Bluthochdruck
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Bluthochdruck (Hypertonie) - Symptome & Ursachen  

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist eine der bedrohlichsten Krankheiten weltweit. Im Verlauf der Erkrankung übersteigt der Druck in den Gefäßen kurzzeitig oder dauerhaft die Blutdruckgrenzwerte (139/89 mmHg). Die Krankheit betrifft viele unterschiedliche Altersgruppen, da sie aufgrund von Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, übermäßigem Konsum von Speisesalz und Alkohol, aber auch aufgrund von Stress entstehen kann. Auch Erbanlagen spielen dabei eine Rolle. So gehören Menschen mit Verwandten, die unter Schlaganfälle und Bluthochdruck leiden, zur Risikogruppe.  

Bluthochdruck ist besonders gefährlich, da er sich zunächst schleichend entwickelt und keine Schmerzen verursacht. Somit wird Bluthochdruck oft zu spät entdeckt und kann schwerwiegenden Folgen haben. So können etwa lebenswichtige Organe überlastet werden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen. Daher sind frühe Diagnose und Behandlung von besonderer Wichtigkeit.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 5/6/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
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Symptome und Varianten

Was sind Symptome und Varianten von Hypertonie?

Merz mit EKG Zeichen und Stethoskop

Es wird zwischen der primären und sekundären Hypertonie unterschieden. Von einer primären Hypertonie wird gesprochen, wenn die Krankheit ohne ersichtlichen Grund auftritt, während die sekundäre Hypertonie aufgrund von Erkrankungen z.B. der Niere, den Nebennieren oder der Schilddrüse entsteht. Die sekundäre Hypertonie ist somit im Gegensatz zur primären Hypertonie meist heilbar und vorübergehend, da diese bei der Behandlung der ursächlichen Erkrankung automatisch mitbehandelt wird. Am meisten tritt jedoch die primäre Hypertonie (mit etwa 85%) auf, welche lebenslang behandelt werden muss.


Diese Krankheit entwickelt sich schleichend und verläuft somit lange Zeit symptomlos. Erst später entstehen spürbare Symptome. Zu diesen Symptomen zählen:

Emoji mit rauchendem Kopf
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Atemnot
  • Panikgefühle
  • Zittern
  • Herzklopfen oder Herzstolpern

Diese Symptome können auch bei anderen Krankheiten wie z.B. Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Um diese Krankheiten voneinander trennen zu können, ist eine ärztliche Diagnose nötig. Da die Symptome auch in späteren Phasen der Krankheit auftreten und somit massive Folgeschäden verursachen können, ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Man spricht von Bluthochdruck, wenn der Mittelwert von 140 zu 90 mmHg (dies steht für Millimeter Quecksilbersäule - eine Maßeinheit zur Angabe des statischen Drucks) überschritten wird. Bei einer Messung zuhause ist bereits ab 135 zu 85 mmHg von Bluthochdruck die Rede. Der Grund dieser unterschiedlichen Grenzwerte wird mit der höheren Anspannung im Behandlungszimmer begründet und ist somit bei der Ermittlung zu beachten.


Bluthochdruck kann aber auch vorliegen, wenn nur einer der beiden Grenzwerte erreicht wird. Am häufigsten tritt die Form auf, bei der nur der obere Blutdruckwert betroffen ist. Dies nennt man isolierte systolische Hypertonie. Diese Art des Bluthochdrucks kommt häufig bei älteren Menschen vor, da diese oft von einer altersbedingten Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Hauptschlagader betroffen sind.

Pflege und Behandlung

Bluthochdruck senken - natürlich oder mit Medikamenten?

Tabletten in Verpackung

Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten ist die medikamentöse Behandlung des Bluthochdrucks einer der letzten Schritte. Eine gefäßfreundliche Lebensweise kommt zuvor. Diese Lebensweise umfasst meist eine salzarme Diät, Bewegung und den Verzicht auf Alkohol und das Rauchen. Die sog. Blutsenker werden nur im Falle des Nicht-Einhaltens dieser Lebensweise eingesetzt, sollten aber letzte Wahl bleiben.


Bei einer sekundären Hypertonie wird nur die Krankheit behandelt, die den Bluthochdruck verursacht.

Obwohl der Bluthochdruck mittels Messungen zuhause festgestellt werden kann, ist ein Besuch beim Arzt wichtig, um die richtige Behandlungsmethode finden und die Ursachen der Erkrankung ermitteln zu können. Zudem können manche Symptome des Bluthochdrucks auch bei anderen bedrohlichen Krankheiten wie z.B. bei einem Schlaganfall oder bei Herzrhythmusstörungen aufkommen, die nur unter professionellen Bedingungen behandelt werden können.

Besonderheiten

Hypertonie - Grad 1, 2 und 3

Drei Reagenzgläser mit Blutproben darin

Auch wenn man über einen Bluthochdruck bei einem Obergrenzwert über 140 zu 90 mmHg beim Arzt und über 135 zu 85 mmHg zuhause spricht, unterscheidet man zwischen verschiedenen Schweregraden. Diese Schweregrade erfordern meist auch unterschiedliche Behandlungsformen, die mit einem Arzt unbedingt besprochen werden sollten. Die Schweregrade wurden von der European Society of Hypertenion (ESH) und der European Society of Cardiology (ESC) im Jahre 2013 folgendermaßen festgelegt:

  • Hypertonie Grad 1: 140-159 zu 90-99 mmHg
  • Hypertonie Grad 2: 160-179 zu 100-109 mmHg
  • Hypertonie Grad 3: ab 180 zu ab 110 mmHg
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Dokumente

Bluthochdruck - Dokumente

Das Wichtigste auf einem Blick: Bluthochdruck.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Bluthochdruck

Was sind die Ursachen des Bluthochdrucks?

Die Ursachen für die primäre Hypertonie sind sehr vielfältig. Die grundlegenden Ursachen können jedoch mit Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, vermehrter Nutzung von Speisesalz und Alkohol, Stress und Erbanlagen zusammengefasst werden. Die sekundäre Hypertonie entsteht aufgrund einer Erkrankung der Niere oder Schilddrüse.

Was sind die Symptome des Bluthochdrucks?

Der Bluthochdruck erfolgt zunächst meist symptomlos. Bei einer andauernden Erkrankung können jedoch Symptome wie z.B. Nervosität, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot und Herzklopfen oder Herzstolpern auftreten. Da diese Symptome allerdings auch bei anderen Krankheiten, wie z.B. bei einem Schlaganfall oder bei Herzrhythmusstörungen auftreten, ist der Besuch beim Arzt nötig, um sicherstellen zu können um welche Erkrankung es sich handelt.

Was sind die Folgeschäden von Bluthochdruck?

Sofern Bluthochdruck nicht behandelt wird oder erst spät entdeckt wird, können Herz-Kreislauf-Probleme oder Organschäden entstehen. 

Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Hypertonie?

Die primäre Hypertonie tritt ohne Nebenerkrankungen der Organe auf, während die sekundäre Hypertonie durch eine Erkrankung an den Nieren oder der Schilddrüse entsteht.

Was ist eine isolierte systolische Hypertonie?

Man spricht von einer isolierten systolischen Hypertonie, wenn nur der obere Blutdruckwert betroffen ist und der untere Wert im normalen Bereich liegt.

Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Die Behandlung verläuft mit einer gefäßfreundlichen Lebensweise und/oder mit den sog. Blutsenkern. Bei Folgeschäden wird das jeweilige Organ umfassend behandelt. Bei einer sekundären Hypertonie reicht meist eine Behandlung der jeweiligen Erkrankung aus.

Wie kann man Bluthochdruck vorbeugen?

Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung, um Bluthochdruck vorzubeugen. 

Wer ist von Bluthochdruck betroffen?

Jede Altersgruppe ist von Bluthochdruck betroffen. Menschen über 30 Jahren sind besonders gefährdet.

Welche Schweregrade gibt es bei Bluthochdruck?

·       Hypertonie Grad 1: 140-159 zu 90-99 mmHg

·       Hypertonie Grad 2: 160-179 zu 100-109 mmHg

·       Hypertonie Grad 3: ab 180 zu ab 110 mmHg

Welcher Wert ist richtig?

Es kann manchmal dazu kommen, dass verschiedene Blutdruckwerte angezeigt werden, je nachdem welcher Arm gemessen wird. Hierbei sollte der höhere Wert beachtet werden.

Wie oft am Tag sollte man den Bluthochdruck messen?

Um den Bluthochdruck feststellen zu können, ist das Ermitteln eines Mittelwerts von Nöten. Daher sollte zweimal morgens und zweimal abends der Blutdruck gemessen werden.

Was ist der optimale Wert des Bluthochdrucks?

Der optimale Wert liegt bei unter 120 zu unter 80 mmHg.

Was ist der optimale Wert für Bluthochdruck bei Kindern?

Je nach Alter und Geschlecht des Kindes variieren diese Werte. Grundsätzlich liegt jedoch der Wert unterhalb der 95. Perzentile.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.