Logopädie
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Logopädie – Sprachtherapie, Logopädie Übungen und Logopädie für Erwachsene


Die Logopädie umfasst die sprachtherapeutische Diagnose und Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Sprachtherapie kann in jedem Alter benötigt werden, hauptsächlich sind jedoch Kinder und ältere Menschen betroffen. Bei Kindern sind es meist angeborenen Sprachentwicklungsstörungen, die das Erlernen neuer Wörter, von Grammatik und richtiger Aussprache einschränken. Störungen, die erst im Erwachsenenalter auftreten, können durch Erkrankungen (zum Beispiel Schlaganfall oder Demenz) und Unfälle versursacht werden.  


Sprachstörungen können für Betroffene ein Hindernis im Alltag darstellen, da die Fähigkeit, sprachlich zu kommunizieren, in allen Lebensbereichen von großer Bedeutung ist. Ist diese eingeschränkt, kann das Sozialleben, die Ausübung eines Berufs und die Lebensqualität leiden.  


Kommunikationsschwierigkeiten können auch zu familiären Problemen oder Problemen in der Partnerschaft führen. Zudem leiden Betroffene teils unter sozialer Ausgrenzung, da ihre Sprechweise Unverständnis und Irritation hervorrufen kann. Die Behandlung durch Logopäden oder Sprachtherapeuten kann Patienten und deren Angehörigen helfen, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Bei der Wahl eines Therapeuten sollte lediglich darauf geachtet werden, dass der Begriff „Sprachtherapeut“ nicht geschützt ist. Dies sagt jedoch nichts über die mögliche Kompetenz aus, ein Sprachtherapeut leistet in vielen Fällen ähnliche Arbeit wie ein Logopäde. 

Autor: Prof. Dr. Martin Przewloka

Zuletzt bearbeitet am 5/6/2021 von: Jan Götz (Redakteur)

Inhaltsverzeichnis
  • Sprachtherapie und Logopädie Übungen
  • Krankheitsbilder und Ursachen
  • Dauer der Therapie
  • Logopäden finden
  • Kosten
  • Das Wichtigste in Kürze
  • Dokumente
  • FAQ
  • Quellen
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Sprachtherapie und Logopädie Übungen

Logopädie Übungen – wie sieht die Sprachtherapie aus? 

Eine logopädische Sprachtherapie passt sich den individuellen Bedürfnissen Betroffener an. Hierbei muss zunächst eine genaue Diagnose des Krankheitsbilds erfolgen. Häufig wird die Diagnose gemeinsam von Fachärzten, Neurologen und Psychologen gestellt. Die anschließende Therapie findet auf ärztliche Verordnung statt und wird individuell auf die Probleme und Ziele der Patienten abgestimmt.  



logopaedie-uebungen-sprachtherapie-diagnose Je nach Symptomen, Zielen und Belastbarkeit des Patienten führt ein Sprachtherapeut gemeinsam mit dem Betroffenen logopädische Übungen durch. Aufgrund der vielfältigen Krankheitsbilder können diese Übungen sehr unterschiedlich ausfallen.  
  


Nach einem Schlaganfall können zum Beispiel gezielte Bewegungen der Zunge geübt werden, um die Kontrolle über die Muskeln wieder zu erlangen. Kleine Übungen, wie das Pusten eines Watteballs über einen Tisch, fördern die Regeneration der Mundmotorik. Auch Übungen, die Gedächtnis und Feinmotorik verbessern, helfen den Patienten. 
 


Häufig finden spielerische Maßnahmen in der Therapie Anwendung. Auch in der Logopädie für Erwachsene sind diese sinnvoll.  


Ein weiterer Teil der logopädischen Therapie kann die Massage bestimmter Muskelpartien sein. So können zum Beispiel zum Sprechen benötigte Muskeln, die nach einem Schlaganfall belastet sein können, stimuliert werden.  
 


Für gewöhnlich werden Einzelpersonen von einem Logopäden therapiert, in Ausnahmen gibt es auch Gruppensitzungen. Um einen Erfolg bei der Therapie zu erzielen, sollten Logopäde und Patient mindestens einmal in der Woche an der Sprachstörung arbeiten. In akuten Fällen, beispielsweise nach einem Schlaganfall, ist die tägliche logopädische Behandlung sinnvoll. Die Therapie kann in Form von Hausbesuchen stattfinden oder in einer Praxis für Logopädie durchgeführt werden. Auch eine stationäre Sprachtherapie in Klinik oder Rehabilitationsklinik kann, je nach Situation, stattfinden.  



Zunehmend an Bedeutung gewinnt die sogenannte Teletherapie Logopädie oder Videotherapie. Hier findet die Therapie via Videokonferenz statt. 
Neben therapeutischen Maßnahmen helfen Logopäden Betroffenen und ihrem Umfeld, mit der neuen Kommunikationssituation umzugehen und den Alltag zu bewältigen.  

Krankheitsbilder und Ursachen

Logopädie – Krankheitsbilder, Ursachen und Sprachtherapie  

Neben angeborenen Sprachentwicklungsstörungen gibt es verschiedene Störungen der Sprache, welche erst später im Leben auftreten. Auslöser sind meist neurologische oder degenerative Erkrankungen. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der am häufigsten in der Logopädie behandelten Krankheitsbilder sowie spezifische Therapieansätze vor.  

Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern 

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Sprachentwicklungsstörungen betreffen den Spracherwerb. Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung beginnen zum Beispiel erst sehr spät, überhaupt zu sprechen, und dies häufig recht undeutlich. Ein Beispiel hierfür sind Artikulationsstörungen, auch Dyslalien genannt. Auch der Wortschatz oder das Verständnis für grammatikalische Regeln können bei Betroffenen gering sein. In letzterem Fall spricht man von Dysgrammatismus.


In der Therapie geht es vor allem darum, Betroffenen die Sprache selbst näher zu bringen. Auf spielerische Art und Weise lernen Kinder die Bedeutung von Wörtern und grammatikalischen Regeln zu verstehen sowie ihre Mundmotorik zu kontrollieren. Unter Berücksichtigung der Interessen der Kinder werden neue Wörter gelernt, um den Wortschatz zu vergrößern. 


Aphasie (zentrale Sprachstörung) 

Eine Sprachstörung, auch Aphasie, wird durch neurologische Erkrankungen ausgelöst. Eine der häufigsten Ursachen sind Schlaganfälle: in 80% der Fälle sind sie der Auslöser. Auch Hirnblutungen, Tumore, Traumata und entzündliche oder degenerative Gehirnkrankheiten wie Demenz können Anlass für eine Aphasie sein. Bei Betroffenen sind Sprachen und/oder Sprachverständnis eingeschränkt. Ebenso können Wortfindung, Lesen und Schreiben für Betroffene ein Problem darstellen, weshalb ihnen die Kommunikation unter Umständen sehr schwerfällt.


Ziel der Aphasie Therapie ist es deswegen, die kommunikativen Fähigkeiten so weit wie möglich zu regenerieren und bewahren. Von Patienten zu Patienten kann jedoch sehr unterschiedlich sein, wie stark die einzelnen Bereiche betroffen sind. Je nach Art der Beeinträchtigung werden in der Therapie unterschiedliche Methoden genutzt. Ist beispielsweise das Sprachverständnis betroffen, kann durch Übungen wie das gemeinsame Benennen von Bildern eine Verbesserung erzielt werden. 


Bei einer durch einen Schlaganfall bedingten Aphasie kann es häufig zu Spontanremissionen kommen, besonders in der Anfangsphase (Akutphase: die ersten sechs Wochen nach dem Schlaganfall). Das heißt, dass die Sprachfähigkeiten des Betroffenen sich von selbst verbessern. Bis zu sechs Monate nach dem Anfall treten Spontanremissionen auf, jedoch nimmt das Ausmaß der wiederkehrenden Fähigkeiten mit der Zeit ab. 


Dysarthrie (zentrale Sprechstörung)  

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Störungen, die unter den Begriff Dysarthrie fallen, betreffen Artikulation, Sprechatmung, Stimmgebung und Sprachmelodie. Dies führt zu einer undeutlichen, verwaschenen Sprache bei den Betroffenen. Ursache sind Bewegungsstörungen der Sprechorgane, welche durch Schlaganfälle, Traumata, Tumore und degenerative Krankheiten wie Parkinson, multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) hervorgerufen werden können. Diese schädigen Gehirn und Nervensystem und führen dazu, dass Sprechbewegungen nicht mehr korrekt ausgeführt werden können. Des Weiteren ist eine Beeinträchtigung der Atem-, Sprech- und Schluckmuskulatur möglich.


In der therapeutischen Behandlung von Dysarthrie finden verschiedene Methoden Anwendung, welche auch von der Ursache der Sprechstörung abhängig sind. Neben dem isolierten Training von bestimmten Elementen des Sprechvorgangs, welche normalerweise unbewusst ablaufen (zum Beispiel Atemsteuerung oder Lautstärkevariation) werden logopädische Übungen wie das gezielte Beeinflussen des Sprechvorgangs eingesetzt. Auch prothetische oder operative Maßnahmen können notwendig sein. Weiterhin lernen Patienten und Angehörige mit Hilfsmitteln für die unterstütze Kommunikation umzugehen. Hierbei kann es sich ganz einfach um Stift und Papier handeln, aber auch Kommunikationstafeln oder mobile Computer werden verwendet.  


Dysphagie (Schluckstörung) 

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Von Dysphagien Betroffene leiden an Schluckstörungen. Das heißt, dass der Verzehr von Speisen und Getränken, aber auch das Herunterschlucken von Speichel, Schwierigkeiten bereitet. Auslöser für eine Schluckstörung sind meist neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Traumata, Tumore und degenerative Krankheiten wie Parkinson, multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), doch auch Verletzungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfraum. Dysphagie birgt die Gefahr der Unterernährung. Ein weiteres Risiko ist die sogenannte Aspiration: Hierbei geraten Essen oder Trinken in die Luftwege und können dort Entzündungen auslösen.  


Im Rahmen der Therapie einer Schluckstörung wird an der Atmung, Haltung, Muskelkoordination und Wahrnehmung des Mundraumes gearbeitet, außerdem werden spezielle Schlucktechniken trainiert. Zusätzlich arbeiten Logopäden auch mit Diätassistenten und Ergotherapeuten zusammen, um den Patienten die Möglichkeit eines Esstrainings in sicherer Umgebung zu bieten. 

Dysphonie (Stimmstörung) 

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Bei einer Stimmstörung kann Heiserkeit sowie eine zeitweise oder dauerhaft eingeschränkte Belastungsfähigkeit der Stimme auftreten. Weitere Symptome sind Schmerzen, Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl im Kehlkopf sowie vermehrtes Räuspern.


Stimmstörungen können organischen oder funktionellen Ursprung haben. Kommt es durch Krankheiten (zum Beispiel Tumore, Entzündungen, Knötchen), Unfälle oder Operationen zu Veränderungen an den Stimmorganen, spricht man von einer organischen Stimmstörung. Im Gegensatz dazu lassen sich bei einer funktionellen Stimmstörung keine organischen Veränderungen feststellen. Grund hierfür können Fehler bei der Sprech- oder Atemtechnik sein, aber auch stimmliche Überlastung oder psychische Ursachen.


Stimmstörungen sind komplex, weshalb die Stimmtherapie individuell auf das Krankheitsbild abgestimmt wird. Neben eingehender Beratung umfasst die Therapie ein- oder mehrmals in der Woche Sitzungen mit einem Logopäden sowie Instruktionen für Übungen, um die Therapie zu Hause zu ergänzen. Hierzu gehören Stimm- und Körperübungen, die zum Beispiel die Wahrnehmung und Regulation von Atmung oder Körperspannung betreffen.  

Fazialisparese (Gesichtsnervlähmung) 

Leidet der Betroffene an einer Fazialisparese, ist der Gesichtsnerv gelähmt. Das hat zur Folge, dass die Artikulation, das Schlucken und die Gesichtsmuskulatur eingeschränkt sind. Die Lähmung kann etwa durch einen Schlaganfall, eine Virusinfektion oder eine Hirnblutung verursacht werden.  

In der Fazialisparese Therapie wird die Gesichtsmuskulatur stimuliert. Eine rekonstruktive Operation, durch die die Funktionsfähigkeit der Nerven zurückgewonnen werden kann, kann ebenso Teil der Behandlung sein.   

Logopädie bei Demenz

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Eine dementielle Erkrankung geht bei vielen Patienten mit einem veränderten Kommunikationsverhalten einher. Neben Wortfindungs- und Verständnisproblemen ziehen Betroffene sich sprachlich oft zurück. Sie zeigen keine Eigeninitiative mehr Unterhaltungen anzufangen, verlieren den roten Faden eines Gesprächs und sind sprachlich unflexibel, sie nutzen also bestimmte Wörter und Wendungen überproportional oft. Daher kommt es häufig zu Missverständnissen in der Unterhaltung mit Demenzkranken, weshalb die Kommunikation bei Demenz für Angehörige schwierig sein kann.  
Des Weiteren können bei Demenz auch Schluckstörungen auftreten.   


Wie bei anderen Krankheitsbildern gilt zunächst, im Rahmen der Diagnose genau die betroffenen Bereiche zu erfassen, bevor eine Sprachtherapie bei Demenz eingesetzt werden kann. Die kommunikativen Probleme sind je nach Patienten individuell und können von fehlerhaftem Sprachverständnis, beeinträchtigter Sprachproduktion bis hin zu Problemen mit der nonverbalen Kommunikation reichen.  


Allgemein ist das Ziel der Therapie, die Kommunikationsfähigkeiten so weit wie möglich zu erhalten. Das betrifft auch Wortschatz, Aufmerksamkeit und kognitive Fähigkeiten. Dies geschieht mit Hilfe von Übungen, die den Patienten animieren, sich mitzuteilen, zu schreiben und zu lesen. Besonders wichtig ist bei Demenzkranken, dass Angehörige sie, auch, wenn möglicherweise Kommunikationsprobleme bestehen, in Gespräche einbinden. Hierbei müssen Angehörige versuchen, so gut es geht auf die Bedürfnisse der Erkrankten einzugehen. Sprachtherapeuten können hier beratend zur Seite stehen und Patienten und ihren Familien helfen, mit der neuen Situation umzugehen.  

Dauer der Therapie

Logopädie – Dauer der Sprachtherapie 

Die Dauer einer logopädischen Behandlung ist von der individuellen Diagnose sowie den Voraussetzungen und der Mitarbeit der Patienten abhängig. Gerade, wenn neurologische Ursachen der Sprachstörung zu Grunde liegen, kann die Therapiezeit lang ausfallen. Besonders wichtig ist es, dass Patienten und deren Umfeld das in der Therapie Erlernte aktiv im Alltag anwenden. Auch außerhalb der Therapiesitzungen wird so das Sprachvermögen trainiert.  

Grenzen der Logopädie 

Sind Nerven, Hirnstrukturen oder Muskulatur dauerhaft geschädigt, ist die Wiederherstellung des Sprachvermögens nur eingeschränkt realisierbar. In solchen Fällen hilft die logopädische Sprachtherapie dennoch, die Lebensqualität zu verbessern.   


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Logopäden finden

Logopäde oder Sprachtherapeut in der Nähe  

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Ist der Betroffene wegen einer Krankheit oder eines Schlaganfalls in einer Klinik, einem Rehabilitationszentrum oder Pflegeheim, so gibt es meist einen Logopäden direkt vor Ort.  

Gerne können Sie sich bei der Suche nach einem Logopäden auch an uns wenden. Über unser kostenloses Service-Telefon (0800 122 273 0) stehen wir Ihnen vermittelnd und beratend zur Verfügung.  

Davon abgesehen gibt es im Internet Angebote des Deutschen Bundesverbands der akademischen Sprachtherapeuten oder des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V., über die Sie eine logopädische Praxis oder einen Sprachtherapeuten in Ihrer Nähe finden können.  
Der Unterschied zwischen einem Logopäden und einem Sprachtherapeuten betrifft im Übrigen nur den Ausbildungsweg. In der Behandlung gibt es in der Regel kaum Unterschiede.  

Kosten

Logopädie Kosten und Zuzahlung  

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Ist die logopädische Therapie Teil einer Behandlung im Krankenhaus oder einer Reha, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Allerdings sind für den Aufenthalt in der Reha meist Zuzahlungen von den Patienten zu zahlen.  
Auch in Kindergärten und Schulen oder Pflegeheimen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen wird teils Sprachtherapie angeboten. Während erstere im Allgemeinen vom Land bezahlt werden, ist bei Letzteren die Finanzierung individuell von der Einrichtung abhängig.


Natürlich gibt es auch selbstständige Logopäden und Logopädie Praxen. Hier ist die Kostenübernahme von der ärztlichen Verordnung abhängig. Ist die Sprachtherapie ärztlich verordnet, übernehmen gesetzliche Krankenkassen in der Regel die Kosten. 


Bei Kindern unter 18 Jahren sind die Kosten durch die Krankenkasse vollständig gedeckt, während bei Erwachsenen eine Zuzahlung von 10% sowie eine Rezeptgebühr von 10€ fällig wird.  
Die ärztliche Verordnung umfasst zehn Therapieeinheiten. Damit die Krankenkasse weitere Sitzungen übernimmt, muss eine erneute Verordnung erfolgen. Ähnlich ist es bei privat versicherten Patienten. Hier ist der von der Krankenkasse übernommene Kostenanteil vom jeweiligen Versicherungstarif abhängig.  


Logopädie Kosten für Selbstzahler 

Eine logopädische Sprachtherapie erfolgt in der Regel aufgrund ärztlicher Verordnung. Die meisten Logopäden bieten aber auch Leistungen ohne ärztliche Überweisung an, die Kosten müssen in diesem Fall jedoch vollständig vom Patienten getragen werden. Die Preise sind je nach Logopäden, Art und Dauer der Leistungen unterschiedlich und müssen beim jeweiligen Logopäden erfragt werden. Einige Logopäden bieten auch kostenlose Vorgespräche an, bei denen Fragen dieser Art geklärt werden können. 


Das Wichtigste in Kürze

Logopädie – Das Wichtigste in Kürze 

  • Logopädie beschreibt die Diagnose und Therapie von Sprachentwicklungsstörungen, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen
     
  • Eine Sprachtherapie kann in jedem Alter notwendig werden. Entwickeln Erwachsene eine Sprachstörung, liegen häufig ein Schlaganfall oder eine degenerative Krankheit zu Grunde. 

  • Einige der häufigsten Krankheitsbilder sind Sprachentwicklungsstörungen, Aphasie (zentrale Sprachstörung), Dysarthrie (zentrale Sprechstörung), Dysphagie (Schluckstörung), Dysphonie (Stimmstörung) und Fazialisparese (Gesichtsnervlähmung).  

  • Eine Sprachstörung kann für Alltag und Sozialleben der Betroffenen ein großes Hindernis darstellen.  

  • Die Therapie erfolgt individuell auf Diagnose und Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. 

  • Die Dauer ist sehr unterschiedlich und abhängig von der Diagnose und Mitarbeit des Patienten. 

  • Für gewöhnlich wird eine logopädische Behandlung durch einen Arzt verordnet. Die Kosten werden in dem Fall von der Krankenkasse übernommen. Während die Kosten bei Kindern unter 18 Jahren vollständig durch die Kasse getragen werden, muss bei erwachsenen Patienten mit einer Zuzahlung von 10% sowie einer Rezeptgebühr gerechnet werden. 

Dokumente

Logopädie - Dokumente

Das Wichtigste auf einem Blick: Logopädie.pdf

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Logopädie

Was ist Logopädie?

Logopäden diagnostizieren und therapieren verschiedenen Sprachstörungen. Hierzu zählen Sprachentwicklungsstörungen, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen.

Was sind Dyslalie und Dysgrammatismus?

Bei Dyslalie und Dysgrammatismus handelt es sich um Sprachstörungen, die vor allem bei Kindern in der Sprachentwicklung auftreten. Dyslalien sind Artikulationsstörungen. Von Dysgrammatismus spricht man, wenn es Betroffenen schwerfällt, grammatikalische Regeln zu begreifen und anzuwenden. Sie können zum Beispiel keine grammatikalisch richtigen Sätze bilden.

Ist Logopädie nur für Kinder?

Nein, während Sprachentwicklungsstörungen meist im Kindesalter behandelt werden, gibt es auch viele Fälle, in denen vor allem bei älteren Menschen Sprachtherapie benötigt wird. Vor allem durch neurologische oder degenerative Erkrankungen kann es zu Sprachstörungen kommen. Ein besonders häufiger Auslöser sind Schlaganfälle.

Wie läuft eine Sprachtherapie ab?

Wie die logopädische Therapie aussieht, hängt sehr von den Problemen des Betroffenen ab. Neben einer Abstimmung auf das Krankheitsbild wird der Logopäde auch die Belastbarkeit und die persönlichen Ziele des Patienten berücksichtigen, woraus dann ein individueller Behandlungsplan entwickelt wird. Für gewöhnlich finden mindestens einmal in der Woche Einzeltherapiesitzungen statt.

Welche Logopädie Übungen gibt es?

Da es vielfältige Ursachen für Störungen des Sprach- und Sprechvermögens gibt, gibt es auch eine Vielzahl unterschiedlicher Übungen. Neben Übungen, die Atmung, Haltung, Muskelkoordination sowie Mund- und Feinmotorik trainieren, werden kognitive Fähigkeiten, Aufmerksamkeit und das Gedächtnis verbessert, zum Beispiel indem Bilder benannt werden. Oft geht es auch darum, bestimmte Elemente des Sprechvorgangs zu üben, wie die Sprechatmung oder die Lautstärke.

Wie läuft die Aphasie Therapie ab?

Bei einer Aphasie ist es von Patienten zu Patienten sehr unterschiedlich, wie sehr die kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt sind. Deshalb gibt es keinen allgemeinen Therapieansatz, stattdessen werden eine Menge unterschiedlicher Methoden genutzt. Ziel ist es, die sprachlichen Fähigkeiten zu regenerieren oder neu zu erwerben. Unter Einbeziehung der Ziele des Patienten wird eine auf das individuelle Störungsbild abgestimmte Sprachtherapie entwickelt. Besonders in der Anfangszeit nach Auftreten der Aphasie finden oft täglich Therapiesitzungen statt.

Wie lange dauert eine logopädische Sprachtherapie?

Die Dauer einer Sprachtherapie ist durch das Krankheitsbild sowie die Mitarbeit des Patienten bedingt. Bei neurologischen Ursachen kann die logopädische Behandlung teils sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wie finde ich eine logopädische Praxis in meiner Nähe?

Im Internet finden Sie Datenbanken des Deutschen Bundesverbands der akademischen Sprachtherapeuten und des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V., in denen logopädische Praxen aufgelistet sind. Noch einfacher ist es, wenn Sie sich an 1ACare wenden – gerne vermitteln wir Sie weiter.

Was ist der Unterschied zwischen einem Logopäden und einem Sprachtherapeuten?

Die unterschiedlichen Berufsbezeichnungen betreffen den Ausbildungsweg. Während Logopäden eine Ausbildung absolvieren und nach dem erfolgreichen Abschluss unter der geschützten Bezeichnung „Logopäde“ praktizieren dürfen, ist der Begriff „Sprachtherapeut“ nicht geschützt. Sprachtherapeuten haben meist eine akademische Ausbildung absolviert. Die Behandlung der Patienten unterscheidet sich in der Regel aber kaum.

Welche Kosten kommen bei der Logopädie auf mich zu?

Normalerweise wird eine Sprachtherapie durch einen Arzt verordnet. Bei ärztlicher Verordnung übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten in der Regel. Bei Kindern unter 18 Jahren werden die Kosten komplett von der Krankenkasse getragen, bei Erwachsenen wird noch eine 10-prozentige Zuzahlung sowie eine Rezeptgebühr von 10€ verlangt. Auch private Krankenkassen übernehmen für gewöhnlich die Kosten, der übernommene Anteil ist allerdings vom jeweiligen Versicherungstarif abhängig.

Wie hoch sind die Logopädie Kosten für Selbstzahler?

Wenn ohne ärztliche Verordnung logopädische Leistungen in Anspruch genommen werden sollen, müssen die Kosten vom Patienten übernommen werden. Da die Preise aber je nach Logopäden, Art und Dauer der Behandlung variieren, sollten diese direkt bei Ihrem Logopäden erfragt werden. Viele Logopäden bieten die Möglichkeit eines kostenlosen Vorgespräches an.




Quellen

Logopädie Quellen

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, (abgerufen am 07.04.2021) 

dbs: Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (Anne Wiehage, Judith Heide) – Aphasie, (abgerufen am 06.04.2021) 

dbs: Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (Bernd Frittrang, Berthold Gröne) - Dysarthrie – Sprechstörung, (abgerufen am 06.04.2021) 

dbs: Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (Antje Tontsch, Dieter Schönhals, Michaela Schroif, Sabine Ifland) - Sprachtherapie bei Demenz, (abgerufen am 06.04.2021) 

dbs: Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (Maren Humbert, Ulrike Sievert) – Stimmstörungen, (abgerufen am 07.04.2021) 

Hochschule Fresenius of Applied Sciences, (abgerufen am 09.04.2021) 

logopaedie.com, (abgerufen am 07.04.2021)

logopaedie.com Therapieansätze, (abgerufen am 06.04.2021) 

MEDIAN Klinik Wilhelmshaven GmbH, (abgerufen am 06.04.2021) 

MINI MED Studium Organisationsteam, RMA Gesundheit GmbH – Logopädie, (abgerufen am 06.04.2021) 

MINI MED Studium Organisationsteam, RMA Gesundheit GmbH – Sprachstörungen bei Kindern, (abgerufen am 08.04.2021) 

Prof. Dr. Martin Przewloka PortraitProf. Dr. Martin Przewloka
Über den Autor:

Prof. Dr. Martin Przewloka hat im eigenen familiären Umfeld umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema Pflege gesammelt und teilt sein Wissen über verschiedene Kanäle mit anderen pflegenden Angehörigen. Durch seinen Universitätsabschluss in Medizinischer Physik (Universität Kaiserslautern) versteht er zudem die gesundheitlichen Hintergründe der unterschiedlichen Erkrankungen und kann sich in die Lage der Pflegebedürftigen hineinversetzen.