zu pflegenden Person vor Ort untersuchen soll. Hilfreich ist es, wenn bei diesem Termin auch eine Vertrauensperson des Pflegebedürftigen anwesend ist.


Wurde durch den Gutachter festgestellt, dass die Einstufung in einen Pflegegrad möglich ist, wird sich anschließend die Pflegekasse mit dem Antragssteller in Verbindung setzen. Im Normalfall sollte man 25 Arbeitstage nach Eingang des Antrags einen Bescheid erhalten.


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Ablauf des Gutachtens

Ablauf des Gutachtens beim Antrag auf Pflegegrad 1

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Bei den Gutachtern handelt es sich um gut ausgebildete Spezialisten, beispielsweise Pflegefachkräfte oder Ärzte. Der Hausbesuch ist wichtig, damit sich der Gutachter ein persönliches Bild von der Selbstständigkeit, aber auch der Wohnsituation der pflegebedürftigen Person machen kann. Ebenfalls berücksichtigt wird, inwiefern Pflegehilfsmittel vor Ort sind und ob mit diesen richtig umgegangen wird. Existieren aktuelle Arzt- und Krankenhausberichte, kann es von Vorteil sein, diese bereitzuhalten. Durchschnittlich sollte man für den Hausbesuch eine Stunde einplanen.


Ist man mit dem Ergebnis des Gutachtens nicht einverstanden, ist es möglich, dagegen Widerspruch einzulegen. Dazu muss sich innerhalb von einem Monat nach Erhalt des Pflegebescheides mit der Pflegekasse in Verbindung gesetzt werden. Besonders empfehlenswert ist ein Widerspruch, wenn nur wenige Punkte bis zum nächsthöheren Pflegegrad fehlen.


Pflegetagebuch

Anfertigen eines Pflegetagebuchs bzw. Pflegeprotokolls für Pflegegrad 1

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Für den Termin mit dem Gutachter kann es hilfreich sein, wenn zuvor mindestens eine Woche lang ein Pflegetagebuch geführt wurde. Dies ist keine Pflicht, kann dem Gutachter jedoch helfen, die Lage genauer einzuschätzen, da er ansonsten durch den Besuch nur eine Momentaufnahme vermittelt bekommt, die nicht die alltägliche Lebenssituation der betroffenen Person repräsentiert. In diesem Tagebuch sollen zu den verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens, z.B. Kommunikationsfähigkeit, Mobilität oder Selbstversorgung, erfasst werden, wie eigenständig diese Tätigkeiten noch ausgeführt werden können. Wichtig ist, dass das Pflegetagebuch nur mit Einverständnis der zu pflegenden Person durchgeführt wird.


Für den Aufbau des Protokolls bzw. Tagebuchs gibt es grundsätzlich keine speziellen, formalen Anforderungen. Am einfachsten ist es jedoch, das Tagebuch nicht selbst zu erstellen, sondern sich an eine bestimmte Vorlage zu halten. Dafür bieten verschiedenste Anbieter und auch die meisten Krankenkassen, Downloads auf ihren Websites an. Dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die jeweilige Vorlage für die neuen Pflegegrade und nicht für die alten Pflegestufen gedacht ist, da sich im Aufbau seit der Reform Ende 2016 einiges verändert hat.

Voraussetzungen

Voraussetzungen für Pflegegrad 1

Eine wichtige Bedingung für Pflegegrad 1 ist, dass noch eine hohe Selbstständigkeit erhalten und eine geringe Beeinträchtigung der Fähigkeiten vorhanden ist. Der Aufwand für den Pflegenden ist demnach vergleichsweise klein. Mit Hilfe der sechs folgenden Kriterien (offiziell als Module bezeichnet) wird der Gutachter den Grad der Selbstständigkeit feststellen:

  • Mobilität 
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten 
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen 
  • Selbstversorgung 
  • Selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen 
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakt 

Werden mindestens 12,5 und weniger als 27 Punkte erreicht, ist die Voraussetzung für Pflegegrad 1 gegeben. Hierbei ist es nicht wichtig, bei jedem der sechs Kriterien Punkte zu sammeln. So reicht es beispielsweise aus, wenn in einem Modul alle 12,5 und in allen anderen keine Punkte gesammelt wurden, um den ersten Pflegegrad zu erhalten. Insgesamt können bei der Prüfung des MDK übergreifend bis zu 100 Punkte erlangt werden. Je höher die Punktzahl, desto höher auch die Einstufung in einen Pflegegrad.


Wollen Sie mehr Details über die einzelnen Module erfahren? Diese finden Sie auf der folgenden Seite: Pflegegrad und Pflegestufe – Alle Leistungen von Pflegegrad 1 bis 5.

Leistungen

Leistungen bei Pflegegrad 1

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Bei den Leistungen hat Pflegegrad 1 eine besondere Stellung, denn anders als bei den restlichen vier Pflegegraden, gibt es weder Pflegegeld- noch Pflegesachleistungen. Aufgrund der vergleichsweisen hohen Selbstständigkeit sind diese Leistungen im Normalfall auch nicht notwendig. Den Pflegebedürftigen stehen dafür eine Reihe anderer Angebote zur Verfügung. Welche das sind, können Sie im Folgenden detailliert nachlesen:


Entlastungsbeitrag: Beim Entlastungsbeitrag handelt es sich um eine Geldleistung in Höhe von 125€, die – wie der Name schon sagt – zur Entlastung der Pflegepersonen dient. Das Ziel ist es, mit Hilfe von verschiedensten Betreuungsangeboten den Alltag der zu pflegenden Person angenehmer zu gestalten und die Selbständigkeit dabei zu fördern. Wichtig ist, dass der Anspruch auf den Entlastungsbeitrag nur bei häuslicher Pflege besteht. Des Weiteren wird diese Leistung, anders als beim Pflegegeld, nicht an den Pflegebedürftigen ausgezahlt. Dieser muss in Vorleistung gehen und kann anschließend von der Pflegekasse bis zu 125€ zurückerstattet bekommen. Wird in einem Monat nicht das vollständige Budget ausgeschöpft, kann dieses bis zu einer bestimmten Frist angespart und zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden.


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Pflegehilfsmittel: Bei Pflegegrad 1 stehen der zu pflegenden Person monatlich 40€ (Aufgrund der Corona-Pandemie aktuell 60€) für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zur Verfügung. Um diese Pflegehilfsmittel möglichst komfortabel zu erhalten, gibt es Hilfsmittelboxen, die entweder fertig zusammengestellt sind oder bei Bedarf auch individuell gestaltet werden können. In diesen Boxen befinden sich z.B. Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und andere Hilfsmittel, die nach Benutzung nicht erneut verwendet werden können. Zusätzlich besteht bei Bedarf auch ein Anspruch auf technische Pflegehilfsmittel, wie beispielsweise ein Hausnotrufgerät. Technische Hilfsmittel sind jedoch meist nur ausgeliehen und müssen wieder zurückgegeben werden.

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Wohngruppenzuschlag: Der Wohngruppenzuschlag kann bei der Pflegekasse beantragt werden, wenn mindestens drei pflegebedürftige Personen in einer Wohnung zusammenleben. Dieser beträgt monatlich 214€ pro Person. Der Betrag dient dem Zweck, gemeinsam einen Betreuungsdienst oder eine Privatperson zu engagieren, die unabhängig von Pflegeleistungen unterstützend tätig werden. Mögliche Aufgaben sind hierbei betreuende oder verwaltende Tätigkeiten.


pflegegrad-1-wohungsumbauZuschüsse zum Wohnungsumbau: Kann mit Hilfe von Umbaumaßnahmen in der Wohnung des zu Pflegenden dafür gesorgt werden, dass weiterhin ein selbständiges Leben möglich ist, bzw. die verlorengegangene Selbstständigkeit wiederhergestellt werden, gibt es die Möglichkeit, dafür einen Zuschuss von bis zu 4.000€ von der Pflegekasse zu erhalten. Sinnvolle Anpassungen können der barrierefreier Badumbau, ein Treppenlift oder das Entfernen von unnötigen Gefahrenquellen und Hindernissen, wie Türschwellen, sein. Hierbei ist es wichtig, den Zuschuss bereits vor Beginn der Umbauarbeiten zu beantragen und die daraus folgenden Änderungen rechtzeitig mit dem Vermieter abzuklären.


Eine weitere Möglichkeit, einen Zuschuss für den barrierefreien Wohnungs- bzw. Hausumbau zu erhalten, bietet die KfW Bank unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad. Für Einzelmaßnahmen werden durch diesen Zuschuss 10% der Kosten, aber maximal 5.000€ gedeckt. Bei einem altersgerechten Umbau der gesamten Wohnung bzw. des gesamten Hauses sind es 12,5% der Kosten und höchstens 6.250€. Beantragen kann man diesen Zuschuss direkt bei der KfW Bank. Wichtig ist, dass diese Unterstützung nicht mit der Leistung der Pflegekasse verbunden werden kann. Es geht entweder das eine oder das anderer, aber nicht beides gleichzeitig für dieselbe Umbaumaßnahme.


Pflegeberatung: Neben finanziellen Hilfen werden bei Pflegegrad 1 auch Beratungsdienstleistungen angeboten. Zum einen gibt es die Möglichkeit, Fragen direkt per Telefon bei der Pflegekasse zu stellen. Zum anderen sind auch Beratungsbesuche in der eigenen Wohnung möglich. Anspruch auf häusliche Beratungen durch einen ambulanten Pflegedienst besteht bis zu zweimal im Jahr. Durch diese Termine wird pflegenden Angehörigen die Möglichkeit geboten, offen Fragen direkt vor Ort und mit Fachpersonal zu klären.
 

Höherstufung & Rückstufung

Höherstufung und Rückstufung bei Pflegegrad 1

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Hat sich der Zustand der pflegebedürftigen Person verschlechtert, ist es möglich bei der Krankenkasse bzw. Pflegekasse alle sechs Monate einen Antrag auf Höherstufung zu stellen. Eine Vorlage kann auf der Website der jeweiligen Krankenkasse gefunden werden und anschließend per Mail oder mit der Post eingereicht werden. Kommt es beim Betroffenen jedoch plötzlich zu einer sehr starken Verschlechterung, ist eine Antragsstellung auch unabhängig der sechsmonatigen Frist möglich.


Hat sich der Zustand eines pflegebedürftigen Menschen wieder verbessert, kann die Pflegekasse auch eine Rückstufung des Pflegegrades umsetzen. Speziell beim ersten Pflegegrad würde eine Rückstufung mit einem Verlust dessen einhergehen. Ähnlich wie beim Gutachten, kann gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt werden.

Das Wichtigste in Kürze

Pflegegrad 1 – Das Wichtigste in Kürze

  • Menschen mit leichten Einschränkungen der Selbstständigkeit können Pflegegrad 1 erhalten. 
  • Beantragen kann man den ersten Pflegegrad bei der Krankenkasse. 
  • Werden beim Gutachten 12,5 bis 27 Punkte bei den sechs Modulen vergeben, ist die Voraussetzung für Pflegegrad 1 erfüllt. 
  • Ist man mit dem Ergebnis des Gutachtens nicht einverstanden, kann es sich lohnen Widerspruch einzulegen. 
  • Folgende Leistungen erhalten pflegebedürftige Personen beim ersten Pflegegrad: Entlastungsbeitrag, Pflegehilfsmittel, Zuschüsse zum Wohnungsumbau, Wohngruppenzuschlag und Pflegeberatung. 
  • Bei einer Verschlechterung bzw. Verbesserung des pflegebedürftigen Menschen ist eine Höherstufung bzw. Rückstufung des Pflegegrades möglich. 

Dokumente

Pflegegrad 1 - Dokumente

Das Wichtigste auf einem Blick: Pflegegrad 1.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Pflegegrad 1


Was ist der Unterscheid zwischen Pflegegrad und Pflegestufe?

Bei den Pflegestufen handelt es sich um die alte Bezeichnung, die Ende 2016 durch die neuen Pflegegrade ersetzt wurde. Dabei kam es zu einigen Änderungen hinsichtlich der Beantragung und Leistung. So ist es mittlerweile früher möglich einen Pflegegrad zu erhalten. Des Weiteren wird der Fokus nun verstärkt auf die Selbstständigkeit gelegt, wodurch die Gleichberechtigung von pflegebedürftigen Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen verbessert wurde. 

Welche Leistungen erhält man bei Pflegegrad 1?

Die Leistungen sind breit gefächert und umfassen den Entlastungsbeitrag, Wohngruppenzuschlag, Zuschüsse zum Wohnungsumbau und für Pflegehilfsmittel. Des Weiteren stehen regelmäßige Beratungen durch die Krankenkasse oder auch professionelles Pflegepersonal zur Verfügung. Pflegegeld und Pflegesachleistungen erhält man beim ersten Pflegegrad hingegen nicht. 

Was ist ein Pflegetagebuch bzw. ein Pflegeprotokoll?

Ein Pflegetagebuch bzw. Pflegeprotokoll dient dazu, die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person für mindestens eine Woche zu dokumentieren. Dies kann helfen, dem Gutachter ein besseres Bild des Betroffenen zu vermitteln. Dabei sollten dieselben Kriterien berücksichtigt werden, die auch für das Gutachten relevant sind. Diese sind z.B. Mobilität, Selbstversorgung oder Kommunikationsfähigkeiten. 

Wird der Entlastungsbeitrag ausgezahlt?

Beim Entlastungsbeitrag ist der Pflegebedürftige verpflichtet die jeweilige Dienstleistung zunächst eigenständig zu finanzieren. Anschließend können von der Pflegekasse bis zu 125€ zurückerstattet werden. 

Was macht man, wenn man mit dem Gutachten nicht einverstanden ist?

Ist man mit dem Ergebnis der häuslichen Begutachtung nicht einverstanden, kann es sich lohnen bei der Krankenkasse Widerspruch einzulegen. In Situationen, in denen beim Gutachten nur noch wenige Punkte fehlen, um in einen höheren Pflegegrad eingestuft werden zu können, kann ein Widerspruch ebenfalls sinnvoll sein. 

Was passiert, wenn sich die Selbstständigkeit verschlechtert hat?

Stellt man fest, dass die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person abnimmt bzw. dass sich der Pflegeaufwand deutlich erhöht hat, ist es empfehlenswert, bei der Krankenkasse eine Höherstufung zu beantragen. Dazu kommt erneut ein Gutachter zu einem Hausbesuch vorbei. Werden dabei genügend Punkte erreicht, steht einer Höherstufung nichts mehr im Weg. Einen Antrag auf Höherstufung kann man alle 6 Monate oder bei triftigem Grund auch jederzeit stellen. 

Kann man seinen Pflegegrad wieder verlieren bzw. zurückgestuft werden?

Kann die Pflegekasse nachweisen, dass kein Pflegegrad mehr notwendig ist oder dass sich die Selbstständigkeit der zu pflegenden Person wieder verbessert hat, ist eine Rückstufung möglich. Auch gegen diese Entscheidung kann bei Bedarf Widerspruch eingereicht werden. 

Quellen

Quellen:

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz - Leistungen bei Pflegegrad 1, (abgerufen am 26.04.2021)

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz - Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit, (abgerufen am 26.04.2021)

Barmer, (abgerufen am 26.04.2021)

Bundesministerium für Gesundheit, (abgerufen am 26.04.2021)

Krankenkassenzentrale, (abgerufen am 26.04.2021)

Medizinischer Dienst der Krankenkassen - Die Selbstständigkeit als Maß der Pflegebedürftigkeit, (abgerufen am 26.04.2021)

Medizinischer Dienst der Krankenkassen - Die Selbstständigkeit als Maß der Pflegebedürftigkeit - FAQ, (abgerufen am 26.04.2021)

AOK, (abgerufen am 26.04.2021) 

Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.