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Diabetes
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Diabetes (Zuckerkrankheit) - Symptome & Ursachen

Diabetes, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, wird in Typ 1 und Typ 2 unterteilt. Sie ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der eine Störung des Kohlehydratstoffwechsels durch Insulinmangel oder verminderte Insulinempfindlichkeit auftritt. Obwohl diese beiden Typen völlig unterschiedliche Erkrankungen mit verschiedenen Ursachen und Auslösern sind, haben sie eine gemeinsame Folge. Denn bei beiden Typen erhöht sich der Blutzucker und dadurch entstehen gleiche Komplikationen und Folgeerscheinungen, die die arteriellen Gefäße und Nerven betreffen. Folgen sind: Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Durchblutungsstörungen, Nieren- und Augenerkrankungen sowie offene, schlechtheilende Fußwunden.  


Weil Diabetes in Deutschland keine meldepflichtige Krankheit ist, sind keine konkreten Zahlen vorhanden. Da aber Typ 2 des Diabetes meist in Folge von ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel entsteht und ein weites Spektrum der Diabetiker betrifft, ist davon auszugehen, dass immer mehr Menschen jeder Altersgruppe von dieser Krankheit betroffen sind.

Achtung: Dieser Artikel dient lediglich der Information, er ersetzt keinen Arztbesuch und ist nicht zur Diagnose geeignet.

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 30.08.2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Symptome und Varianten
  • Pflege und Behandlung
  • Besonderheiten
  • Dokumente
  • FAQ
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Symptome und Varianten

Welche Diabetes Typen und Symptome gibt es?

Hand mit Bluttropfen und Messgerät

Die häufigsten Varianten von Diabetes mellitus sind Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Diese Typen basieren auf verschiedenen Ursachen und Auslösern, wobei die Folgeerscheinungen gleich bleiben.


Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der aus verschiedenen Gründen Antikörper gegen die Inselzellen des Pankreas gebildet werden, was wiederum dazu führt, dass die insulinbildenden Inselzellen zerstört werden. Erst nachdem 80% dieser Zellen zerstört werden, treten erste Symptome der Erkrankung auf. Diese Erkrankung beginnt meist im jungen Alter. Daher wurde sie früher auch als juveniler Diabetes bezeichnet. Sie kann aufgrund einer Virusinfektion entstehen, hat jedoch eine geringe Vererblichkeit.


Diabetes Typ 2 ist die am häufigsten vorkommende Erkrankung (90% aller Diabetiker). Den Betroffenen bleibt die Insulinproduktion erhalten, wobei Körperzellen gegenüber Insulin unempfindlich werden. So steigt die Glukosekonzentration im Blut und lässt den Insulinspiegel steigen. Aufgrund dessen sinken die Insulinrezeptoren im Körper, woraus ein relativer Insulinmangel entsteht. Im Gegensatz zum Typ 1 zeigen sich keine plötzlichen Symptome, sondern ein stetiger Verlauf der Krankheit. Sie tritt bei jeder Altersgruppe auf, insbesondere bei älteren Menschen. Daher wurde sie früher Altersdiabetes genannt. Die Ursachen der Erkrankung sind oft Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck) und Blutfetterhöhung. Die genetische Disposition ist bei diesem Typ relativ hoch.

Die Symptome beider Typen unterscheiden sich ebenfalls. Diese sind folgendermaßen zusammenzufassen:


Diabetes Mellitus Typ 1:

  • Vermehrtes Durstgefühl (Polydipsie)
  • Flüssigkeits- und Gewichtsverlust
  • Schwäche und Müdigkeit
  • Schwindel
  • Leistungsminderung

Diese Symptome treten relativ rasch auf. Manchmal können diesen Symptomen weitere Symptome, wie schwere Austrocknung und Bewusstlosigkeit, mit sich führen.


Diabetes Mellitus Typ 2:Juckender Bauch

  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • Ständiger Juckreiz
  • Pilzinfektionen
  • Schwäche und Leistungsknick

Diese Symptome entwickeln sich langsam und werden oft zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung bemerkt. Erst in späteren Stadien kommt es zu Durstgefühlen, Flüssigkeits- und Gewichtsverlust sowie Bewusstlosigkeit.

Pflege und Behandlung

Was bedeutet Behandlung und Therapie mit Insulin?

Zeigefinger auf Messgerät

Die Therapie der Krankheit richtet sich nach ihrer Ursache und somit nach ihrem Typ. Beide Typen sind nicht heilbar, aber zu einem großen Teil behandelbar. Bei Diabetes Typ 1 ist ein absoluter Insulinmangel vorhanden, der durch Insulintherapie und Ernährungsumstellung behandelt wird. Bei einer Typ 2 Behandlung wird versucht, Insulinresistenz zu durchbrechen, was mittels einer Gewichtsnormalisierung und Ernährungsumstellung erfolgt. Ergänzend wird eine Insulintherapie durchgeführt.  


Die Insulintherapie wird in zwei Therapieprinzipien unterschieden:

Bei der konventionellen Insulintherapie werden täglich 2-3 Injektionen meist mit Mischinsulin verabreicht. Dies erfolgt nach einem festen Plan, welcher sich nach den Mahlzeiten richtet.


Die intensivierte Insulintherapie hat selbst zwei verschiedene Formen: Die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) und die Insulinpumpentherapie. Bei der ICT wird täglich 1-2-mal Verzögerungsinsulin und zu den Mahlzeiten kurzwirksames Insulin injiziert, während bei der Insulinpumpentherapie mithilfe einer Pumpe permanent wirksames Insulin abgegeben wird. Die Insulinpumpentherapie wird meist bei einem stationären Krankenhausaufenthalt eingesetzt, während die ICT die meistverwendete Therapieform im Alltag von Diabetikern ist.

Besonderheiten

Gibt es Besonderheiten bei der Insulintherapie?

Verschiedenste Nahrungsmittel

Die Hälfte der Betroffenen nehmen nach Beginn der Insulintherapie kurzfristig zu. Diese Gewichtszunahme kann jedoch mithilfe einer Ernährungsanpassung und mehr Bewegung in vielen Fällen vermieden werden. Langfristig kann diese Therapieform sogar zur Gewichtsabnahme beitragen, da sich Betroffene durch die Senkung der Blutzuckerwerte nicht mehr müde fühlen und es ihnen leichter fällt, aktiv zu sein. Daher sollte die Gewichtszunahme kein Grund für das Aufschieben einer Insulintherapie sein. Denn zu hohe Blutzuckerwerte aufgrund der Nicht-Behandlung können zu massiven Folgeschäden führen.

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Dokumente

Diabetes - Dokumente

Das Wichtigste auf einem Blick: Diabetes.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Diabetes

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2?

Beim Typ 1-Diabetes ist ein absoluter Insulinmangel vorhanden. Er entsteht aufgrund der Zerstörung der insulinbildenden Zellen und tritt meist im jungen Alter auf. Bei Diabetes Typ 2 hingegen wird von einer Insulinresistenz der Zellen gesprochen, was wiederum zu Insulinmangel führt. Er tritt meist aufgrund Übergewicht oder Hypertonie  und in jeder Altersgruppe auf.      

Welche Altersgruppe ist von Diabetes betroffen?

Alle Altersgruppen sind davon betroffen.

Was sind die Ursachen für Diabetes?

Die Ursachen sind unterschiedlich. Bei Typ 1 kann eine Virusinfektion oder in geringen Fällen eine Vererbung dazu führen, während bei Typ 2 die Vererblichkeit relativ hoch ist. Zudem wurde festgestellt, dass Typ 2 meist aufgrund von Hypertonie, Übergewicht oder Blutfetterhöhung entsteht.

Was sind die Symptome von Diabetes?

Diese hängen vom Typ des Diabetes ab und sind folgendermaßen zusammenzufassen.

Diabetes Mellitus Typ 1:

o  Vermehrtes Durstgefühl (Polydipsie)

o  Flüssigkeits- und Gewichtsverlust

o  Schwäche und Müdigkeit

o  Schwindel

o  Leistungsminderung

o  Schwere Austrocknung

o  Bewusstlosigkeit

Diabetes Mellitus Typ 2:

o  Wiederkehrende Harnwegsinfekte

o  Ständiger Juckreiz

o  Pilzinfektionen

o  Schwäche und Leistungsknick

o  Flüssigkeits- und Gewichtverlust

o  Durstgefühle

Wie wird Diabetes behandelt?

Die Behandlung des Diabetes ist typabhängig. So werden bei Diabetes Typ 1 zwei grundlegende Therapien, Insulintherapie -meist als ICT- und Ernährungsumstellung, eingesetzt. Beim Typ 2 wird die Behandlung mittels Gewichtsnormalisierung und Ernährungsumstellung durchgeführt, wobei ergänzend eine konventionelle Insulintherapie zum Erfolg der Therapie beitragen kann.

Gibt es eine medikamentöse Behandlung bei Diabetes?

Ja, beim Typ 2 des Diabetes kann neben der Ernährungsumstellung eine medikamentöse Therapie angewandt werden.

Was sind Folgeschäden von Diabetes?

Durch Diabetes können sich Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Durchblutungsstörungen, Nieren und Augenerkrankungen sowie offene, schlechtheilende Fußwunden ereignen.  

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Diese Form von Diabetes tritt bei der Schwangerschaft ein, ist vorübergehend und somit heilbar. Er tritt aufgrund der Insulinresistenz auf und ist somit dem Typ 2 des Diabetes ähnlich. So erfolgt die Behandlung mit einer Insulintherapie und Ernährungsumstellung. 

Macht Insulin dick?

Bei 50% der Betroffenen ist eine kurzfristige Gewichtszunahme ersichtlich. Dies kann jedoch mithilfe Ernährungsumstellung und mehr Bewegung vermieden werden. Zudem kann die Insulintherapie langfristig zum Abnehmen beitragen.


Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.

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