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Tinnitus
Ohr mit Schallwelle

Tinnitus - Rauschen im Ohr und andere Ohrgeräusche: Symptome, Behandlung und Ursachen

Tinnitus aurium ist lateinisch für „Klingeln der Ohren“ und wird umgangssprachlich auch als Phantomgeräusch bezeichnet. Wie der Name schon sagt, zeichnet sich der Tinnitus durch ein Ohrgeräusch aus, das auf keine äußeren Einflüsse zurückgeführt werden kann und somit als Störung der Hörfunktion betrachtet wird. Da diese Hörstörung in verschiedenen Formen auftreten kann, sind auch die gehörten Geräusche unterschiedlich. Diese können sich durch Brummen, Pfeifen, Zischen, Rauschen oder Knacken äußern. In den meisten Fällen ist das Störgeräusch gleichbleibend, es sind aber auch rhythmische, schwankende und pulsierende Formen bekannt. Bei einem Tinnitus handelt es sich nicht um eine auditive Halluzination, sondern um eine Fehlfunktion des Hörorgans, die in vier Grade unterteilt wird. Es wird davon ausgegangen, dass bis zu 25% aller Menschen in ihrem Leben irgendwann von einem kurzzeitigen oder langzeitigen Tinnitus betroffen sind. Bundesweit tritt die Krankheit am häufigsten im Alter von über 65 Jahren auf (Quelle).

Achtung: Dieser Artikel dient lediglich der Information, er ersetzt keinen Arztbesuch und ist nicht zur Diagnose geeignet.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 10.08.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
Symptome und Varianten

Symptome und Ursachen von Tinnitus, Rauschen im Ohr und anderen Ohrgeräuschen

Tinnitus kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten zählen: Hörsturz, Tauchunfall, Schall- oder Knalltrauma, Tumor im Gehörnerven und Lärmschwerhörigkeit. Die Symptome sind in der Regel immer gleich, denn Tinnitus äußert sich durch ein hörbares Geräusch im Ohr – in den meisten Fällen als Pfeifen. Es gibt aber auch den Fall von Rauschen im Ohr und anderen Geräuschen.

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Tinnitus kann plötzlich auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln. Auffällig ist jedoch, dass die Zahl der Betroffenen ab dem 45. Lebensjahr signifikant steigt. Grundsätzlich wird zwischen „subjektivem Tinnitus“ und „objektivem Tinnitus“ unterschieden. Die häufigere Variante (99% der Fälle) ist der subjektive Tinnitus (Quelle). Bei diesem lässt sich akustisch kein Geräusch messen und das Geräusch ist nur für die betroffene Person hörbar. Beim selteneren objektiven Tinnitus hingegen, sendet der Körper tatsächlich ein messbares Geräusch (Schallquelle), das vom Ohr wahrgenommen wird. In diesem Fall lässt sich der Tinnitus zumeist durch die Behandlung der körperlichen Erkrankung beseitigen.


Wenn der Tinnitus innerhalb von drei Monaten wieder abklingt, spricht man von einem akuten Tinnitus. Sollte der Tinnitus sich jedoch länger halten und nicht mehr abklingen, ist von einem chronischen Tinnitus die Rede. Je nach Schwere der Erkrankung, wird Tinnitus in vier Grade unterteilt. Bei Grad eins und zwei stört der Tinnitus den Betroffenen gar nicht oder nur gelegentlich, was als kompensierender Tinnitus bezeichnet wird. Bei Grad 3 und 4 hingegen führt der Tinnitus zu erheblichen und schwerwiegendem Leidensdruck. In diesen Fällen wird von einem dekompensierenden Tinnitus gesprochen. Der dekompensierende Tinnitus führt häufig zu einer zweiten Symptomatik, die sich durch Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Angstzuständen, sozialen Rückzug, Leistungseinschränkung sowie körperlichen Begleiterscheinungen (Muskelverspannungen, gesteigerte Hörempfindung, Verspannung der Kiefermuskulatur/Knirschen, Schwindel) bemerkbar macht.

Pflege und Behandlung

Ohrensausen, Rauschen im Ohr und andere Ohrgeräusche - was kann man gegen einen Tinnitus tun?

Mann der viel Stress hat und Gedankenwolken

Ein Tinnitus ist oft Symptom und nicht Krankheit selbst, daher lassen sich 80% der Fälle durch die Behandlung der jeweiligen Ursache lösen. Wichtig ist jedoch, dass man nach Beginn des Tinnitus eine HNO-Untersuchung durchführen lässt. Ursachen, die zu einem Tinnitus führen können, sind sowohl psychischer, wie auch körperlicher Natur. So können Verspannungen der Hals-, Nacken- und Kiefermuskulatur einen Tinnitus auslösen, aber auch eine Autoimmunreaktion sowie Otosklerose (Erkrankung der Mittelohrknöchelchen) und eine Entzündung der Nasennebenhöhlen können einen Tinnitus auslösen. Weitere körperliche Ursachen können Knall, bzw. Explosionstraumata, Nebenwirkungen von Medikamenten sowie Verletzungen des Ohrs und schlechte Hygiene sein.


Wird der Tinnitus durch psychische Beschwerden ausgelöst, ist häufig Stress die Ursache. Eine Verringerung des Stresses sowie die Behandlung der psychischen Erkrankung (auch mit Hilfe von Psychopharmaka), kann dabei helfen, den Tinnitus zu behandeln.


Die Behandlungsmethoden von Tinnitus sind sehr vielfältig. Ein mittlerweile gängiges Verfahren ist TRT, die Tinnitus-Retraining-Therapie. Das TRT ist dabei weniger eine eigenständige Therapie, sondern eher ein Konzept, das Fachleuten dabei hilft, Betroffenen ihr Leiden besser aufzuzeigen. Beim TRT liegt der Kernfokus auf einer Betreuung und Beratung, welche einerseits das Verstehen des Tinnitus, sowie dessen Ursachen umfasst, andererseits das Erlernen von Therapie- und Ablenkungsmethoden beinhaltet. Eingesetzt werden hierbei klassische Maßnahmen und Bewältigungsstrategien für Schlafstörungen sowie diverse psychotherapeutische Methoden (kognitive Verhaltenstherapie, psychische Betreuung). Apparative Therapieverfahren, wie Rauschgeneratoren und Hörgeräte, nehmen dabei eine unterstützende Position ein und können den Prozess erleichtern. Das Ziel bei der TRT ist nicht die Heilung des Tinnitus, sondern die Förderung von Wohlbefinden und Stressbewältigung. Dadurch soll den Betroffenen ermöglicht werden, den Tinnitus nicht mehr bewusst wahrzunehmen und ihn zu „vergessen“.

Gerne können Sie uns über unsere kostenlose Service-Hotline unter 0800 / 12 227 30 – kontaktieren. Wir helfen Ihnen ein passendes Produkt für Sie zu finden und stehen Ihnen bei Frage zur Seite. Kosten entstehen dabei für Sie nicht, da wir über Beiträge von Pflegedienstleistern und Sanitätshäusern finanziert werden.

Krankenbett mit einem Kreuz


Der Effekt einer Beratung und Betreuung wird als ebenso effektiv betrachtet, wie eine medikamentöse Behandlung. Jedoch können medikamentöse Maßnahmen - wie die Zugabe von Kortison zur Erweiterung der Blutgefäße oder (wenn auch seltener) eine sogenannte „hyperbare Sauerstofftherapie“ zur Behandlung von Sauerstoffmangel im Blut - unterstützend wirken.

Besonderheiten

Therapieansätze für Rauschen im Ohr, Ohrgeräusche und Tinnitus

Die Heilungschance von Tinnitus ist nicht abhängig von der Dauer der Erkrankung. Auch nach Jahren des Leidens, kann die richtige individuelle Therapie den Tinnitus komplett heilen. Auch raten viele Ärzte zu Entspannungstechniken wie z.B. Yoga und Tai-Chi. Angeblich können diese positiven Auswirkungen auf einen Tinnitus haben.

Dokumente

Dokumente - Tinnitus und Rauschen im Ohr

Das Wichtigste auf einem Blick: Tinnitus.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Tinnitus, Rauschen im Ohr und Ohrensausen

Wann spricht man von Tinnitus?

Von Tinnitus wird in der Medizin dann gesprochen, wenn Ohrgeräusche wahrgenommen werden, die sich in Form von Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Summen äußern. Unterschieden wird hierbei zwischen einem subjektiven und einem objektiven Tinnitus.

Wie entsteht Tinnitus?

Tinnitus kann viele Ursachen haben, die sowohl körperliche Natur, wie z.B. Verletzungen des Ohrs oder psychischer Natur, wie z.B. Stress, sein können. Zu beachten ist hierbei, dass es häufig mehr als eine Ursache für den Tinnitus gibt.

Wie viele Menschen leiden an Tinnitus?

Etwa zehn Millionen Erwachsenen erkranken jährlich an Tinnitus. Bei 2,7 Millionen Deutschen existiert ein chronischer Tinnitus (250.000 Neudiagnosen jedes Jahr). Schätzungen zufolge leben 1,5 Millionen Deutsche mit einem mittel- bis hochgradigem dekompensierendem Tinnitus. 

Ist Tinnitus behandelbar?

Für Tinnitus existieren viele Behandlungsmethoden. In den meisten Fällen ist Tinnitus selbst ein Symptom, daher lässt sich der Tinnitus beheben, indem man das Ursprungsleiden löst. Bei anhaltendem Tinnitus gibt es jedoch auch eine Vielzahl an Therapiemethoden.

Kann man Tinnitus vorbeugen?

Tinnitus selbst lässt sich durch gute Hygiene sowie Ruhe und Stressvermeidung am Arbeitsplatz und in der Freizeit vorbeugen. Da Tinnitus häufig als Symptom vorkommt, wird empfohlen, sich bei der Behandlung der Ursprungskrankheit strikt an die Anweisungen des behandelnden Arztes zu halten.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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